1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

„Hör auf meine Säulen zu bemalen!!!“: Zettel in Köln löst Diskussion aus – und alle lesen mit

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Ein Hinweis auf einem Zettel bittet einen Unbekannten, mit Zeichnungen auf einer Litfaßsäule aufzuören.
Ein Zettel richtete sich direkt an einen Zeichner – daraufhin ging eine Diskussion los. © 24RHEIN

Auf einer Kölner Litfaßsäule stritt sich ein Zeichner mit dem Bekleber der Säule. Die Diskussion wurde für alle sichtbar auf der Säule ausgetragen.

Köln – Bei manchen kleinen Kritzeleien oder Botschaften, auf die man im Alltag stößt, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Für Erheiterung bei dem ein oder anderen Spaziergänger dürfte aktuell eine beschriebene Litfaßsäule an der Moltkestraße im Belgischen Viertel sorgen. Dort wurde schriftlich eine Diskussion zwischen dem Kleber der Litfaßsäule und einem Comiczeichner ausgetragen.

Köln: Zeichner und Kleber diskutieren auf einer Litfaßsäule – jeder kann Streit nachlesen

Diese Nachricht stand auf einer Litfaßsäule im Belgischen Viertel in Köln.
Auf einer Litfaßsäule an der Moltkestraße in Köln hat ein Comiczeichner diese Nachricht hinterlassen. © 24RHEIN

„Liebe:r Comiczeichner:in, bitte bitte hör auf meine Säulen zu bemalen!!!! Es kostet mich viel Lebenszeit und Energie, deine Zeichnungen immer wieder abzudecken. Danke!!!! Der Kleber“, steht auf einem Zettel, der an einer Litfaßsäule in Köln angebracht ist. Bei genauer Betrachtung fällt auf: Der Appell des Klebers wurde beantwortet – vom Zeichner selbst. Er schrieb: „Lieber Kleber, das ist schade, denn mir gibt es Lebensenergie. #Sharing ist Caring? Ich lasse doch auch die Plakate in Ruhe. Promise. Don‘t be angry. Streetart ist doch auch Kultur, oder? Sonst ist bald alles leer“, schrieb der Künstler unter die Notiz des Klebers. Dahinter ein trauriger Smiley.

Zwei Unbekannte hinterlassen auf einer Litfaßsäule in Köln Nachrichten für den jeweils anderen.
Doch das Gespräch auf der weißen Fläche einer Litfaßsäule in Köln scheint ein versöhnliches Ende zu nehmen. © 24RHEIN

Platz gibt es aktuell genügend auf den Säulen. Dort, wo sonst Veranstaltungen und Konzerte angekündigt werden, ist seit einiger Zeit oft gähnende Leere. Das Coronavirus hat das kulturelle Leben in Deutschland lahmgelegt. Auf der Säule in Köln hängen nicht viele Plakate – viel Platz also für kleine Kunstwerke. Und das Gespräch zwischen „Künstler“ und Kleber.

Diskussion auf Kölner Litfaßsäule: Mehrere Stunden Arbeit für den Bekleber

Im selben Viertel dürfte kürzlich auch ein Zettel im Hausflur eines Wohnhauses für Aufsehen gesorgt haben: Ein Bewohner hatte eine wichtige Bitte an seine Mitbewohner. Gerade in Zeiten der Corona-Krise ist diese Botschaft wichtiger denn je.

Eine Litfaßsäule steht neben einer Straße.
An einer Litfaßsäule in Köln wurde öffentlich sichtbar eine Diskussion ausgetragen. © 24RHEIN

Die Unterhaltung der beiden erstreckt sich fast über die Hälfte der Säule. „Deine Zeichnungen sind ja auch schön“, antwortet der Kleber. Doch seine Aufgabe sei es nun mal, die Säule abzudecken: „Bekomme sonst Ärger“. Und „die Mehrarbeit wird auch nicht bezahlt“, legt er noch obendrauf. Das sah dann auch der Comiczeichner ein. „Tut mir leid, ich halte mich zurück“, schrieb er. Doch eine Frage lag ihm noch auf der Zunge: „Wie viel Mehrarbeit/Kosten sind das denn?“. „Mehrere Stunden“, antwortete daraufhin der Kleber. Er wünschte dem Zeichner zum Schluss ein schönes Wochenende – damit nahm die Diskussion schließlich ein friedliches Ende. (nb)

Auch interessant