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Weiher im Volksgarten wird zwei Jahre lang saniert – zahlreiche Tiere müssen umsiedeln

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Von: Johanna Werning

Ein Tretbootausflug fährt über den Weiher im Volksgarten in Köln.
Mitten in der Stadt sorgt der Weiher im Volksgarten für ein kleines Idyll – auf dem Foto aus dem Sommer 2019 ist jedoch auch zu sehe, wie dreckig das Wasser ist. © Oliver Berg/dpa

Der Weiher im Volksgartenpark in Köln ist dringend sanierungsbedürftig. Dafür müssen die Tiere umgesiedelt werden. Das ist teuer und ziemlich aufwendig.

Köln – Der Volksgartenweiher ist ein beliebtes Ziel in der Südstadt von Köln. Ob als Joggingrunde, Fahrradstrecke oder Spazier-Route. Doch in den nächsten Jahren ist der Weiher alles andere als ein einladendes Erholungsgebiet. Denn aufgrund der schlechten Wasserqualität, alter Bausubstanz und hohem Wasserverlust muss der Volksgartenweiher in Köln-Innenstadt saniert werden. Dafür muss der komplette Weiher trocken gelegt und der Tierbestand umgesiedelt werden.

Volksgartenweiher
Stadtteil:Neustadt-Süd
Entstehungszeitraum:1887 bis 1889
Wasserfläche:1,30 ha
Wassertiefe:1,00 m
Wasserversorgung:Grundwasser
Tierbestand:Stockenten, Kanadagänse, Nilgänse, Reiher, Blesshühner, Teichhühner, Reiher, Hecht, Zander, Karpfen, Blaubandbärblinge, Giebel, Schmuckschildkröte,

Köln: Volksgartenweiher wird saniert – Fische, Schildkröten und Vögel müssen umziehen

Aufgrund der Sanierungsarbeiten müssen auch die Pflanzen- und Tierbestände im Volksgartenweiher weichen – zumindest zeitweise. Zuständig sind dafür die Stadtentwässerungsbetriebe Köln, die die Betreuung der gesamten Parkweiher im Stadtgebiet übernehmen. Ab September 2022 müssen die Wasserpflanzen, Fische, Schildkröten und Wasservögel umsiedeln. Denn dann wird der Weiher leer gefischt und trocken gelegt. „Wir machen das außerhalb der Brutzeit“, sagt Birgit Konopatzki, StEB-Pressesprecherin, auf Nachfrage von 24RHEIN.

Drei Gänse schwimmen im Volksgartenweiher in Köln. Im Hintergrund stehen Tretboote.
Der Volksgartenweiher muss saniert werden (Archivbild) © Eduard Bopp/dpa

Betroffen sind neben einheimischen Fisch- und Vogelarten auch invasive Tierarten. Also Tierarten, die eigentlich nicht in diesem Lebensraum zu Hause sind und dadurch das Ökosystem bedrohen. Dazu zählen zum Beispiel die Nilgänse oder die Schmuckschildkröte. Aber was passiert mit den Tieren, die eigentlich im dann trockengelegten Weiher im Volksgarten leben? Geplant ist zunächst eine Unterbringung in Auffangstationen, erklärt die StEB weiter. Ein genauer Plan steht jedoch noch nicht fest.

Köln: Volksgartenweiher wird saniert – so aufwendig sind die Bauarbeiten

Klar ist jedoch: Erst wenn der komplette Tier- und Pflanzenbestand umgesiedelt und der Weiher leer und entschlammt ist, kann die eigentliche Sanierung beginnen. Dabei wird unter anderem mit einem Bagger der Parkweiher tiefer gemacht. Denn „je tiefer der Weiher ist, desto größer ist die Chance, dass die Wasserqualität verbessert wird“, so Konopatzki.

Der Volksgartenweiher in Köln.
Der Volksgartenweiher muss saniert werden (Symbolbild) © Manngold/Imago

Zusätzlich wird die Sohle des Volksgartenweihers saniert. „Der Weiher ist in den 1880er-Jahren entstanden. Die Bausubstanz ist somit teilweise sehr alt.“ Dadurch kommt es auch zu einem hohen Wasserverlust. Mit den Sanierungsarbeiten soll das bekämpft werden. Der Volksgartenweiher soll dabei jedoch keinen neuen Look bekommen. Auch die Bäume, Pflanzen und der nahe liegende Biergarten sollen bleiben. Stattdessen soll das eigene Ökosystem verbessert und leichter zu betreuen werden. Teuer und aufwendig wird das Ganze dennoch: Die Sanierung kostet rund 13 Millionen

Köln: Volksgartenweiher wird saniert – zeitliche Abfolge

Köln: Volksgartenweiher wird saniert – darum sind die Bauarbeiten nötig

Aber warum muss der Volksgartenweiher überhaupt saniert werden? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Bereits 2016 galt er als „dringend sanierungsbedürftig“. Der Weiher verliert eine enorme Wassermenge. Teilweise ist die Sohle des Parkweihers stark beschädigt. Denn der Volksgartenweiher ist rund 130 Jahre alt. Außerdem ist die Wasserqualität zu schlecht.

„Der Weiher ist sehr klein, da passiert das schnell“, erklärt die StEB-Pressesprecherin weiter. Vor allem durch Tierkot wird das Gewässer verunreinigt. Aber auch die Menschen haben ihre Schuld. „Wenn Enten gefüttert werden, landen große Mengen Brot im Wasser. Das tut dann sein Übriges“, fasst Konopatzki zusammen. Die Sanierung ist darum bitternötig. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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