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Kölner Platz soll nach Dirk Bach benannt werden – doch es gibt Kritik

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Von: Mick Oberbusch

Blick auf den Offenbachplatz in Köln, daneben Dirk Bach. (Montage)
Der Offenbachplatz in Köln (hier eine Aufnahme von 2019) könnte nach Dirk Bach benannt werden. (Montage) © Schöning/Imago & eventfoto54/Imago

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hat das Vorhaben, einen Platz in der Kölner Innenstadt nach Dirk Bach zu benennen, heftig kritisiert.

Köln – Es sollte eine Würdigung für einen der bekanntesten Kölner Schauspieler aller Zeiten werden: Der Vorschlag, ein kleines Areal in der Nähe des Offenbachplatzes nach Dirk Bach (verstorben 2012) zu benennen. Diese Idee wird unter anderem von Innenstadt-Bezirksbürgermeister Andreas Hupke unterstützt. Doch dieses Vorhaben, über das am 7. April 2022 in der Bezirksvertretung Innenstadt entschieden werden soll, stößt nun auf ziemlich heftige Kritik: So spricht sich die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit deutlich gegen die Teilumbenennung des Offenbachplatzes aus.

Dirk Bach
Geboren23. April 1961 in Köln
BerufSchauspieler, Synchronsprecher, Moderator und Komiker
Verstorben1. Oktober 2012, Lichterfelde, Berlin
Bestattet7. Oktober 2012, Melaten-Friedhof, Köln
ElternTrude Bach, Willi Bach

Köln: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit kritisiert Platz-Umbenennung

Ein Bild des verstorbenen Dirk Bach, um ihn herum Kerzen
Dirk Bach, verstorben im Oktober 2012, soll in der Kölner Innenstadt ein Platz gewidmet werden. © Rolf Vennenbernd/dpa

„In Zeiten eines erstarkenden Antisemitismus, der sich nicht nur in gewalttätigen Anschlägen, sondern auch in alltäglichen Formen der Diskriminierung gegen Juden niederschlägt, stellt die durch die Kölner Bezirksvertretung geplante (Teil-)Umbenennung des zentralen Kölner Platzes nicht nur ein vollkommen falsches Signal dar, sondern zeugt auch von Unkenntnis gegenüber dem kulturpolitischen Schaffen von Juden im Allgemeinen und Jacques Offenbach im Besonderen“, formuliert Dr. Marcus Meier von der Gesellschaft in einem Statement.

Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, zu deren Gründungsmitgliedern Ernst Simons, Hermann Pünder, Heinrich Böll, Paul Schallück, Wilhelm Unger, Kurt Hackenberg, Pater Dr. Willehad Eckert OP gehörten, entstand im Jahr 1958.

Mittlerweile zählt die Kölnische Gesellschaft mehr als 650 Mitglieder und ist damit die mitgliederstärkste der insgesamt 83 deutschen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die im “Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit” verbunden sind. Quelle: www.koelnische-gesellschaft.de

Hintergrund: Der 1819 in Köln geborene Jacques Offenbach, nach dem der Platz aktuell benannt ist, gilt als Begründer der modernen Operette und gehört zu den wichtigsten Komponisten seiner Zeit. Er ist jüdischer Herkunft; sein Vater Isaac Juda Eberst fungierte unter anderem als Kantor der jüdischen Gemeinde in Offenbach am Main. „Nach dem famosen Offenbach-Jahr 2019 [...], nun den Platz namentlich vor der Oper „aufzuteilen“, stößt auf Befremden und Ablehnung“, erklärt die Kölnische Gesellschaft weiter. Die Bedeutung Bachs und seines Schaffens für die Stadt stehe nicht zur Debatte, die Würdigung könne jedoch an einem anderen Ort erfolgen.

Köln: Wird Platz nach Dirk Bach benannt?

„Das Gedenkjahr ‚1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland‘, das bis Mitte dieses Jahres verlängert wurde, war angetreten mit dem Ziel, jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart einer größeren Öffentlichkeit näherzubringen“, erklärt die Gesellschaft. „Mit einem solchen falschen kulturpolitischen Statement der Bezirksvertretung werden die Bemühungen eines ganzen Jahres, an denen viele Kölner Vereine und NGOs beteiligt waren, zunichtegemacht“, so der Verein weiter. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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