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Köln: „We stand with Israel“ – 200 Menschen kommen zur Solidaritätskundgebung auf dem Heumarkt

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Von: Nina Büchs

Zwischen 200 und 400 Personen nahmen an der Solidaritätskundgebung für Israel am Rande des Kurfürstendamms Ecke Joachimsthaler Straße teil (Joachimsthaler Platz).
In Köln wurde am Donnerstag, 20. Mai, vor der Waffenruhe zwischen der israelischen Regierung und der Hamas, eine Solidaritätskundgebung mit dem Titel „We stand with Israel“ veranstaltet (Symbolbild). © Müller-Stauffenberg/ Imago

Nachdem in ganz NRW Synagogen beschädigt und israelische Flaggen angezündet wurden, fand am Donnerstag eine Solidaritätskundgebung auf dem Heumarkt in Köln statt.

Köln – Der Nahost-Konflikt hat auch in Deutschland zu mehreren Demonstrationen und antisemitischen Vorfällen geführt. So wurden bei einer Kundgebung in Berlin mehrere Polizisten durch Demonstranten verletzt, in Bonn und Münster wurden Synagogen beschädigt und israelische Flaggen angezündet. Und auch in Köln kam es am vergangenen Samstag bei einer Pro-Palästina-Demo zu zahlreichen Vorfällen, so Daniel Vymyslicky von der Antisemitismus-Meldestelle der Stadt Köln. Um dem entgegenzutreten wurde am Donnerstag, 20. Mai, eine Solidaritätsdemo auf dem Heumarkt veranstaltet.

„Nahost-Konflikt auch in Köln spürbar“ – Solidaritskundgebung nach Pro-Palästina-Demo auf dem Heumarkt

Zwar sind Israel und der Gazastreifen tausende Kilometer entfernt, doch Daniel Vymyslicky von der Antisemitismus-Meldestelle sagte gegenüber 24RHEIN, dass der Konflikt auch in Köln zu spüren sei. So kam es im Rahmen der Pro-Palästina-Demo am 15. Mai zu einigen Vorfällen. „Auf zahlreichen Pappschildern und Plakaten wurde der Holocaust relativiert. Aber auch Verschwörungsmythen, wie ‚Kindermörder Israel‘, wurden als Parolen gerufen. Eine größere Gruppe skandierte einen Sprechchor, der die islamistische Terrororganisation Hamas glorifiziertEin Teilnehmer versuchte zudem, eine israelische Flagge anzuzünden“, erzählt Vymyslicky.

Waffenstillstand zwischen Israel und Palästina: Das ist die aktuelle Lage im Nahen Osten

Im Gaza-Konflikt schweigen nach elf Tagen brutaler Auseinandersetzungen zwischen Israel und militanten Palästinensern nun die Waffen. Seit Freitag um 2:00 Uhr Ortszeit gilt nun zwischen beiden Seiten eine Waffenruhe. In den ersten Stunden hielten sich beide Lager daran. Zugleich gab es zahlreiche internationale Appelle an Israelis und Palästinenser, sich um eine dauerhafte Friedenslösung zu bemühen.

Um dem Hass gegen Israel entgegenzutreten, hatten sich mehrere Verbände und Organisationen am Donnerstag um 17:30 Uhr am Kölner Heumarkt zusammengeschlossen, um dort eine Solidaritätskundgebung zu veranstalten. Daran beteiligt waren unter anderem das Bündnis gegen Antisemitismus Köln, die Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Köln und die Kölnische Gesellschaft für Chr.-Jüd. Zusammenarbeit e.V.

Köln: Konflikt im Nahen Osten – „Solidaritätsdemo verlief störungsfrei“ – 200 Personen waren vor Ort

Wie die ein Polizeisprecher auf Anfrage von 24RHEIN mitteilte, verlief die Solidaritätsdemo auf dem Heumarkt „störungsfrei“. Auch die Hygienemaßnahmen wurden eingehalten, anders als auf der Pro-Palästina-Demo am vergangenen Samstag. Diese musste wegen der Nichteinhaltung der Corona-Maßnahmen schließlich aufgelöst werden. Zur Solidaritätskundgebung am Donnerstag kamen etwa 200 Menschen, so der Polizeisprecher weiter.

Antisemitische Vorfälle: So gefährlich ist die Situation für Jüdinnen und Juden in Deutschland

Im Rahmen der Solidaritätsdemo „We stand with Israel“ auf dem Kölner Heumarkt gab es zahlreiche Redner, die zur aktuellen Situation der Jüdinnen und Juden Stellung bezogen. Wie die Kölnische Rundschau berichtete, sagte zum Beispiel Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit: „Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland müssen befürchten, persönlich angegriffen zu werden. Sie trauen sich nicht aus dem Haus; sie begleiten ihre Kinder zur Schule. Sie fahren nicht mehr mit der Straßenbahn. Und sie tragen erst recht nicht mehr ihre Kippa. Wir sehen deshalb mit Schrecken den Ausbruch der Gewalt im Nahen Osten. Wir sehen unschuldige Opfer, Männer, Frauen, Kinder auf beiden Seiten“. (nb)

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