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Kölner Restaurant schließt nach Ukraine-Krieg für immer: „Mir bricht das Herz“

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Von: Tanja Kipke

Seit Kriegsbeginn kamen kaum noch Gäste in das Sowjet-Restaurant HoteLux in Köln-Deutz. Monate später musste der Laden „schweren Herzens“ schließen.

Köln – Seit nunmehr einem Jahr herrscht Krieg in der Ukraine, am 24. Februar 2022 startete Putin seinen verheerenden Angriffskrieg. Am Rosenmontag 2022 gingen 250.000 Menschen in Köln auf die Straße, um für Frieden zu demonstrieren. 24RHEIN wirft einen Blick zurück auf den Tag, an dem der Kölner Karneval Geschichte schrieb. Auch zum traurigen Jahrestags des Kriegs, sind in der Kölner Innenstadt wieder Friedensaktionen geplant, unter anderem ein Benefizkonzert mit kölschen Top-Bands wie „Bläck Fööss“.

Wegen Ukraine-Krieg: HoteLux in Köln bekam Hassnachrichten

Kurz nach Kriegsbeginn sprach 24RHEIN mit der Inhaberin des Sowjet-Restaurants HoteLux, das mit den Auswirkungen des Kriegs zu kämpfen hatte. „Wir bekommen schlechte Nachrichten bei den Bewertungen. Das ist nicht schön“, erklärte Inhaberin Sylvia Becker damals 24RHEIN. „Die sagen so etwas wie ‚das sind die von Putin‘.“ Ein-Sterne-Bewertungen, weil es dort russische Speisen gibt.

Silvia Becker, Chefin des Hotel Lux vor zwei Gläsern mit Wodka, einem Teller mit Gürkchen sowie einer Flasche Baltika 3
Das russische Restaurant HoteLux muss einige Monate nach Kriegsbeginn schließen. (Montage/Archiv) © IPPEN.MEDIA / 24RHEIN

Sie mache sich große Sorgen, da abgesehen von den Stammgästen kaum noch Gäste in ihr Lokal kämen. Sie startete sogar eine Spendenaktion für die Ukraine und machte nach außen klar: „Wir sind für Frieden, nicht für Krieg.“ Was wurde aus dem Lokal, ein Jahr nach Kriegsbeginn?

Ukraine-Krieg: Hier kann man spenden

Nicht nur das Hotel Lux hat einen Spendenaufruf gestartet. Mehrere Vereine und Organisationen in Köln und im Kölner Umland wollen den Menschen in der Ukraine Hilfen. Ein Überblick, wie man in Köln an die Menschen aus der Ukraine spenden kann.

HoteLux schleißt seine Türen für immer

Einige Monate nach Kriegsbeginn kam die Nachricht: „Auch die schönsten Dinge müssen einmal enden, wir schließen schweren Herzens“. Auf der Facebook-Seite des russischen Restaurants gaben die Inhaber ihre Schließung bekannt. „Wir verabschieden uns nach 20 tollen Jahren vom HoteLux“.

Über die Gründe lässt sich nur spekulieren, die Inhaberin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dass es mit den fehlenden Gästen seit Kriegsbeginn zu tun hat, lässt sich vermuten. Stammgäste nimmt die Nachricht offensichtlich sehr mit, in zahlreichen Kommentaren bedanken sich die Gäste bei den Inhabern und drücken ihre Anteilnahme aus.

Kunde bezeichnet Restaurant-Schließung als „Kollateralschaden von Putins Krieg“

„Ach wie schade“, „sehr, sehr traurig“ und „ihr werdet fehlen“ ist mehrmals unter dem Abschieds-Beitrag zu lesen. Einen der Gäste nimmt es besonders mit: „Mir bricht das Herz. Was haben wir schöne Stunden bei Euch verbracht. Ich habe das Essen und die Wodkas geliebt! Dann bleibt mir, alles Liebe und Gute für die Zeit danach zu wünschen!“ Ein anderer gibt dem Krieg die Schuld an der Schließung. Er findet es jammerschade, „dass das Lux quasi zum Kollateralschaden von Putins imperialistischen Angriffskrieg wurde.“

Ein letztes Mal stießen die Betreiber in Hotelux mit ihren Gästen an, nun steht der Laden schon seit einigen Monaten leer. Was mit den Räumen am von Sandt Platz in Köln-Deutz passiert, ist noch nicht bekannt. (tkip) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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