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Köln: Angeklagter bei Messerangriff auf den Ringen „in Wahrheit das Opfer“ – Freispruch

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Der Eingang zum Landgericht auf dem Gelände des Justizzentrum Köln Luxemburger Straße.
Ab Donnerstag, 3. Februar, steht der tatverdächtige Messerangreifer vor dem Kölner Gericht (Symbolbild) © Thomas Banneyer/dpa

Bei dem Messerangriff-Prozess in Köln ist der 22-jährige Angeklagte freigesprochen worden. Er habe bei einem Angriff im Juni 2021 aus Notwehr gehandelt, so der Richter.

Update vom 29. März, 17:15 Uhr: Wegen entlastender Aufnahmen aus einer Überwachungskamera ist ein 22-Jähriger in Köln vom Vorwurf des versuchten Totschlags freigesprochen worden. Der Mann habe in Notwehr gehandelt, urteilte das Kölner Landgericht am Dienstag. „Der Angeklagte war in Wahrheit das Opfer“ – sagte der Vorsitzende Richter. Der Mann hatte im Juni 2021 einen 24-Jährigen auf einer Partymeile in der Kölner Innenstadt mit einem Messer vier Mal in den Oberkörper gestochen und ihn dabei lebensgefährlich verletzt. Wie das Gericht feststellte, war der Angeklagte damals grundlos aus einer Gruppe von bis zu zwölf Männern angegriffen und zu Boden gerissen worden. Auf den am Boden liegenden Mann hatten dann fünf bis sechs der Angreifer eingeschlagen und -getreten.

„Was einem anderen, nicht so wehrhaften Opfer, in gleicher Situation geschehen wäre, wollen wir uns nicht ausmalen“, ordnete der Richter die Heftigkeit des Angriffs ein. Der Angeklagte habe sich jedoch mit einem Messer zur Wehr setzen können. Nachgewiesen worden war die Notwehrsituation des Angeklagten durch Aufnahmen einer hochauflösenden Überwachungskamera in der Nähe des Tatortes. Wegen zwei weiterer Anklagen - einer gefährlichen Körperverletzung und dem Besitz einer verbotenen Schreckschusswaffe - wurde der 22-Jährige allerdings zu einer Haftstrafe von anderthalb Jahren auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt. (dpa)

Köln: Nach Messerangriff auf den Kölner Ringen – Angeklagter beruft sich auf Notwehr

Update vom 3. Februar, 19:35 Uhr: Seit Donnerstag steht ein 22-Jähriger vor dem Kölner Landesgericht. Der Mann soll m Morgen des 26. Juni 2021 auf der Partymeile Hohenzollernring in der Kölner Innenstadt einen Kontrahenten mit vier Messerstichen in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt haben. Die Überwachungsvideos deuten in dem Totschlagprozess auf Notwehr hin. Auch der Angeklagte beruft sich auf Notwehr.

Demnach sei er von mehreren Männern um den 24-Jährigen nach einer zunächst verbalen Auseinandersetzung angegriffen worden. Im Saal vorgeführte Videoaufnahmen von Überwachungskameras zeigten eine wilde Schlägerei, in der mehrere Männer auf den am Boden liegenden Angeklagten einschlugen und -traten. Sein Verteidiger sagte: „Er hat sich nicht anders zu helfen gewusst.“ Nur unter Einsatz des Messers sei sein Mandant aus der bedrohlichen Situation herausgekommen.

Auch das Gericht ließ durchblicken, dass nach vorläufiger Würdigung der Videoaufnahmen der Messereinsatz durchaus als Notwehr gewertet werden könnte. Aufgrund dieser Einschätzung war der 22-jährige Angeklagte kurz vor Weihnachten 2021 aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Dem Angeklagten werden in zwei weiteren Anklagen eine gefährliche Körperverletzung und ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

Köln: Nach Messerangriff auf den Kölner Ringen – Prozess beginnt

Erstmeldung vom 2. Februar: Köln – Ein außer Kontrolle geratener Streit auf der Kölner Partymeile beschäftigt von Donnerstag (3. Februar) an das Landgericht in Köln. Der Prozess beginnt um 9:30 Uhr. Wegen versuchten Totschlags muss sich ein 22-Jähriger einem Strafprozess stellen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am Morgen des 6. Juni 2021 infolge eines Streits auf den Kölner Ringen mit einem Messer auf einen Kontrahenten eingestochen zu haben. Das Opfer erlitt dabei vier Stichverletzungen.

Köln: Nach Messerangriff auf den Kölner Ringen – Prozess beginnt

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Deutsche mit bedingtem Tötungsvorsatz handelte. Das Opfer wurde so schwer verletzt, dass es nur durch eine Notoperation gerettet werden konnte. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage geplant.

Die Tat ist nicht die erste gefährliche Auseinandersetzung auf den Kölner Ringen (Köln-Innenstadt) gewesen. Immer wieder kam es dort zu Polizeieinsätzen. Seit Ende 2021 gilt darum in dem Bereich eine Waffenverbotszone. Rund um Ringe und Zülpicher Viertel dürfen keine Messer, Pistolen oder Elektroschocker mitgeführt werden. Auch Pfefferspray ist verboten. (jw mit dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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