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Köln: Freie Sicht auf den Dom – Hängegerüst vom Nordturm abgebaut

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Ein Teil des Baugerüstes wird vor dem Kölner Dom heruntergelassen.
Der Kölner Dom verliert sein Gerüst an der Westfassade © Oliver Berg/dpa

Der Kölner Dom hat sein Baugerüst verloren, die Westfassade ist erstmals seit zehn Jahren wieder frei sichtbar. Das Gerüst wurde in drei Etappen abgebaut.

Köln – Die Westfassade des Kölner Doms hat zum ersten Mal seit zehn Jahren das Baugerüst verloren – jedoch mit Verspätung. Eigentlich sollte ab Dienstagnachmittag, 5. Oktober, die Seite des Doms bereits wieder ohne Metallkonstruktion zu sehen sein und das Stadtbild in Köln prägen. Jedoch kam das Wetter dazwischen: Am Dienstagmorgen war der Wind einfach zu stark, weshalb die geplante Abnahmen auf Donnerstag (7. Oktober) verschoben wurde.

Köln: Kölner Dom verliert Gerüst – Kran im Einsatz

Und dann war es endlich so weit: Das 30 Meter hohe Hängegerüst am Nordturm der Kathedrale wurde von einem Baukran aus 100 Metern Höhe auf den Boden gehoben. In drei Etappen wurde die Konstruktion abgenommen und mit dem Kran an den Boden gebracht – und zwar reibungslos, wie Dombaumeister Peter Füssenich erklärte. Das Spektakel wurde von unzähligen Kölnerinnen und Kölner aus sicherer Entfernung verfolgt.

Köln: Kölner Dom verliert Gerüst – Abbau in mehreren Teilen

Ein Baugerüst am Kölner Dom hängt an einem Kran und wird heruntergelassen. Viele Zuschauer gucken dabei zu.
Das Gerüst am Kölner Dom wird abgebaut. © Oliver Berg/dpa

Leicht war das Ganze nicht: Der Abbau des Gerüsts gestaltete sich äußerst schwierig. Ein Kran sollte das Gerüst bis zum Nachmittag auf den Boden holen. Schon am frühen Morgen sah man in über 100 Metern kleine Gestalten, die am Dom und am Gerüst herumwerkelten. Denn die Befestigungsbolzen mussten zunächst gelöst werden.

Am Vormittag ging es dann richtig los: Der riesige Kran nahm das erste Teil des 30 Meter hohen Hängegerüsts am Nordturm des Kölner Doms ab und brachte es auf den Boden. Das Ablassen ist dabei der heikelste Moment des Unterfangens. Lediglich eine leichte Schwankung hätte bereits dafür sorgen kann, dass das Gerüst gegen den Turm schlagen würde. Und das könnte einen enormen Schaden verursachen. Noch zweimal folgte der spannende Moment, bis die Westfassade gerüstfrei ist.

Köln: Kölner Dom verliert Gerüst – zumindest teilweise

Freie Sicht auf die Westfassade der Kathedrale in der Kölner Innenstadt gab es schon lange nicht mehr. Das erste Hängegerüst an der Domplatte wurde bereits 1996 aufgebaut, sagte der Sprecher der Dombauhütte, Matthias Deml. „Die folgenden Gerüste haben sich in ihrer Bestandszeit jeweils mit den nachfolgenden überschnitten.“ Allerdings seien diese Gerüste nicht immer so präsent gewesen wie das derzeitige Gerüst, das 2011 installiert wurde.

Doch ganz verliert der Kölner Dom das Gerüst noch nicht: „Es gibt ja noch eine ganze Reihe weiterer Gerüste. Nur die Westfassade ist vorübergehend fast gerüstfrei.“ Das nächste große Hängegerüst wird nicht vor 2023 aufgebaut.

Kölner Dom
Adresse:Domkloster 4, 50667 Köln
Architektonische Höhe:157 Meter
Baubeginn15. August 1248
Eröffnung27. September 1322
Baustil:Gotische Architektur
Funktion:Kathedrale

Köln: Darum ist der Kölner Dom eine echte Dauer-Baustelle

Die Gerüste sind für Instandsetzungsarbeiten notwendig. Etwa 100 Menschen sind ständig damit beschäftigt, alte Bausubstanz durch neue zu ersetzen und den Dom so vor dem Verfall zu bewahren. Das hat nicht nur mit seiner schieren Größe zu tun – der Dom hat die größte Grundfläche aller Kirchen in Deutschland – sondern vor allem auch damit, dass er in einzigartiger Weise komplett mit einem Gewirr von Skulpturen und Türmchen überbaut ist.

Schäden entstehen unter anderem durch Stürme. In der Vergangenheit setzte auch die Luftverschmutzung dem Dom sehr stark zu, darüber hinaus gibt es immer noch Kriegsschäden.

Kölner Dom: Gerüst-Abbau verzögerte sich wegen starkem Wind auf Donnerstag

Im Vorfeld war der Abbau des Gerüstes am Kölner Dom klar ans Wetter gebunden worden. Nun trat genau dieser Fall ein und führte zu Verschiebung des Termins. „Es gibt jetzt schon relativ starke Böen am Dom“, erklärte Domsprecher Markus Frädrich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen. Im Laufe des Tages sollten diese noch wesentlich kräftiger werden. „Da ist es besser, zu verschieben, als mittendrin abbrechen zu müssen“, sagte Frädrich. „Sicherheit geht vor.“

Da die Wetterprognosen für Donnerstagvormittag kaum Wind vorhersagten, wurde am 7. Oktober mit dem Abbau des 30 Meter hohen Hängegerüsts vom Nordturm begonnen. Dafür stand ein Kran bereit, der bis auf eine Höhe von 124 Metern ausgefahren werden kann. (jw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 8. Oktober inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Gesamtes Gerüst erfolgreich abgebaut.

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