Test von Strategien

Öffnen trotz Corona: Rätseln um NRW-Modellregionen – SPD fordert landesweites Konzept

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Von den geplanten Öffnungen in Modellregionen in NRW könnte auch die Gastronomie profitieren (Symbolbild).
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NRW möchte in Modellregionen testen, wie Öffnungen trotz Corona möglich sind. Mehrere Städte und Kreisen buhlen um diese Möglichkeit. Laut Gesundheitsminister ist noch nichts entschieden.

Update vom 26. März, 13:59 Uhr: Die SPD im Düsseldorfer Landtag lehnt die Pläne der Landesregierung ab, in Modellkommunen Öffnungskonzepte zu erproben und plädiert stattdessen für einen landesweiten „Test-Roll-out“. Eine flächendeckende Test-Infrastruktur sei der beste Weg aus dem Lockdown, erklärte Fraktionschef Thomas Kutschaty am Freitag in Düsseldorf laut einer Mitteilung. „Dass die Landesregierung diesen Weg aber nur für ausgewählte Modellkommunen gehen will, ist für uns nicht nachvollziehbar.“ (bs/dpa/lnw)

Öffnen trotz Corona: Laut NRW-Gesundheitsminister Laumann noch nichts entschieden

Update vom 26. März, 12:36 Uhr: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat am Freitag einen Medienbericht dementiert, wonach das Land bereits Modellregionen für Corona-Lockerungen ausgewählt hat. Das sei „Quatsch“, sagte Laumann am Freitag. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, dass das Land NRW in Aachen, dem Kreis Warendorf, Winterberg und Köln Lockerungen nach Ostern testen wolle.

Allerdings hat sich eine Reihe von Städten und Kreisen beim Land NRW offiziell als Modellregion für das Testen von digitalen Lösungen, die trotz Corona-Pandemie eine Öffnung von Gastronomie, Kultur- oder Sportveranstaltungen ermöglichen, beworben. Darunter auch der Kreis Heinsberg, der zu Beginn der Pandemie ein Corona-Hotspot gewesen ist. Die Stadt Köln gab sich ebenfalls zuversichtlich, dazuzugehören.

NRW: Modellprojekte für Öffnungen trotz Corona geplant – ist Köln dabei?

Update vom 26. März, 09:08 Uhr: Geplant ist es, dass Menschen mit einem elektronischen Nachweis eines negativen Corona-Tests Zugang zum Einzelhandel oder der Gastronomie haben könnte. Heißt es also schon bald wieder einen Kaffee in der Sonne genießen oder ein kühles Kölsch in der Kneipen trinken? Möglich könnte das durch die elektronische Erfassung von Kontaktdaten werden. Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers soll Köln beim Modellversuch des Landes NRW „eine zentrale Rolle spielen“.

Update vom 25. März, 20:05 Uhr: Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers soll der 6. April der Start für das Modellprojekt sein, in dem mögliche Öffnungskonzepte erprobt werden. Zu den ausgewählten Städten sollen laut Bericht Aachen, der Kreis Warendorf, Winterberg und Köln gehören.

NRW: Modellregionen für Öffnungen trotz Corona geplant – ist Köln dabei?

Erstmeldung vom 24. März 2021

Köln – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bekräftigte bei einer Landtagssitzung am Mittwoch in Düsseldorf Pläne, in Modellregionen in NRW zu testen, wie Öffnungen trotz der Corona-Pandemie mit digitalen Lösungen etwa für die Kontaktnachverfolgung möglich sind.

Bei der Sitzung präsentierte Laschet die Ergebnisse des Bund-Länder-Gipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und sprach über den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie angesichts stark steigender Neuinfektionen und Inzidenzen.

NRW will raus aus Lockdown-Kreislauf: Modellprojekte sollen digitale Lösungen testen

„Warum solle man nicht jemandem mit negativem Testergebnis ermöglichen, ins Kino oder ins Restaurant zu gehen? Warum nicht einmal unter sicheren Bedingungen probieren: Kriegen wir das hin?“, fragte der Ministerpräsident in seiner Rede.

Um den Kreislauf von Lockerungen und Lockdown zu durchbrechen, will die NRW-Landesregierung unmittelbar nach Ostern Konzepte aus lückenlos negativen Testergebnissen und IT-gestützten Methoden zur Kontaktverfolgung umsetzen. Wie gut oder ob das funktioniert, soll in fünf bis sechs Modellprojekten in NRW getestet werden.

Aktuell sind negative Coronatests aufgrund der hohen Inzidenzen in NRW etwa für einen Friseurbesuch Pflicht. Allerdings gibt es hier keine Koppelung an eine bestimmte App oder einen festgelegten Dienst. Allerdings könnte diese Regelung demnächst obsolet werden. NRW will aufgrund der steigenden Neuinfektionen die Notbremse ziehen. Das könnte auch bedeuten, dass Friseure und Einzelhändler wieder schließen müssen. Eine abschließende Entscheidung steht noch aus.

Mit negativem Coronatest ins Restaurant: Wird Köln Modellregion für digitales Corona-Management?

Welche Kommunen zur Modellprojekten werden, konnte Laschet in der Landtagssitzung am Mittwoch noch nicht beantworten. Es sollen aber verschiedene Orte in Westfalen und im Rheinland sein, darunter große, mittlere und kleine Städte und Landkreise. Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte mit dem Verweis auf Informationen aus FDP-Kreisen berichtet, dass Aachen, Warendorf und Winterberg zu den Modellkommunen gehören sollen. Und was ist mit Köln?

Wie die Stadt Köln auf 24RHEIN-Nachfrage informiert, stehe die Stadt zum Thema digitale Lösungen seit einigen Wochen in engem Austausch mit Andreas Pinkwart (FDP), Minister für Wirtschaft und Digitalisierung in NRW, und seinem Ministerium. „Wir gehen daher davon aus, dass wir als größte Stadt in NRW mit dem bundesweit größten Gesundheitsamt auf jeden Fall dabei sind“, so der Sprecher der Stadt Köln weiter. Auch außerhalb von NRW wollen Städte Modellregion werden – so auch Fulda*, wie die Fuldaer Zeitung* berichtet.

Öffnungen trotz Corona?: Köln arbeitet an digitalem Gesundheitsstatus

Aktuell arbeitet die Stadt Köln an einem digitalen Corona-Gesundheitsstatus, der ein tragendes Element für Öffnungen trotz der Corona-Pandemie werden soll. Im April möchte die Stadt das Projekt starten. Das Ergebnis eines Coronatests wird dabei unmittelbar von der Teststelle digital erzeugt und als QR-Code an die getesteten Personen ausgegeben und kann dann von Veranstaltern, Gastronomen und Einzelhändlern vor Ort kontrolliert werden. *Fuldaer Zeitung ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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