1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

Mordversuch in Köln: Obdachloser im Schlaf angezündet – Opfer weiter in Lebensgefahr – Polizei hat Fragen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Ein Toilettenhäuschen auf einem Platz. Im Hintergrund Häuser, links ein Auto
Möglicher Tatort am Severinswall in Köln © Polizei Nordrhein-Westfalen

Die Tat löst Entsetzen aus: Am Chlodwigplatz in Köln wurde ein Obdachloser im Schlaf angezündet. Der 44-Jährige befindet sich in einer Klinik und schwebt in Lebensgefahr.

Update vom 8. Dezember, 16:45 Uhr: Im Rahmen der Ermittlungen haben sich nun Staatsanwaltschaft und Polizei Köln mit konkreten Fragen an die Öffentlichkeit gewandt. Konkret möchten die Ermittler wissen, wer in der Nacht auf Samstag, den 5. Dezember 2020 zwischen 0 und 8 Uhr das Urinal am Severinswall benutzt hat. Diese öffentliche Toilette ist der mutmaßliche Tatort. Und: Wer hat das Opfer oder andere Personen dort gesehen? Hinweise erbittet die Polizei telefonisch unter 0221 - 229 -0 oder per Email: poststelle.koeln@polizei.nrw.de

Polizei in Köln ermittelt wegen versuchter Tötung eines Obdachlosen

Erstmeldung vom 8. Dezember 2020:

Köln – Es ist die zweite, schockierende Tat aus dem Obdachlosenmillieu, die Köln erschüttert: In der Nacht zum 6. Dezember wurde ein 44-jähriger ohne Wohnsitz mit Brandverletzungen in eine Klinik gebracht. Das Opfer schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. Die Polizei geht von versuchter Tötung aus.

Polizeieinsatz in Köln: Obdachloser schwebt nach Brandanschlag in Lebensgefahr

Die Polizei berichtete in einer Pressemitteilung, dass ein 44-jähriger Obdachloser in seiner Schlafstätte am Severinswall in der Nacht zum Samstag angezündet worden war. Das Opfer hatte gegen 9 Uhr eine Bekannte am Chlodwigplatz um Hilfe gebeten, die daraufhin den Rettungsdienst alarmierte. Dieser brachte den 44-Jährigen, der schwere Brandverletzungen erlitten hatte, umgehend in eine Klinik. „Der Mann schwebt nach wie vor in Lebensgefahr und ist nicht vernehmungsfähig“, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag gegenüber 24Rhein.

Köln: Obdachloser am Severinswall angezündet – Opfer geriet zuvor in einen Streit und wurde bedroht

Wie der General-Anzeiger berichtet, geriet der 44-Jährige zuvor am Kölner Hauptbahnhof mit jemanden in einen Streit und wurde bedroht. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand wurde das spätere Brandopfer am Abend gegen Mitternacht noch am Severinswall gesehen. Den Tatzeitraum grenzte die Polizei auf Mitternacht bis etwa acht Uhr morgens ein.

Obdachloser in Köln angezündet: Polizei hofft auf Hinweise von Zeugen

Ein Täter konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete, konzentrieren sich die Ermittlungen der Polizei derzeit auf Personen aus dem Starktrinker-Millieu, jedoch kämen auch andere Täter, die nicht aus der Szene stammen, in Frage. Die Polizei hofft daher auf Aussagen von Zeugen, die sich zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Schlafplatzes des Obdachlosen, einem öffentlichen Urinal in der Nähe des Chlodwigplatzes, aufhielten und etwas Verdächtiges bemerkt haben.

Gewalt gegen Obdachlose: Auch 2016 wurde ein Obdachloser in Köln angezündet

Die Tat erinnert an einen Mord im Jahr 2016. Auch damals wurde in Köln ein Obdachloser angezündet, er starb daraufhin an den schweren Verletzungen. Wie sich später herausstellte, war ein obdachloses Pärchen (Daniela K. und Sven K.) aus Köln für den Mord an dem getöteten Mann, Sebastian S. (29) verantwortlich. Das Motiv: Der Getötete soll zuvor über Daniela K. hergefallen sein, daraufhin kam es zwischen Sven K. und dem späteren Opfer zu einer Prügelei. Die Täter wurden 2017 zu jeweils siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. (nb)

Auch interessant