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Köln: Ringe und Zülpicher Straße – wie reagiert die Polizei auf die Partyszene?

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Von: Martin Henning

Feiernde Narren und Jecken zur Weiberfastnacht auf der Zülpicher Straße in Köln am 08.02.2018
Nicht nur zu Karneval ist die Zülpicher Straße ein beliebter Partyort. (Archivbild) © Christoph Hardt/Imago

In Köln stehen die Zülpicher Straße und die Ringe wegen des exzessiv feiernden und teils aggressiven Partyvolks im Fokus. Wie wappnet sich die Polizei dagegen?

Köln – Wer jung ist und Party machen möchte, der geht in Köln meistens auf die Zülpicher Straße. Vor allem in Zeiten, in denen wegen Corona nur wenige Clubs öffnen, eine beliebte Alternative.

Doch zuletzt schrieb der Party-Hotspot vermehrt negative Schlagzeilen. Anwohner, Gastronomie und Besucher beschwerten sich über das teils exzessiv feiernde Partyvolk. Scherbenmeere, Erbrochenes und Urin auf den Straßen und in Hauseingängen waren eher Regel als Ausnahme. Mit zunehmendem Alkoholpegel stieg auch das Aggressionspotenzial. Trauriger Höhepunkt: Ende Juli wurde auf der Zülpicher Straße ein 18-Jähriger erstochen.

Schlägerei auf Zülpicher Straße in Köln: Männer hatten 1,4 Promille im Blut

In der Nacht zu Freitag (27. August) der nächste Vorfall: Eine größere Gruppe betrunkener Männer geriet auf der Partystraße aneinander, wie der Express berichtet. Es kam zu einer Schlägerei. Die Polizei nahm zwei Personen (21, 22) bis zum Freitagmorgen in Gewahrsam. Sie hatten jeweils 1,4 Promille im Blut. Ein weiterer Verdächtiger (20) wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen, kurz darauf aber wieder freigelassen.

Außerdem nahmen die Beamten einen 23-jährigen Wohnungslosen wegen Widerstands gegen Polizeibeamte fest. Dabei wurden zwei Einsatzkräfte verletzt. Der polizeilich bereits bekannte Mann muss sich jetzt wegen Widerstand und versuchter Gefangenenbefreiung verantworten.

Köln: Zülpicher Straße vermehrt durch Polizei kontrolliert

Mit solchen Ereignissen soll Schluss sein. Deshalb hat die Kölner Polizei in den vergangenen Wochen auch ihre Präsenz am Party-Hotspot erhöht. „Aufgrund der zunehmend starken Frequentierung durch junge Menschen wird der Bereich der Zülpicher Straße derzeit im Sondereinsatz berücksichtigt“, sagt ein Polizeisprecher 24RHEIN. Mit der „Ordnungspartnerschaft Ringe“ (OPARI) habe man dabei „ein etabliertes Konzept für die ‚Partymeile‘“.

Was ist OPARI?

OPARI steht für „Ordnungspartnerschaft Ringe“ und wurde 1995 gegründet. Sie ist eine Kooperation von Polizei, Zoll und Stadt. Diese kontrollieren gemeinsam und sollen damit für mehr Sicherheit auf den Kölner Ringen sorgen, die wegen ihrer vielen Bars und Clubs ein beliebter Feierort sind. Der Hohenzollernring als Hauptstraße wird von der Polizei als gefährlich eingestuft. Die OPARI ist auch auf der Zülpicher Straße im Einsatz.

Wenige Clubs, in denen man feiern kann, viele Menschen auf einem Fleck, dazu Fruststimmung wegen des anhaltenden Coronavirus in NRW – das führte zuletzt zu mehr Zwischenfällen auf der Zülpicher Straße. Bei Anwohnern und Gastronomie besteht die Hoffnung, dass sich die Partyszene durch die zunehmende Öffnung der Diskotheken auf den Ringen entzerrt.

Die Kölner Polizei bleibt dagegen noch abwartend. „Die Polizeiinspektion 1 beobachtet die Einsatzlage auf den Ringen und dem Zülpicher Viertel, wertet diese aus und passt die polizeilichen Maßnahmen, auch in Form von polizeilicher Präsenz, an“, sagt der Sprecher 24RHEIN. Pferdestaffeln wie am Aachener Weiher werde man nicht einsetzen.

Zülpicher Straße in Köln: Polizei, Stadt und Betroffene vereinbaren Gesprächsreihe

Die Stimmen, das zunehmend exzessive Partyverhalten auf der Zülpicher Straße einzudämmen, werden währenddessen lauter. Kölns Stadtdirektorin Andrea Blome kündigte an, sich mit den Betroffenen, der Polizei und den städtischen Verantwortlichen zusammenzusetzen, um Lösungen für die Zukunft der Zülpicher Straße zu finden.

Dabei wurde unter anderem eine Gesprächsreihe vereinbart, in der die einzelnen Probleme in kleineren Arbeitsgruppen behandelt werden sollen. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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