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Wie sich der Kölner Neumarkt verändern soll – und warum es auch Kritik gibt

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Von: Mick Oberbusch

Unter anderem durch einen Brunnen will die Stadt Köln den Neumarkt aufwerten. An dem Vorhaben gibt es aber auch Kritik – weil vieles noch unkonkret ist.

Köln – Trotz dessen, dass er mitten in der Innenstadt liegt, mit direkter Anbindung an den ÖPNV und die großen Einkaufsstraßen in Köln, ist der Neumarkt für viele Kölnerinnen und Kölner ein Platz geworden, den man vor allem abends nicht besonders gerne betritt. Die Gründe dafür sind in der Stadt weitreichend bekannt, immer wieder kommt es auf dem einst so belebten Platz zu Drogenkonsum, Übergriffen und Straftaten. Weshalb es nun Bestrebungen gibt, den Neumarkt in der Zukunft aufzuwerten – und so wieder lebens- und besuchenswerter zu machen.

Neumarkt in Köln
StadtteilAltstadt-Süd (Stadtbezirk Innenstadt)
Größe27.216 m²
besteht seit1076 (in diesem Jahr als Platz festgelegt)

Köln: Stadt will Neumarkt aufwerten – „erste Ideen und mögliche Lösungsvorschläge diskutiert“

Neumarkt mit Brunnen
Der Neumarkt verfügte schonmal über einen Brunnen – ab 2023 kehrt dieser an gleicher Stelle zurück (Archivbild). © Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt

So hat die Verwaltung nun ein Konzept entwickelt, das Ideen und Vorschläge bündelt und hat dies am 17. November Politik, Polizei, Bürgerinitiativen, Interessengemeinschaften und Verbänden präsentiert. „Dabei wurden erste Ideen und mögliche Lösungsvorschläge für die Probleme an Neumarkt diskutiert“, führt Stadt-Sprecher Robert Baumanns im Gespräch mit 24RHEIN aus. „Und in diesem Rahmen sind natürlich auch zusätzliche Ideen entstanden, die nun geprüft werden.“ Ein „Facelift“ täte dem Platz, auf dem über das Jahr verteilt sowohl Zirkus-Veranstaltungen, als auch ein Weihnachtsmarkt und vieles mehr stattfindet, tatsächlich gut – da dürften sich alle Kölnerinnen und Kölner einig sein.

Neumarkt in Köln bekommt Veränderung – Brunnen für den Platz bereits beschlossen

Doch wie sehen diese nun zu prüfenden Ideen aus? Was bereits bekannt ist: Der Neumarkt wird, wie bereits bis zum Jahr 1977, wieder durch einen Brunnen bereichert. Dies wurde bereits Anfang des Jahres beschlossen und soll im kommenden umgesetzt werden, bestätigt Baumanns. „Er wird sich dann, wie früher, auf der Seite Richtung Foto Gregor befinden.“ Weitere Ideen und Vorschläge, die gesammelt und als „gemeinsame Handlungsfelder“ definiert wurden:

Auch Henriette Reker, bei dem Treffen der beteiligten Parteien ebenso anwesend wie Stadtdirektorin Andrea Blome, sieht die Notwendigkeit der Verbesserungen an einem so zentralen Platz im Stadtbild. „Die Situation am Neumarkt stellt viele Bürgerinnen und Bürger zurecht nicht zufrieden. Das kann so nicht bleiben und das wird so nicht bleiben. Der Umbau des Neumarkts beginnt 2023. Wir werden die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Menschen den Neumarkt wieder gerne nutzen und sich dort wohlfühlen“, so die Oberbürgermeisterin. Aktuell dient er vor allem als Umsteigepunkt für KVB-Kundinnen und -Kunden; die KVB-Linie 1 und KVB-Linie 9 fahren beispielsweise oberirdisch ab.

Köln: Viele Maßnahmen noch nicht beschlossen – Kritik von der Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt

Bei aller Begeisterung gilt aber auch: Bis auf den Brunnen ist noch keine der erwähnten Maßnahmen beschlossen, bis dies geschieht, könnte noch einige Zeit ins Land ziehen. Das befürchtet auch Walter Schuch von der Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt, ebenfalls an dem Dialog beteiligt. „Da kamen dann von Mitgliedern der Initiative und Anwohnerinnen sowie Anwohnern auch kritische Fragen auf, ob die Anordnung so sinnvoll wäre, und man die Besucherinnen und Besucher des Neumarkts der Drogenszene aussetzen möchte“, sagt er im Gespräch mit 24RHEIN.

Platz am Kölner Neumarkt, auf dem früher ein Brunnen stand.
Bis 1977 sprudelte am Neumarkt in Köln ein Brunnen. An der gleichen Stelle soll nun erneut ein Brunnen errichtet werden. © Stadt Köln

Neumarkt soll aufgewertet werden – doch was passiert mit den Drogenabhängigen dort?

Generell habe es von der Stadt aus seiner Sicht keine zufriedenstellende Antwort auf die häufig formulierte Frage gegeben, wie man denn gedenke, mit den dort lebenden Abhängigen umzugehen. Ob es allein mit verlängerten Öffnungszeiten eines Drogenkonsumraumes, den Schuch grundsätzlich klar befürwortet, getan ist, daran zweifelt das Mitglied der Interessengesellschaft. „Die Stadt hat den Platz bereits seit Jahrzehnten verkommen lassen“, sagt er. Fest steht neben dem Brunnen also nur eines: Dass der Neumarkt wohl auch künftig weiter Gesprächsthema bleiben wird. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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