1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

Lanxess Arena: Nur 750 Zuschauer wegen Corona erlaubt ‒ Arena-Chef mit harten Worten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Mick Oberbusch

Stefan Löcher, Chef der Lanxess Arena Köln, steht auf einer Bühne und spricht in ein Mikrofon.
Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher warnt vor den Auswirkungen der aktuellen Corona-Schutzverordnung auf die Eventbranche. © Eduard Bopp/Imago

Aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung darf die Lanxess Arena in Köln nur 750 Gäste zu Großveranstaltungen hereinlassen. Das ärgert Arena-Chef Stefan Löcher.

Köln ‒ Zehntausende Zuschauerinnen und Zuschauer, die in einer ausverkauften Lanxess Arena den größten Popstars der Welt, den spektakulärsten Shows oder auch den Kölner Haien zujubeln ‒ es sind Bilder, die man seit Pandemiebeginn in der besucherstärksten Multifunktions-Arena der Welt vermisst. Und auch die aktuelle Corona-Schutzverordnung macht nicht wirklich Hoffnung, dass sich diese Situation bald ändert ‒ demnach sind bei Großveranstaltungen, unter anderem in NRW, weiterhin nur 750 Personen erlaubt. Das trifft die Lanxess Arena nachhaltig, wie Geschäftsführer Stefan Löcher bereits im Dezember im Interview mit 24RHEIN erklärte.

Lanxess Arena in Köln
Adresse:Willy-Brandt-Platz 3, 50679 Köln (Deutz)

Lanxess Arena Köln: Geschäftsführer Löcher vermisst „sinnvolle Lockerungen und Anpassungen“

„Es ist mal wieder enttäuschend, dass nur über ein Beibehalten des Kurses gesprochen wird und nicht über sinnvolle Lockerungen und Anpassungen“, erklärt der Chef des Veranstaltungs-Tempels in Köln-Deutz nun und formuliert eine Forderung. „Auch wenn uns jetzt schon klar sein muss, dass die Inzidenz an sich, die aber kein relevanter Wert für die aktuelle Lage ist, weiter steigen wird, sage ich: Spätestens im März sollte ein Status wie im Herbst letzten Jahres wieder hergestellt werden, bei dem in 2G (+) wieder individuelle Genehmigungen für höhere Kapazitäten und Stehplätze bei Konzerten ausgestellt werden können und diese somit möglich machen.“

Lanxess Arena in Köln darf nur noch 750 Zuschauer zu Konzerten, Shows und Events zulassen

Gründe dafür gebe es reichlich. Zum einen würde trotz „Rekord-Inzidenz“ durch die Omikron-Variante die Intensivquote nicht steigen, die Hospitalisierung stagnieren. Im Klartext: Wer sich mit der Omikron-Variante infiziert, landet nur selten im Krankenhaus. Zudem sei die Impfquote mittlerweile sehr hoch, vor allem in den vulnerablen Gruppen. „Dennoch werden immer noch jene Dinge eingeschränkt, an die man als Politik am leichtesten drankommt und damit Symbolpolitik betrieben. Dabei vergisst man aber komplett die Verhältnismäßigkeit. Das ist nicht nachvollziehbar“, so Löcher. Die Zahlen geben ihm Recht: Seit März 2020 waren trotz Pandemie rund eine halbe Million Menschen in der Lanxess Arena ‒ ohne einen einzigen, bestätigten Corona-Fall.

Lanxess Arena Köln: Stefan Löcher über Schutzverordung ‒ „Kapazitätsgrenzen nicht an Realität angepasst“

Die Arena selbst tue alles, um in der aktuellen Situation einen sicheren Ablauf eventueller Großveranstaltungen zu gewährleisten. Durch eine Abluft-Anlage wird die verbrauchte Luft permanent durch Frischluft ersetzt, auch die infrastrukturellen Gegebenheiten in der 20.000-Plätze-Arena stimmen. „Die Kapazitätsgrenzen sind nicht an die Realität angepasst und müssten wenigstens prozentual berechnet werden. Gerade mit den sicheren 2G und 2G+ Konzepten hat man gesehen, wie auch Zusammenkünfte im sicheren Rahmen funktionieren können und das gut organisierte Veranstaltungen eben nicht zu Infektions-Hotspots werden.“ In jedem öffentlichen Verkehrsmittel sei weniger Abstand gewahrt als in jedem Arena-Anstehbereich.

Die Lanxess Arena in Köln

Die Lanxess Arena Köln wurde 1998 als „KölnArena“ im rechtsrheinischen Köln Deutz eröffnet. Die Halle bietet bis zu 20.000 Zuschauern Platz und liegt direkt am Bahnhof Köln/Messe-Deutz. Viele Jahre hintereinander belegte sie im sogenannten Pollstar-Ranking, dass die Besucherzahlen der größten Multifunktionsarenen der Welt auswertet, auf Rang Eins. Regelmäßig sind internationale Stars im Veranstaltungstempel zu Gast, die Kölner Haie tragen hier ihre Eishockey-Heimspiele aus.

Termine für Tour-Geschäft in der Lanxess Arena in Köln-Deutz aufgrund von Corona-Pandemie unplanbar

Dass es demzufolge aktuell wieder Verlegungen und Absagen von nationalen wie internationalen Künstlern für ihre Arena-Shows hagelt, macht ein Tour-Geschäft unplanbar ‒ auch welche Lanxess Arena-Events stattfinden können, steht aktuell wohl eher noch in den Sternen. Das könnte laut Löcher verheerende Folgen haben. „Folgen wir nicht dem Weg der Nationen um uns herum und ermöglichen ein sicheres Veranstaltungsgeschäft, wird ein großer Teil des Tournee-Geschäftes zukünftig an NRW/Deutschland vorbei gehen.“ Existenzen und Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel, ganz zu schweigen von den massiven psychischen Kollateralschäden.

Lanxess Arena in Köln: Nur 750 Zuschauern erlaubt ‒ „Lernen, mit dem Virus zu leben“

„Wir sollten nach zwei Jahren endlich lernen, zukünftig, mit dem voraussichtlich bei uns bleibenden Virus zu leben und nicht das Aussterben ganzer Wirtschaftszweige in Kauf zu nehmen. Eine bessere Lage um das zu tun wird es wohl nicht mehr geben“, formuliert Löcher einen letzten Appell. In der Hoffnung, dass nicht erst beispielsweise zur EuroBasket 2022 im September, sondern schon ganz bald wieder mehr Zuschauerinnen und Zuschauer Veranstaltungen in Deutz besuchen können. Es müssen ja nicht gleich Zehntausende sein. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant