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Der Rhein in Köln kann heutzutage nicht mehr zufrieren

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Von: Constanze Julita

Mit Blick auf Deutz wird der Rhein von einer nahezu zusammenhängenden Eisfläche bedeckt.
Mit Blick auf Deutz ist der Rhein von einer Eisfläche bedeckt. © United Archievs/Imago

Alte Fotos zeigen, dass der Rhein einst mit Eis bedeckt war. 24RHEIN erklärt, warum der Rhein heutzutage eigentlich nicht mehr zufrieren kann.

Köln – In kalten Wintermonaten sind Temperaturen unter der Null-Grad-Marke nichts Ungewöhnliches. Auch in Köln kann sich der Winter durchaus von seiner kalten Seite zeigen. Gerade der Wintereinbruch Mitte Dezember 2022 sorgte dafür, dass Köln für mehrere Tage von Frost überzogen war. Doch mit Blick auf den Rhein bei Köln zeigt dieser selbst bei Minustemperaturen keine Veränderung. Weder Schnee noch Frost sorgen dafür, dass sich eine Eisschicht auf dem Fluss bildet. Doch vor einigen Jahrzehnten war der Rhein noch mit Treibeis bedeckt, das zeigen historische Fotos.

Warum der Rhein in Köln nicht mehr zufrieren kann

Eisschollen treiben auf dem Rhein unter der Hohenzollernbrücke in den 50er und 60er Jahren.
Mit Blick auf die Hohenzollernbrücke hat sich Treibeis auf dem Rhein in Köln gebildet (Archivbild). © United Archieves/Imago

Heute ist es nahezu unwahrscheinlich, dass der Rhein wieder zufriert. Grund dafür ist die „Wiedereinleitung von erwärmtem Kühlwasser der Kraftwerke entlang des Rheins“, erklärt Thoma. Darüber hinaus sei am Rhein flussabwärts von Iffezheim in Baden-Württemberg Richtung Bodensee eine geschlossene Eisidecke fast auszuschließen, erklärt Claudia Thoma von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bunds.

Minustemperaturen sorgen 1929 für Treibeis auf dem Rhein in Köln

Auf historischen Fotos sieht man gut, wie es einst ausgesehen hat, als auf dem Rhein in Köln dicke Eisschollen trieben. Auf einigen der Fotos ist kaum mehr Wasser zu erkennen, so viel Eis schwimmt auf dem Rhein. Ein Anblick, der heute nicht nur im Bereich der Kölner Innenstadt unvorstellbar ist. Doch laut Thoma bildete sich im Winter 1928/29 am frei fließenden Rhein in Köln Treibeis. Demnach sorgten die Minustemperaturen von Mitte Februar bis Anfang März 1929 für einen mit Eisschollen überzogenen Rhein. Unter anderem war der Rhein von der holländischen Grenze bis nach Duisburg-Neuenkamp sogar mit einer festen Eisdecke versehen.

Kältester Winter Europas lässt Rhein sogar zufrieren

Im Winter 1962/63 war der Rhein in Köln das letzte Mal mit Treibeis bedeckt, berichtet Thoma. Dieser Winter zählte zu einer der kältesten des 20. Jahrhunderts in Europa. Ende Januar 1963 gab es über eine Woche Treibeis auf dem Rhein in Köln. Ein besonders hoher Eisstand war bei Koblenz aufzufinden.

Wann kann der Rhein zufrieren?

Damit der Rhein überhaupt zufrieren kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Dazu gehört ein „anhaltender starker Dauerfrost über mehrere Tage oder Woche mit Temperaturen im deutlichen Minusbereich“, erklärt Thoma. Weitere wichtige Voraussetzungen: die Fließgeschwindigkeit und die Turbulenz des Wassers. Je größer diese sind, desto langsamer friert der Rhein zu, so Thoma gegenüber 24RHEIN. Das bedeutet, bei Hochwasser friert der Rhein langsamer zu als bei Niedrigwasser.

Ein niedriger Wasserstand ist aufgrund längerer Hitzeperioden eher in den Sommermonaten zu bemerken. Im Sommer 2022 sorgte der Rhein in Köln für andere, ungewohnte Bilder: In den heißen Sommermonaten sank der Rheinpegel drastisch. Die Ufer wurden breiter, das Wasser zog sich immer weiter zurück. Durch den Rhein spazieren konnte man in Köln dennoch nicht. (cj) Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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