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Seltene Sichtung? Greifvogel mitten in Köln aufgetaucht

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Von: Nina Büchs

Ein Läufer joggt am Morgen im Kölner Volksgarten.
Im Volksgarten in Köln wurde ein Greifvogel gesichtet. © Federico Gambarini/dpa

Im Volksgarten in Köln wurde offenbar ein Mäusebussard gesichtet. Der Greifvogel ist eigentlich selten in Großstädten anzutreffen – doch es gibt Ausnahmen.

Köln – In Köln sind zahlreiche wildlebende Tiere zu Hause – auch Nutrias wurden dort schon gesichtet. Doch leben in einer Großstadt wie Köln auch Greifvögel? Auf Facebook postete ein Nutzer am Dienstag ein Foto in die Gruppe „Meine Südstadt“, das einen Greifvogel mit weiß-braunen Federn zeigt. Der Vogel wurde im Volksgarten gesehen, heißt es in dem Beitrag.

Volksgarten Köln
Adresse:Eifelstraße, 50677 Köln

Köln: Mäusebussard im Volksgarten gesichtet – wie kommt der Greifvogel in die Stadt?

Ein Mäusebussard fliegt kurz seiner Auswilderung über ein Feld.
So sieht der Greifvogel aus, den ein Mann im Volksgarten in Köln gesehen haben will. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Bei dem Greifvogel handelt es sich um einen Mäusebussard, bestätigte NABU NRW auf Nachfrage von 24RHEIN. Mäusebussarde kommen in Nordrhein-Westfalen unter den Greifvögeln sogar am häufigsten vor – in Großstädten wie Köln sind sie dennoch eher seltener anzutreffen, so die NABU-Pressesprecherin Birgit Königs.

Dennoch gibt es Ausnahmen – in manchen Bereichen könnte sich der Greifvogel nämlich auch in Köln wohlfühlen. Dazu sagt Königs: „Die ganz dicht bebauten urbanen Bereiche meidet er zwar in der Regel. Aber in Siedlungsrandbereichen oder in großen Parkanlagen mit altem Baumbestand kann man ihn durchaus schon einmal beobachten.“ In Köln gibt es nicht nur Mäusebussarde – auch ein anderer Greifvogel tauchte dort immer häufiger auf. Gemeint ist der Sperber, über dessen Lebensweise eigentlich gar nicht viel bekannt ist.

Im Volksgarten sind auch einige andere Tierarten angesiedelt: Fische, Schildkröten und Wasservögel nennen den Weiher ihr Zuhause. Doch der Weiher im Volksgarten wird ab Herbst 2022 saniert, während der Bauarbeiten werden die Tiere umgesiedelt.

Greifvögel in Köln: Angriffe auf Menschen möglich?

Mäusebussard
Wissenschaftlicher Name:Buteo buteo
Länge:40 – 58 cm (Erwachsener)
Spannweite:1,1 – 1,4 m (Erwachsener)
Gewicht:0,43 – 1,4 kg (Erwachsener)
Erhaltungszustand:Ungefährdet (Zunehmend)

Manchmal kann es vorkommen, dass Mäusebussarde sich gegenüber Menschen aggressiv verhalten – jedoch nur, weil sie ihre Brut schützen wollen. Die Mäusebussarde greifen Menschen in diesen Fällen meist in unmittelbarem Umfeld zu ihrem Horst oder um ihre Brut herum an. Zu solchen Vorfällen kann es von Anfang Juni bis Juli kommen – denn in dieser Zeit schlüpfen auch die ersten Jungen. „Als Bedrohung werden dabei schneller bewegte Objekte wahrgenommen, vor allem Jogger, wesentlich seltener auch einmal Fahrradfahrer, ausnahmsweise auch einmal Spaziergänger“, teilt der Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) mit.

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Attacken jedoch um „Scheinangriffe“, so der LBV weiter. „Wenn es doch einmal selten zu realen Attacken kommt, resultieren an Verletzungen in der Regel höchstens leichte Kratzer, meist am Kopf. Schwerere Verletzungen sind noch nie bekannt geworden“. Sollte es zu Verletzungen kommen, sollten Betroffene die Wunden wegen Infektionsgefahr versorgen und eine Impfung gegen Wundstarrkrampf auffrischen.

Köln: Wie groß ist der Mäusebussard?

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