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Autobahnkreuz Köln-Ost bekommt jetzt eine Fußbodenheizung

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Von: Johanna Werning

Ein Mann in gelber Warnweste baut ein Rohsystem in die Straße ein.
Das Autobahnkreuz Köln-Ost bekommt eine Klimaanlage © Bild: Guido Rosemann, BASt

Klimaanlage für das Autobahnkreuz Köln-Ost: In Zukunft kann die Straßenoberfläche bei Wetterextremen gekühlt oder aufgewärmt werden.

Köln – Klingt vielleicht ein bisschen komisch, ist aber so: Das Autobahnkreuz Köln-Ost bekommt eine eigene „Klimaanlage“. Seit letzter Woche laufen die Bauarbeiten auf dem Testgelände für die dann „temperierte Straße“, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auf Nachfrage von 24RHEIN bestätigt. Aber warum bekommt das Autobahnkreuz Köln-Ost eine eingebaute Klimaanlage?

„Klimaanlage“ für Autobahnkreuz Köln-Ost – das sind die Hintergründe

Hinter den Bauarbeiten steckt ein Modellprojekt: „Extreme Temperaturen auf der Straßenoberfläche können im Winter zu Rissen in der Fahrbahn und zu Eisglätte führen“, erklärt die BASt. Das führe zu Schädigungen der Straßenfläche und stellt so ein enormes Verkehrsrisiko dar. Vor allem Straßenstrecken, die immer wieder von Blitzeis oder enormer Hitze betroffen sind, könnten von der neuen Klimaanlage profitieren.

Zwei Rohe, die Straßenoberfläche mithilfe von Rohren temperieren können.
Auf mehreren Testflächen wird untersucht, welche Systeme die Straßen beheizen und abkühlen können (Schematische Darstellung) © Bild: Durth Roos Consulting GmbH

„Die Temperierung erfolgt dabei zumeist nur um wenige Kelvin und wird durch Energieversorgung aus umweltfreundlicher Erdwärme verwirklicht“, heißt es weiter. Dennoch könne die minimale Aufheizung reichen, um die Straßen von Glätte und Eis zu befreien. Und auch im Sommer könnte die Klimaanlage zum Einsatz kommen und die Straßen abkühlen, um das Aufplatzen des Straßenbelags zu verhindern. Verkehrsunfälle könnten somit minimiert werden. Immer wieder kommt es zu schlimmen Unfällen, weil der Beton auf Autobahnen hitzebedingt förmlich aufspringt.

„Fußbodenheizung“ für Autobahnkreuz Köln-Ost – mehrere Systeme im Einsatz

Am Autobahnkreuz Köln-Ost entsteht aktuell „die Versuchsanlage für die Untersuchung der Straßentemperierung“. Dabei werden auf einer Länge von 55 Metern insgesamt fünf Testfelder und ein Referenzfeld gebaut. „Alle 5 Testfelder weisen unterschiedliche technische Umsetzungen einer Temperierung der Fahrbahn auf“, heißt es weiter. Während drei Testfelder mithilfe „durchströmter Zwischenschichten temperiert werden“ sollen, werden die zwei anderen Testflächen in Zukunft mit Rohrleitungssystemen beheizt. Nicht das einzige zunächst skurril klingende Projekt. Ein anderer Plan beabsichtigt ein Solardach auf der Autobahn. Zumindest, wenn es nach der Wählergruppe „GUT Köln“ geht.

Das Autobahnkreuz Köln-Ost

Das Autobahnkreuz liegt in der Nähe der Kölner Stadtteile Buchheim und Merheim. Es verbindet die Bundesautobahnen A3, A4 und die B55a. Das Kreuz Köln-Ost belegt Platz zwei der verkehrsreichsten Autobahnkreuze in Deutschland – nur auf dem Frankfurter Kreuz ist mehr los.

„Temperierten Straße“ für Autobahnkreuz Köln-Ost – Wärmebildkameras überwachen Projekt

Drei Jahre wird mit eingebauten Temperatursensoren die Wirkung der „Klimaanlage“ untersucht. Zusätzlich überwachen Wärmebildkameras die Oberflächentemperaturen. Bis Ende Juni wird noch gebaut. Dann werden die einzelnen Systeme an die Energieversorgung angeschlossen und die Testfläche kann beheizt oder gekühlt werden.

Falls das Modellprojekt „Klimaanlage“ am Autobahnkreuz Köln-Ost Erfolg verspricht, könnten die Taumittelsprühanlagen, die aktuell im Einsatz sind, abgelöst werden.

Visionen und Ideen für neue Bauprojekte gibt es viele. So hat die CDU Rodenkirchen zum Beispiel vorgeschlagen, aus der Rodenkirchener Brücke eine „Freizeitoase“ zu machen

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