1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

Stadt setzt ab sofort auf Gendersternchen und „wertschätzende“ Amtssprache

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lydia Mayer

Ausschnitt eines Dokuments mit gendersensibler Sprache
Die Stadt Köln will ab sofort nur noch gendersensibel kommunizieren. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

56 Seiten umfasst der Leitfaden der Stadt Köln für diskriminierungsfreie und wertschätzende Sprache. Er gibt vor, wie die Stadtverwaltung ab sofort kommunizieren soll.

Köln – Die Kölner Stadtverwaltung will schrittweise geschlechterumfassender, wertschätzender und diskriminierungsfreier werden und auch dementsprechend kommunizieren.

Deshalb gibt es nun einen 56 Seiten umfassenden Leitfaden für die Kölner Stadtverwaltung, der den Mitarbeitern erklärt, wie die geschlechtsumfassende Sprache genutzt werden. Nach diesem Leitfaden ist das Wort Mitarbeiter übrigens nicht mehr legitim. Stattdessen soll von Mitarbeitenden die Rede sein. Oder eben von Mitarbeiter*Innen.

Leitfaden gibt Praxistipps: Stadt Köln führt gendersensible Amtssprache ein

Neben Praxistipps für eine geschlechterumfassende Sprache werden in dem Leitfaden die unterschiedlichen sexuellen Orientierung en und geschlechtlichen Identitäten thematisiert. Zudem gibt der Leitfaden Tipps und Anregungen zum sprachlichen Umgang mit den Themen Alter, Behinderung und Religion. Schließlich behandelt er auch Weltanschauung und Herkunft.

Frauen sollen laut des Leitfadens vermieden, von sich in der männlichen Person zu sprechen und eher Sätze wie „Ich bin eine Verfechterin von“ statt „Ich bin ein Verfechter von“ verwenden.

Der sensible Sprachgebrauch ist laut des Leitfadens der Stadt Köln ein Weg aktiv zur Gleichberechtigung beizutragen und Menschen in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und anzusprechen.

Einen besonderen Hingucker für die Gleichberechtigung gibt es neuerdings in der Stadt Düsseldorf. Die Rheinbahn und die Stadt Düsseldorf haben eine Regenbogen-Bahn auf die Strecke geschickt. Der Blickfang soll für mehr Respekt und Akzeptanz gegenüber der LSBTIQ* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-, Inter-Sexuelle und queere Menschen) werben.

Die Kölner FDP wollte so einen Hingucker auch für Köln mit Zebrastreifen in Regenbogenfarben. Die Stadt hat das aber abgelehnt. Der 1. FC Köln und Kölner Haie setzen mit einem Sondertrikot ein Zeichen für Toleranz.

Diese Begriffe sollen laut des Leitfadens in der neuen Kölner Amtssprache verwendet werden (Beispiele):

Köln: gendersensible Amtssprache soll in Formularen und Veröffentlichungen verwendet werden

Die Änderungen betreffen laut einer Pressemitteilung der Stadt den Schriftverkehr und Veröffentlichungen sowie die Formulare der Kölner Stadtverwaltung. Die Stadt Köln setzt auf diesem Wege nach eigenen Angaben sprachlich die verfassungsrechtliche Anerkennung eines dritten positiven Geschlechtseintrages und die Anpassung des Personenstandsrechts um.

„Für die Stadt Köln als Dienstleisterin und Partnerin sowie für die Kölnerinnen und Kölner ist es wichtig, unsere Kommunikation so zu gestalten, dass sich möglichst alle angesprochen und wertgeschätzt fühlen“, schreibt Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) im Vorwort des Leitfadens.         

Auch interessant