1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

Köln: Mutmaßlicher Raubüberfall auf Mann (52) mit Kippa

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Ein Teilnehmer der Gedenkveranstaltung am Hannoverschen Bahnhof in Hamburg trägt eine Kippa mit dem Davidstern.
In Köln wurde ein Raubüberfall auf einen Mann mit einer Kippa verübt. Die Polizei sucht nun Zeugen. (Symbolbild) © Christian Charisius /dpa

In Köln soll ein Mann, der eine Kippa trug, niedergeschlagen und ausgeraubt worden sein. Passanten fanden ihn verletzt auf dem Gehweg liegend und brachten ihn in ein Krankenhaus.

Update vom 7. April, 10:20 Uhr: Bei dem mutmaßlichen Raubüberfall auf den 52-Jährigen in Köln, sind bei der Polizei bislang noch keine nennenswerten Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Die Zeugensuche läuft weiterhin, so ein Polizeisprecher gegenüber 24RHEIN.

Köln: Mutmaßlicher Raubüberfall auf Mann (52) mit Kippa

Erstmeldung vom 6. April:

Köln – Erst kürzlich zog ein antisemitischer Flyer, die Aufmerksamkeit auf sich. Nun, wenige Monate später, ist es in Köln erneut zu einer Straftat gekommen, bei der ein politisch motivierter Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann. Wie die Polizei berichtet, soll ein 52-Jähriger mit einer Kippa von Unbekannten niedergeschlagen und ausgeraubt worden sein.

Köln: Mann mit Kippa wird niedergeschlagen und ausgeraubt – das ist über den Vorfall bekannt

Wie die Polizei berichtet, soll sich der alkoholisierte 52-Jährige am Sonntag, dem 4. April, gegen 0:15 Uhr zu Fuß vom Friesenplatz auf den Heimweg in Richtung Sülz gemacht haben. Gegen 3 Uhr wurde der Mann von Passanten an der Ecke Aachener Straße/ Brüsseler Straße verletzt auf dem Gehweg liegend gefunden. Sie alarmierten daraufhin die Rettungskräfte, die ihn in ein Krankenhaus brachten.

Bei seiner Vernehmung schilderte er anschließend, dass er von einem oder mehreren Unbekannten mit einem Schlag auf den Hinterkopf niedergestreckt worden sei. Zudem fehlen seine Lederjacke, sein Mobiltelefon und die Kippa, die er auf dem Kopf trug, gab er an.

Hier wurde der Mann von Passanten gefunden:

Kriminalität: Mutmaßlicher Raubüberfall auf Mann mit Kippa – Polizei sucht nun Zeugen

Weil ein politisch motivierter Hintergrund des mutmaßlichen Raubdelikts nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt nun die Kriminalinspektion Staatsschutz. Wer etwas Verdächtiges bemerkt hat oder Angaben zu der Tat machen kann, wird gebeten, sich unter der Nummer 0221- 229 0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de bei der Polizei zu melden.

Antisemitismus in Köln: Stadt richtet Online-Meldestelle ein

Antisemitische Vorfälle soll nun auch eine eigene Online-Meldestelle erfassen und dokumentieren. Die neue Fachstelle der Stadt Köln wertet Vorfälle unter anderem aus um Berichte und Statistiken zu Antisemitismus in Köln zu erstellen. Erst dann kann gezeigt werden, wie sich Antisemitismus in Köln äußert, so Daniel Vymyslicky, der mit 24RHEIN über seine Arbeit in der Meldestelle gesprochen hat.

Tatsächlich ist Antisemitismus in den letzten Jahren in ganz Deutschland stark angestiegen. Laut dem Bundesinnenministerium wurden 2020 zum Beispiel 2.275 antisemitische Straftaten in der Bundesrepublik gemeldet, 2015 waren es noch 1.366, also fast 1.000 Straftaten weniger. (nb)

Auch interessant