1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Innenstadt

Warum ein Platz in der Kölner Innenstadt regelmäßig bewacht und abgesperrt wird

Erstellt:

Von: Constanze Julita

An manchen Tagen wird der Heinrich-Böll-Platz von Security bewacht. Diese sorgen dafür, dass während Konzerten, Aufnahmen oder Proben der Platz leer bleibt. Warnschilder sorgen für einen zusätzliche Hinweis für Passanten.
Das Wachpersonal auf dem Heinrich-Böll-Platz in Köln sorgt dafür, dass während Konzerten der Platz freigeräumt bleibt (Archivbild). © Federico Gambarini/picture alliance/dpa

Regelmäßig muss der Heinrich-Böll-Platz in Köln abgesperrt werden. Fußgänger dürfen dann nicht mehr über den Platz laufen. Der Grund ist kurios.

Köln – Der Heinrich-Böll-Platz in der Kölner Innenstadt oberhalb der Kölner Philharmonie ist nicht nur für viele Besucher ein beliebter Anlaufpunkt. Auch Kölner queren den Platz auf dem vom Rheinufer zum Kölner Dom. Viele Menschen sind hier täglich unterwegs. Doch das geht nicht immer. Denn an einigen Tagen ist der Platz abgesperrt. Ordner sorgen dann dafür, dass niemand mehr über den Platz läuft. Statt einmal quer darüber heißt es dann: einmal am Platzrand herumgehen. Besonders an Sommertagen, an denen viele Besucher in der Stadt sind, kann das schon mal zu Stau führen. Doch warum wird der Platz immer wieder von Ordnern bewacht?

Fußgänger stören beim Überqueren des Platzes Akustik der Kölner Philharmonie

Vor dem Heinrich-Böll-Platz in Köln untersagt ein Schild das Betreten des Platzes oberhalb der Kölner Philharmonie. Grund dafür sind die Tritt- und Rollgeräusche, die die Konzerte und Proben der Philharmonie stören.
Regelmäßig wird der Heinrich-Böll-Platz in Köln mit Hinweisschildern und Wachpersonal abgesperrt (Archivbild von 2008). © Federico Gambarini/picture alliance/dpa

Mehrere hundert Male pro Jahr wird der Kölner Heinrich-Böll-Platz so von Sicherheitspersonal bewacht. Direkt unter diesem Platz befindet sich die Decke des Konzertsaals der Kölner Philharmonie. Dabei hört man im Saal jeden Fußgänger, jeden Radfahrer und jedes Skateboard, der über den Platz geht. Die Folge: Die Akustik wird gestört. Sobald Konzerte, Proben oder Aufnahmen in der Philharmonie stattfinden, sorgen Ordner für die Sperrung des Platzes. Und das schon seit dem Jahr 1999. Zusätzlich weisen Schilder auf die Sperrung hin.

Stadt Köln gab mehr als 3,1 Millionen Euro für Bewachung des Platzes aus

Von 1999 bis 2021 hat die Stadt Köln mehr als 3,1 Millionen Euro für die Bewachung des Platzes ausgegeben, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Bei einem Gutachten 1998 wurde eine nachträgliche Schall-Isolierung der Philharmonie auf 4,7 Millionen Euro geschätzt. Laut dem Kölner Stadt-Anzeiger soll allerdings 2024 darüber entschieden werden, ob die Philharmonie generalsaniert wird. In diesem Zusammenhang müsste der Platz dann auch nicht mehr bewacht werden. Für das Jahr 2023 könnten sich die Kosten für die Bewachung des Platzes auf rund 318.000 Euro belaufen, wie aus einem Beschluss hervorgeht.

Bereits im Jahr 2009 haben es die Bewachungskosten übrigens ins Schwarzbuch des Bundes Deutscher Steuerzahler geschafft. In diesem Buch werden gravierende Steuerverschwendungen aufgelistet.

Schallisolierung der Kölner Philharmonie veraltet

Laut der Stadt Köln ist die Schallisolierung der Kölner Philharmonie, mit den damals gültigen Normen, in den 1980ern entworfen worden. Doch zu dieser Zeit gab es nicht viele Inline-Skater, Reise-Trolleys und Skateboarder. „Der Schallschutz entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ein störungsfreier Konzert- und Probenbetrieb ist daher nicht gewährleistet“, heißt es in einer Vorlage aus dem Oktober 2022. Einfach mit Bändern absperren kann man den Platz übrigens nicht, da der Heinrich-Böll-Platz Teil des Gesamtkunstwerks „Ma‘lot“ von Dani Karavan ist.

Heinrich-Böll-Platz

► Bau von 1982 bis 1986

► Namensgebung nach Schriftsteller Heinrich Böll

► Besonderheit: Rotes Kopfsteinpflaster

Kölner Philharmonie

► Eröffnung 1986

► Bietet Platz für bis zu 2.000 Menschen

► Pro Jahr werden rund 400 Konzerte gespielt

(cj) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant