1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

Wegen Drogen und Müll: Stadt will Passage in der Schildergasse schließen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Johanna Werning

Links: Der Schlafplatz eines Obdachlosen in der Fußgängerzone Schildergasse in Köln. Rechts: Ein Streifenwagen fährt durch die Schildergasse.
Die „Wehmeyer“-Passage in der Schildergasse soll zeitweise geschlossen – weil es zu dreckig ist (Montage) © Horst Galuschka/Imago und Jochen Tack/Imago

Die „Wehmeyer“-Passage in der Schildergasse in Köln soll nachts geschlossen werden. So will die Stadt das Müll- und Drogenproblem in der Kölner Innenstadt lösen.

Köln – Die Schildergasse in Köln gilt als beliebte Fußgängerzone mit unzähligen Einkaufsmöglichkeiten. Doch abends ist die Shoppingstraße alles andere als einladend. Sobald die Geschäfte in der Kölner Innenstadt geschlossen sind, wirkt die Schildergasse ziemlich trostlos. Das liegt auch daran, dass die Ladeneingänge und Passagen häufig von Obdachlosen und Drogenabhängigen genutzt werden.

Schildergasse in Köln: Stadt will Passage schließen – wegen Obdachlosen und Drogenmissbrauch

Ganz vorne mit dabei: Die ehemalige „Wehmeyer“-Passage, die Schildergasse und Brüderstraße verbindet. Auf Fotos im Ratsinformationssystem der Stadt zeigt sich das Ausmaß der Verwahrlosung. Neben Erbrochenem finden sich Spritzen, weitere Drogenutensilien und vor allem jede Menge Müll. Bereits seit Jahren ist das der Stadt und der Bezirksvertretung Köln-Innenstadt ein Dorn im Auge. Doch Müll und Drogen zu verbannen, ist offenbar schwerer als gedacht. Jetzt soll ein für alle Mal Schluss sein.

Damit die „Nutzungsqualität als Fußgängerpassage zwischen Brüderstraße und Schildergasse“ wiederhergestellt wird, soll die ehemalige „Wehmeyer“-Passage nach Geschäftsschluss – also nachts – geschlossen werden. Dafür soll der Eigentümer die „rechtliche Möglichkeit zur Schließung“ von der Stadt bekommen. Die Bezirksvertretung hat dem bereits zugestimmt. Am 5. Mai entscheidet nun der Rat um Oberbürgermeisterin Henriette Reker über die „Schließung der Ein- und Ausgangsbereiche der Passage“.

Köln: Dann soll die Passage in der Schildergasse geschlossen werden

Köln: Passage ist schon lange Dorn im Auge – neuer Kompromiss soll helfen

Bereits seit Jahren gilt die Passage auf der Höhe der Superdry-Filiale als abschreckendes Beispiel. Im September 2021 stellten Grüne, FDP und Die Partei dann den Antrag in der Bezirksvertretung, dass der Durchgang zeitweise abgesperrt wird. Die Zustände der Verwahrlosung, die Vermüllung mit Kot und Urin, auch gewalttätige Szenen seien immer schlimmer geworden, erklärte Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grünen).

Das Problem dabei: Die Stadt selbst darf den Bereich nicht einfach so absperren, darum hat man sich nun für einen Kompromiss entschieden. Das neue Vorhaben: Im Mai soll vom Rat beschlossen werden, dass der Eigentümer die Passage abseits der Geschäftsöffnungen schließen darf. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland und NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 12. April aktualisiert.

Auch interessant