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Corona-Kontrollen in Köln: Einsatzfahrzeug bespuckt

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Von: Johanna Werning

Polizeifahrzeuge fahren auf dem Rheinboulevard Streife. Aus Infektionsschutzgründen will die Stadt Köln nachts und an den Osterfeiertagen den Rheinboulevard sperren.
Die Polizei und das Ordnungsamt kontrollieren aus Infektionsschutzgründen in Köln © Oliver Berg/dpa

Die Absperrung des Rheinboulevards in Köln brachte nicht den gewünschten Erfolg. Stattdessen trafen sich die Menschen einfach woanders. Die Polizei will jetzt hart durchgreifen.

Update vom 1. April, 18:06 Uhr: In einer Stellungnahme gegenüber 24RHEIN bestätigt die Stadt Köln, dass nicht nur das Rheinufer kontrolliert worden ist, sondern ebenfalls Einsätze am Grüngürtel und anderen Hotspots stattgefunden haben. Das Ordnungsamt der Stadt Köln stellte dabei am 31. März „über 100 Verstöße gegen die Regelungen der Coronaschutzverordnung bzw. der Allgemeinverfügung der Stadt Köln im gesamten Stadtgebiet fest“.

Dabei wurde unter anderem ein Einsatzfahrzeug des Ordnungsdienstes an der Alfred-Schütte-Alle „rundum bespuckt“. Auch wenn das Ordnungsamt und die Polizei vermehrt die Einhaltung der Corona-Schutzverordnungen kontrollieren, appelliert die Stadt Köln und die Polizei an die Vernunft jedes Einzelnen: „Das Ordnungsamt kann nicht immer und überall gleichzeitig sein, auch wenn man immer und überall mit dem Ordnungsamt rechnen muss. Jeder Mensch entscheidet für sich selbst und für alle anderen mit, ob die Infektionszahlen steigen oder nicht.“

Corona-Kontrollen in Köln: Polizei will hart durchgreifen –„Party-Meile“ aufgelöst

Erstmeldung vom 1. April: Köln – Seit dem 31. März ist der Rheinboulevard in Köln gesperrt, um vermehrte Menschenansammlungen zu vermeiden. Doch das Vorhaben scheitere. Am Mittwochabend sei es zu Zusammenkünften von bis zu 1.000 Personen gekommen, wie die Polizei Köln erklärt. Viele Personen seien lediglich „südlich entlang des Rechtsrheinischen ‚abgewandert‘ und hatten sich ohne Rücksicht auf Abstandsregeln und Maskentragepflichten auf der Alfred-Schütte-Allee und den Poller Wiesen zusammengefunden.“

Kontrollen am Rhein in Köln: „Party-Meile“ an der Drehbrücke aufgelöst

Bei mehreren Einsätzen am Kölner Rheinufer lösten Polizei und Ordnungsamt die Gruppierungen daraufhin auf. Doch die Einsätze in der Nähe der gesperrten Drehbrücke kamen nicht bei allen gut an, wie Leitender Polizeidirektor Martin Lotz erklärt. „Die Streifenteams trafen gestern auf etliche uneinsichtige, zum Teil aggressive Menschen, die die Alfred-Schütte-Allee und umliegende Mauern als eine ‚Party-Meile‘ für sich eingenommen haben.“

Die Kontrollen fanden nicht nur rechtsrheinisch statt. Auch das Rheinufer zwischen dem Rheinauhafen und dem Kölner Hauptbahnhof wurde am Abend kontrolliert. Mit einer großen Anzahl an Beamten wurde so die Einhaltung von Mindestabstand, Alkoholkonsumverbot und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit überprüft.

Am Grüngürtel wurde allem Anschein nach von hinreichenden Kontrollen abgesehen. Während von Polizei und Ordnungsamt nichts zu sehen war, feierten auf der Grünfläche zwischen dem Hans-Böckler-Platz und dem Aachener Weiher am späten Abend unzählige Menschen. Statt Abstand und Maske hieß es dort Musik und Alkohol.

Weitere Kontrollen am Rhein in Köln: Polizei und Ordnungsamt wollen Parks „im Blick behalten“

Damit solche Ansammlungen jedoch nicht noch einmal vorkommen, will die Polizei am Osterwochenende in Köln verstärkt kontrollieren. Die Einsatzkräfte wollen „die beliebten Rheinpromenaden mit den umliegenden Parks wie auch unsere Straßen im Blick“ behalten, so Lotz weiter. Die Ausschreitungen vom 31. März zeigen „mal wieder, dass es offensichtlich notwendig ist.“ Bis einschließlich Ostermontag, 5. April, werden Polizei und Ordnungsdienst zusätzlich von Hundertschaft und der Reiterstaffel unterstützt. Gemeinsam soll so die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen in Köln überprüft werden.

In der Pressemitteilung richtet der Leitende Polizeidirektor zusätzlich einen Appell an alle Kölner und Kölnerinnen. „Ich kann nur unermüdlich wiederholen: Die Pandemie kennt keine Feiertage und macht auch keine ‚Sonnen-Pause‘. Vernunft und Solidarität sind gefragt.“(jw) Hinweis: Wir haben den Artikel in unserem Update vom 1. April, 18:06 Uhr um ein Statement der Stadt Köln ergänzt.

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