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Gewalt, Gefahr, Ausschreitungen: Wird Köln durch Waffenverbotszonen sicherer?

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Von: Martin Henning

Einsatzhundertschaften der Polizei NRW begleiten am Pfingstwochenende mehrere Demos im Kölner Stadtgebiet.
Durch die Kontrollen in den Waffenverbotszonen soll die Sicherheit steigen. © Christoph Hardt/Imago (Symbolfoto)

Ab dem 21. Dezember gelten in Köln Waffenverbotszonen. Damit reagiert das Land NRW auf die steigenden Gewaltexzesse. Werden die Party-Hotspots jetzt sicherer?

Köln – Hat Köln ein Gewaltproblem? Diese Frage muss sich die NRW-Landespolitik aktuell häufiger stellen. In der Domstadt kam es zuletzt immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Trauriger Höhepunkt: Im August starb ein 18-Jähriger bei einem Messerangriff auf der Zülpicher Straße.

NRW-Innenminister Herbert Reul greift deswegen hart durch: In Köln gelten ab dem 21. Dezember Waffenverbotszonen. Genauer gesagt auf der Zülpicher Straße und auf den Kölner Ringen. Das seien Orte und Plätze, an denen viel Alkohol konsumiert werde und an denen es immer wieder zu Straftaten komme, sagte Reul.

Waffenverbotszone Köln: Was jetzt gilt

Wo?Auf der Zülpicher Straße und den Kölner Ringen
Wann?Ab 21. Dezember abends und nachts an den Wochenenden, vor und nach Feiertagen, an Karneval
Was ist verboten?Messer mit einer Klinge von mehr als vier Zentimetern, Pistolen, Elektroschocker
Strafen:Bis zu 10.000 Euro
Ausnahmen:Anwohner, Beschäftigte der Gastronomie und Handwerker

Waffenverbotszone Zülpicher Straße und Ringe: Kontrolle auch ohne Anlass

Doch wie wird die Umsetzung in Köln aussehen? Klar ist: Die Kontrollen werden durch die Kölner Polizei durchgeführt – abends und nachts an den Wochenenden, vor und nach Feiertagen sowie an Karneval. Durch die Einrichtung der Waffenverbotszonen dürfen die Beamten Personen jetzt auch ohne einen konkreten Anlass kontrollieren.

Ob das Ordnungsamt die Polizei bei den Kontrollen unterstützt, stehe noch nicht fest, sagt Polizeisprecher Wolfgang Baldes 24RHEIN. „Wir erhalten die Verfügungslage vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW.“ Diese Verfügungslage sei aber noch nicht an die Kölner Polizei weitergeleitet worden.

Das stärkt das Sicherheitsgefühl der Menschen in Köln und ist ein deutliches Signal an eine gewisse Szene, dass wir hier keine Gewalt dulden und in unserer Stadt kein Platz ist für Menschen, die mit dem Messer in der Tasche ‚feiern‘ wollen.

Stadtdirektorin Andrea Blome

Fest stehen dagegen die Kontrollzonen. Bei der Zülpicher Straße wird die Partymeile ins Visier genommen. „Auf den Ringen kontrollieren wir nördlich bis zum Mediapark und südlich bis inklusive der Schaafenstraße“, so Baldes.

Waffenverbotszone Köln: Stadtdirektorin Andrea Blome ist dankbar

Die Stadt hofft, dass es durch die neuen Regelungen wieder sicherer an den Party-Hotspots wird. Mit den Waffenverbotszonen habe die NRW-Landesregierung eine „Grundlage geschaffen, gegen diejenigen vorzugehen, von denen eine Gefahr für die Kölner*innen und Gäste unserer Stadt ausgeht“, sagt Stadtdirektorin Andrea Blome. „Das stärkt das Sicherheitsgefühl der Menschen in Köln und ist ein deutliches Signal an eine gewisse Szene, dass wir hier keine Gewalt dulden und in unserer Stadt kein Platz ist für Menschen, die mit dem Messer in der Tasche ‚feiern‘ wollen.“

Waffenverbotszone Köln: Bald auch an anderen Party-Hotspots?

Und wie sieht es mit einer Waffenverbotszone am Aachener Weiher aus? Dort kam es in den vergangenen Monaten auch immer wieder zu Auseinandersetzungen. So wurden im September Polizei und Ersthelfer bei einem Einsatz behindert und mit Flaschen beworfen. Auch bei vorherigen Ereignissen waren Beamte mit Flaschen beworfen worden. Die Stadt hatte deshalb grelle Scheinwerfer am Aachener Weiher installiert.

Polizeisprecher Baldes reagiert auf 24RHEIN-Anfrage zurückhaltend. „Wir beschränken uns erst einmal auf das, was beschlossen wurde. Sollte sich die Szene verlagern, werden wir schauen, ob die Voraussetzungen vorliegen.“ Ob eine Waffenverbotszone am Aachener Weiher eingerichtet wird, entscheidet aber ohnehin nicht die Kölner Polizei. Sie gibt ihre Informationen ans Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste weiter, die in direktem Kontakt mit der NRW-Landesregierung steht.

Waffenverbotszonen bereits in NRW und Hamburg getestet

Köln ist übrigens nicht die einzige Stadt in NRW, in der zum 21. Dezember Maßnahmen getroffen werden. Auch in der Düsseldorfer Altstadt wird eine Waffenverbotszone eingerichtet.

In NRW probierte man das Prozedere übrigens schon einmal aus. Im Juni 2021 wurden temporäre Waffenverbotszonen an den Hauptbahnhöfen Düsseldorf, Duisburg und Oberhausen eingeführt. Als erste deutsche Stadt preschte Hamburg vor, das 2007 ein dauerhaftes Waffenverbot in den Bereichen Reeperbahn und Hansaplatz einrichtete. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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