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Lanxess Arena: Boss kritisiert Corona-Politik – „Menschen brauchen wieder Musik und Entertainment“

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Von: Mick Oberbusch

Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess Arena, sitzt auf einem Stuhl und blickt leicht nach oben
Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess Arena, kritisiert die Corona-Politik im Hinblick auf Veranstaltungen. © Eduard Bopp/Imago

Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess Arena in Deutz, hat erneut die Corona-Politik kritisiert. Anstoß gab die beschlossene Regelung zum Kölner Karneval.

Köln – Karnevalistinnen und Karnevalisten in Köln können aufatmen: Im Kölner Karneval darf, wenn auch unter strengen Regulierungen, auf den Straßen und in den Kneipen Karneval gefeiert werden. Und was bedeuten diese Lockerungen für die Lanxess Arena? Quasi nichts, sie schaut bei all den Lockerungen im unmittelbaren Veranstaltungs-Umfeld weiter in die Röhre. Aktuell dürfen den Veranstaltungstempel in Köln-Deutz pro Event lediglich 4000 Menschen besuchen, was nicht einmal ein Viertel der Auslastung bedeutet. Darüber ärgerte sich Geschäftsführer Stefan Löcher bereits vor Kurzem ordentlich. Und da die Location in Deutz beim Thema Lockerungen weiter außen vor ist, ist der Ärger beim Arena-Boss weiter groß.

Lanxess Arena
AdresseWilly-Brandt-Platz 3, 50679 Köln
Telefon0221 8021
Plätze18.000
Architektonische Höhe76 Meter
Eröffnet5. Oktober 1998
InhaberImmobilienfonds Köln-Deutz Arena, Mantelbebauung GbR
ArchitektPeter Böhm
Baukosten153 Millionen Euro
StadtteilKöln-Deutz
GeschäftsführerStefan Löcher (seit 2010)

Lanxess Arena Köln: Geschäftsführer Stefan Löcher sauer wegen Corona-Politik – „nicht nachvollziehbar“

Eine baldige Öffnung bzw. Erhöhung der Kapazitäten, wie sie nun abermals der 1. FC Köln mit der Forderung nach einem halbvollen Stadion anstrebt, sieht er deshalb als unumgänglich. „Die aktuelle Corona-Politik halten wir für nicht abschließend nachvollziehbar und verhältnismäßig. Wir gehen davon aus, dass die symbolpolitischen Maßnahmen nun deutlich nachlassen und spätestens ab dem ersten März deutlich geöffnet wird, sprich zum Beispiel 75% der möglichen Maximalkapazität sollten erlaubt sein.“ Im Falle der Arena sind es aktuell nicht einmal 25%. Besonders der Blick über die Landesgrenzen heraus schmerzt ihn. „Es lässt einen verzweifeln, wenn man sieht wie unsere Nachbarländer es schaffen, sinnvoll zu öffnen. Dies wird uns wirtschaftlich und kulturell hart treffen und wenn wir nicht ganz schnell Gegenlenken, wird das kulturelle Leben in unserem Land sich verändern.“

Gleich eine Reihe international renommierter Künstlerinnen und Künstler hatten Tourstopps in der Lanxess Arena in den vergangenen Wochen und Monaten abgesagt, im Vergleich zur ursprünglichen Planung können nur wenige Veranstaltungen in der Arena stattfinden. „Menschen brauchen wieder Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und für ihre Emotionen Musik und Entertainment. Deutschland sollte schnell aufschließen, damit internationale Künstler dieses im Rahmen ihrer Tour-Planung berücksichtigen können. Ich würde mir auch für die Generation der Kinder und Jugendlichen, die unter Corona sehr sehr stark leiden, endlich etwas mehr Freiheit für ihre Entwicklung wünschen“, so Löcher weiter.

Die Lanxess Arena in Köln Deutz: Top-Adresse für Sport, Events und Konzerte

Die Lanxess Arena Köln wurde 1998 als „KölnArena“ im rechtsrheinischen Köln Deutz eröffnet. Die Halle bietet bis zu 20.000 Zuschauern Platz und liegt direkt am Bahnhof Köln/Messe-Deutz. Viele Jahre hintereinander belegte sie im sogenannten Pollstar-Ranking, dass die Besucherzahlen der größten Multifunktionsarenen der Welt auswertet, auf Rang Eins. Regelmäßig sind internationale Stars im Veranstaltungstempel zu Gast, die Kölner Haie tragen hier ihre Eishockey-Heimspiele aus.

Kölner Karneval macht größere Veranstaltungen möglich – Lanxess Arena kritisiert „Symbolpolitik“

Anstoß für die erneuten Äußerungen des Arena-Chefs waren die Enwicklungen im Kölner Karneval gewesen. Kürzlich wurde bekannt, dass ganz Köln für die jecken Tage zur Brauchtumszone wird und dort größere Veranstaltungen und Menschenansammlungen unter Auflagen (u.a. 2G+) möglich sind. Auch in kleinen Locations sowie Gastronomiebetrieben sind, 750 Menschen erlaubt – während dies für viele Kneipen und Co. im Kölner Karneval (wer geöffnet hat) allerdings locker ausreicht, um den Laden zu füllen, lohne sich im Falle der Arena die Öffnung mit für eine derartig reduzierte Menschenmenge nicht.

Die Suche nach Argumenten, wieso in einer 100 Personen fassenden Bar ebenjene 100 Personen eng an eng feiern dürfen und zeitgleich ein großer lokaler Wirtschaftsfaktor wie die Arena lediglich dabei zuschauen dürfe, bliebe weiter erfolglos. Das empfindet man in Deutz als Ungleichbehandlung – und hofft, dass die (O-Ton) „Symbolpolitik“ der Entscheidungsträger bald ein Ende hat. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wird laufend aktualisiert.

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