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Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Alle Infos zum größten KVB-Projekt in der Domstadt

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Von: Martin Henning

Ein Zug fährt am 09.01.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen) durch den neuen Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Rathaus.
Der neue Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Rathaus ist Teil der Nord-Süd-Bahn. © Henning Kaiser/dpa

Mit der Nord-Süd-Stadtbahn in Köln planen die KVB nach eigenen Angaben „eines der größten städtebaulichen Projekte Deutschlands“. 24RHEIN hat alle wichtigen Infos.

Köln – Es ist nicht nur ein Mega-Projekt für die Stadt Köln. Laut den KVB gehört es sogar zu den „größten städtebaulichen Projekten Deutschlands“: die Nord-Süd-Stadtbahn. Unter der Kölner Altstadt wird das Streckennetz der Stadtbahn mit einem Tunnel verlängert. Dadurch sollen die Kölnerinnen und Kölner aus den südlichen Stadtteilen noch schneller in die Innenstadt und zum Kölner Hauptbahnhof kommen.

Neben der bequemeren Anbindung hat der Bau noch einen weiteren, großen Grund: den Autoverkehr in der Kölner Südstadt zu verringern. Denn dort sind 63,5 Prozent aller Bewohner mit dem Auto unterwegs, nur 29,5 Prozent nutzen laut KVB die öffentlichen Verkehrsmittel. Zum Vergleich: In allen anderen Stadtteilen fahren nur 47,5 Prozent mit dem Auto, 45,5 Prozent sind mit Bus und Bahn unterwegs.

Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Der Streckenverlauf von der Innenstadt aus

Durch den Bau der Nord-Süd-Bahn wird das Streckennetz der KVB-Linie 5 verlängert. Außerdem fährt die KVB-Linie 17 über die neu gebauten Haltestellen Severinstraße, Kartäuserhof, Chlodwigplatz und Bonner Wall.

Nord-Süd-Bahn Köln: Die Baustufen

Die Nord-Süd-Stadtbahn in Köln hat eine lange Historie. Schon in den Siebzigerjahren gibt es die ersten Überlegungen, eine Stadtbahn-Verbindung von der nördlichen in die südliche Innenstadt zu schaffen. Am 1.1.2004, also erst 40 Jahre später, ist Baubeginn des Projekts. Es ist in drei Baustufen aufgeteilt:

Aktueller Stand: Bauarbeiten auf Bonner Straße ab 10. Januar 2022 – Einschränkung für Verkehrsteilnehmer

Ab dem 10. Januar 2022 finden auf der Bonner Straße weitere Baumaßnahmen statt, die in zwei Bauabschnitte unterteilt sind. „Bauabschnitt 1 umfasst den Knotenpunkt Bonner Straße/Schönhauser Straße/Marktstraße und Brühler Straße. Parallel dazu wird der Bauabschnitt 2 im Bereich der Bonner Straße 235 – 357 eingerichtet und vorbereitet“, so die Stadt. In dieser Phase werden unter anderem Kanalschachtanpassungen durchgeführt oder Hausanschlussleitungen saniert. Durch die Bauphase ergeben sich Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer. Umleitungen werden sowohl für Autofahrer, Motorradfahrer und Mopeds sowie für Radfahrer eingerichtet.

Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Der Gleiswechsel am Waidmarkt

Um besser auf Störungen im Betriebsablauf reagieren zu können, entsteht am Waidmarkt ein sogenannter Gleiswechsel. Mithilfe spezieller Weichenanlagen können die Stadtbahnen bei Bedarf von einer Tunnelröhre in die andere wechseln. So sollen Verspätungen und Ausfälle minimiert werden. Das Konstrukt liegt etwa in der Mitte der Gesamtstrecke.

Zahlen und Fakten zur Nord-Süd-Bahn Köln

Baubeginn:1.1.2004
Stationen:12
Kosten:1,1 Milliarden Euro (ohne Schadenersatzzahlungen)
Voraussichtliche Fertigstellung:Frühestens 2028

Nord-Süd-Bahn Köln: Die Fertigstellung

Ursprünglich sollte die Nord-Süd Stadtbahn schon 2010 oder 2011 fertig sein. Doch die Bauarbeiten wurden von Katastrophen und Zwischenfällen begleitet. Im September 2004 sorgten U-Bahn-Arbeiten am Fundament dafür, dass sich der Turm der Kirche St. Johann Baptist im Severinsviertel zur Seite neigte. Bis zur erneuten Begradigung stand er als „Schiefer Turm von Köln“ in den Schlagzeilen.

Im August 2007 senkte sich der Rathausturm des Historischen Rathauses um sieben Millimeter. In der Folge musste der Turmkeller aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Im März 2009 entstanden Schäden an einem Rundbogen und der Gewölbedecke der romanischen Kirche St. Maria im Kapitol.

Luftbild von der Baustelle des Historischen Kölner Stadtarchivs im Jahr 2019.
Blick auf die Baustelle des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2019. © Hans Blossey/Imago

Nord-Süd-Bahn Köln: Pannen und Unfälle

Für deutschlandweite Schlagzeilen sorgte der Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März 2009, der durch einen Wassereinbruch infolge von Baufehlern bei der Nord-Süd-Bahn verursacht wurde. Zwei Menschen starben bei dem Unglück.

Darüber hinaus kam es auch zu kleineren Zwischenfällen wegen des Baus. So wurde 2007 eine Gasleitung am Kurt-Hackenberg-Platz durch einen Bagger beschädigt. In weiten Teilen der Innenstadt musste daraufhin vier Stunden lang der Strom abgeschaltet werden.

Heute gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die Nord-Süd-Bahn frühestens 2028 fertig ist. Aufgrund der enormen Projektgröße wird es in den kommenden Jahren an vielen Stellen zu Sperrungen und Umleitungen kommen.

Nord-Süd Stadtbahn: Die Kosten

2008 bezifferten die KVB die Gesamtkosten auf 1,1 Milliarden Euro. Darin enthalten sind aber nicht mögliche Schadenersatzzahlungen durch den Einsturz des Stadtarchivs. Die Kosten dürften also deutlich höher liegen. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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