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Ost-West-Achse in Köln: Warum sich die Innenstadt komplett verändern könnte

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Von: Johanna Werning

Die Ost-West-Achse könnte die Innenstadt von Köln komplett verändern. Aktuell werden mögliche Konzepte für die Straßen und Plätze erarbeitet.

Köln – Es ist das wohl eines der teuersten und aufwendigsten Großprojekt in Köln: die Ost-West-Achse. Rund eine Milliarde Euro soll es kosten – und sich dabei auf die gesamte Stadt auswirken. Auch die Kölner Innenstadt wird im Rahmen des Großprojekts komplett neu gestaltet. Wie groß die Auswirkungen der Ost-West-Achse auf Köln tatsächlich sind, zeigt sich in der aktuellen Sitzung des politischen Begleitgremiums zum Projekt.

Ost-West-Achse: Das Großprojekt im Überblick

► Als Ost-West-Achse wird das Verkehrsgebiet zwischen der Deutzer Brücke, der Kölner Innenstadt und dem Melaten-Friedhof bezeichnet.

► Eine zentrale Rolle bei der Umgestaltung der Ost-West-Achse spielt die KVB. Sie sollen ihre Kapazitäten um 50 Prozent erhöhen können. Denn ansonsten droht eine Überlastung.

► Deswegen soll das Bahnnetz ausgebaut werden. Noch ist unklar, ob dieser Ausbau oberirdisch oder unterirdisch stattfinden soll. Fünf Alternativen stehen in der engeren Auswahl.

► Bereits seit Jahren laufen die Diskussionen und Vorbereitungen für das Großprojekt. Finale Entscheidungen gibt es allerdings noch nicht. Und das könnte auch noch dauern. Frühstens Mitte 2023 sollen erste Entscheidungen getroffen werden. Ab Mai 2027 soll mit dem Bau begonnen werden. Im Frühjahr 2030 soll das Projekt fertig sein.

Ost-West-Achse in Köln: Noch viele Fragen offen – verschiedene Varianten im Gespräch

Eine Straßenbahn der KVB fährt auf der Cäcilienstraße in Köln.
Das Großprojekt „Ost-West-Achse“ hat große Auswirkungen auf die Innenstadt von Köln (Symbolbild) © Christoph Seelbach/Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Im Fokus dabei: Wie könnte sich die Kölner Innenstadt verändern, wenn die Ost-West-Achse in diesem Bereich oberirdisch umgesetzt wird? Ganz klar ist nämlich noch nicht, ob das Großprojekt zwischen Deutzer Brücke und Aachener Weiher oberirdisch oder unterirdisch umgesetzt werden soll. Zusätzlich gibt es zu jeder Lösung verschiedene Varianten. „Zurzeit wird die oberirdische Alternative von der Stadtverwaltung parallel und gleichberechtigt zu einer Tunnellösung geplant“, erklärt die Stadt. Welche Lösung es später wird, soll erst Mitte 2023 entschieden werden.

Klar ist allerdings: Die Auswirkungen auf die Kölner Innenstadt sind riesig – und betreffen nicht nur die vier KVB-Haltestellen „Moltkestraße“, „Rudolfplatz“, „Neumarkt“ und „Heumarkt“ in dem Bereich. „Die vier Haltestellen sind nur ein Teil der Planung. Wir erarbeiten für jeden der acht Abschnitte Konzepte, wie die Verkehrswege für alle Verkehrsteilnehmenden gestaltet werden“, erklärt Projektleiterin Hildegard Heide.

Ost-West-Achse in Köln: Die Bereiche in der Kölner Innenstadt

Ost-West-Achse in Köln: Entwürfe sind noch streng geheim

„Pro Abschnitt erstellen wir verschiedene Varianten zum Beispiel für die Lage der Haltestellen, die wir mithilfe eines umfangreichen Kriterienkatalogs bewerten“, sagt Heide weiter. „So bestimmen wir jeweils eine Vorzugsvariante. Der Katalog betrachtet beispielsweise die verkehrlichen Bedingungen, die Verkehrssicherheit, städtebauliche Aspekte und die Auswirkungen auf die Umwelt.“

Dem politischen Begeleitgremium wurden die ersten Pläne nun vorgestellt. Dabei ging es vor allem um einen möglichen oberirdischen Verlauf. Die Entwürfe zeigen dabei, wie die Stadtbahnlinien KVB-Linie1, KVB-Linie 7 und KVB-Linie 9 zukünftig durch die Innenstadt fahren, die Haltestellen angeordnet und die übrigen Verkehrsflächen gestaltet sein könnten. Offiziell veröffentlicht werden die Entwürfe und Pläne allerdings noch nicht. Aktuell sind die Konzepte noch streng geheim. Das soll sich erst Mitte 2023 ändern, wenn die Entscheidung gefallen ist, wie genau die Ost-West-Achse umgesetzt wird. Also ob es die oberirdische oder die unterirdische Lösung geben wird.

Ost-West-Achse in Köln: Große Auswirkungen auf Kölner Innenstadt

So oder so: Aufgrund des Großprojekts wird sich in Köln einiges tun. Das zeigt auch am Beispiel des Neumarkts. Sollte man sich für eine unterirdische Lösung entscheiden, könnte der Platz komplett neu gestaltet werden. Sowohl für Fußgänger und Radfahrer als auch für den Verkehr, der sich nur zu oft an dem Knotenpunkt tümmelt.

Und auch bei einer oberirdischen Lösung dürfte der Neumarkt ein neues Gesicht bekommen. Immerhin werden die einzelnen KVB-Bahnsteige verlängert. Denn die Züge sollen künftig statt 60 Metern 90 Meter lang sein. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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