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Kölner Stadtteil Kalk: Vom Industriegebiet zum Wohngebiet mit bester Anbindung

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Von: Christian Beissel

Haupteingang zum Kölner Polizeipräsidium in Kalk
Kölner Polizeipräsidium im Stadtteil Kalk © Oliver Berg/dpa

In den vergangenen Jahren ist Kalk ein beliebtes Wohngebiet geworden. Neue Wohnungen, eine neue Shopping Mall und eine international geprägte Gastronomie

Kalk ist ein Stadtteil in Köln, der größten Stadt in Nordrhein-Westfalen. Kalk liegt auf der rechten Rheinseite, Deutz (Stadtbezirk Köln-Innenstadt) trennt das Veedel vom Fluss.

Über viele Jahrhunderte hatte der Stadtteil nur aus einigen Höfen und einer Pilgerkapelle bestanden, nur etwa 100 Menschen lebten hier. Am Wochenende kamen aber immer häufiger Menschen aus der Stadt Köln und nutzten Kalk aufgrund seiner ländlichen Gegebenheiten als Naherholungsgebiet. Einige pilgerten auch zu einer Marienstatue, die aus dem 15. Jahrhundert stammt und heute noch existiert.

Stadtteil Köln Kalk Basisdaten

StadtbezirkKöln-Kalk
Einwohnerca. 24.500
Fläche2,973 km²
Vorwahl0221
Postleitzahlen51103, 51105

Kalk war einst ein eigener Ort, wurde 1910 zu Köln eingemeindet

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Ort Kalk allerdings zu einer wohlhabenden Industriestadt, als Folge der Industrialisierung. 1910 wurde Kalk von der Stadt Köln eingemeindet. Heute hat Kalk etwa 24.000 Einwohner. Es gehört zum Stadtbezirk Köln-Kalk, der insgesamt etwa 122.000 Einwohner hat. Zusätzlich gehören die Stadtteile Brück, Höhenberg, Humboldt/Gremberg, Mehrheim, Neubrück, Ostheim, Rath-Heumar und Pfingst neben Kalk zu diesem Stadtbezirk.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Kalk zu 90 Prozent zerstört. Nach dem Krieg wurde der Stadtteil so schnell es ging wiederaufgebaut. Als es in den siebziger Jahren zu einer Rezession kam, mussten viele Werke schließen, seitdem durchläuft Kalk einen Strukturwandel. Heute ist es eher Wohn- und Verwaltungsgebiet. Aufgrund des hohen Ausländeranteils hat sich eine multikulturelle Gesellschaft entwickelt. Die letzte Fabrik hat in Kalk Ende 1993 geschlossen, es handelte sich dabei um die Chemische Fabrik Kalk (CFK). 700 Menschen verloren hierdurch ihren Arbeitsplatz. Die CFK war 1858 gegründet worden und war zeitweise der zweitgrößte Produzent von Soda in Deutschland. Bis zu 2400 Menschen arbeiteten hier, was die Firma zu einem der größten Arbeitgeber auf der rechten Rheinseite Kölns machte. 1904 wurde ein Wasserturm von fast 44 Metern Höhe gebaut, um sich bei der Wasserversorgung von den Stadtwerken unabhängig zu machen. Auch heute existiert dieser Wasserturm noch, steht am Eingang einer Shopping-Mall und beherbergt eine kleine Zweigstelle der Stadtbibliothek Köln.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde in den Kalker Industriegebieten die Produktion von Substanzen zur Herstellung von Sprengstoff verstärkt. Im Laufe der Jahre wurden dabei auch Zwangsarbeiter aus Polen und der Sowjetunion eingesetzt.

Chemische Fabrik Kalk wurde nach dem Krieg schnell wieder aufgebaut

Ab 1942 gab es regelmäßige Bombenangriffe auf die Industrieanlagen. Das Werk wurde dabei so schwer zerstört, dass es knapp zwei Monate vor Kriegsende geschlossen werden musste. Nach dem Krieg konnte 1947 die Produktion wieder aufgenommen werden, bereits drei Jahre später hatte die Chemische Fabrik Kalk die Produktionsmenge von vor dem Krieg erreicht. Ab Mitte der achtziger Jahre wurde die Produktion nach und nach reduziert, bis dann das Ende 1993 kam.

Heute befindet sich auf dem Gelände das Polizeipräsidium Köln und das Einkaufszentrum Köln Arcaden“, welches 2005 eröffnet wurde. In den „Köln Arcaden“ gibt es 120 Geschäfte, auf einer Fläche von 27.000 m². Darunter eine Filiale des Mediamarkt, ein Supermarkt von Rewe, ein Drogeriemarkt von Mueller, Sportgeschäfte und diverse Cafés und kleinere Restaurants.

Treffpunkt im Sommer: Der Bürgerpark zieht junge und ältere Menschen an

Hinter dem Einkaufszentrum befindet sich der Bürgerpark, ein quadratisch angelegter Park mit einigen Sportanlagen, Bänken und Grünflächen. Die Baumarktkette Bauhaus errichtete eine ihrer größten Filialen in Deutschland, außerdem hat das Versandhaus Musicstore hier seinen Sitz, in dem lokale Kunden aber auch direkt einkaufen können.

Kölner Stadtteil Kalk: Gute Verkehrsanbindung

Verkehrstechnisch ist Kalk sehr gut angebunden. Direkt am nördlichen Ende gibt es eine Zufahrt auf die Zoobrücke auf die linke Rheinseite, oder von dort auch ein Zubringer auf die Autobahn A3 Richtung Frankfurt oder Oberhausen. In Richtung Süden, also Frankfurt ist dort auch über das Heumarer Dreieck der Konrad-Adenauer-Flughafen Köln/Bonn sehr gut zu erreichen, in Richtung Norden ist der Düsseldorfer Flughafen in weniger als 50 Minuten zu erreichen.

Am Bahnhof Trimbornstraße halten S-Bahnen, die nach 9 Minuten den Kölner Flughafen erreichen oder in die andere Richtung nach einer Station den Bahnhof Deutz, der an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angebunden ist. Der Kölner Hauptbahnhof ist nur eine weitere Station entfernt. Die KVB Bahnlinien 1 und 9 fahren über den Rhein und halten am Heumarkt, Neumarkt, die Linie 1 fährt bis ganz in den Westen von Köln nach Weiden West. (cb)

Odysseum in Köln-Kalk bietet Abenteuer für junge Menschen

Das Odysseum ist ein Wissenschaft-Erlebnis-Zentrum, was im nördlichen Bereich der ehemaligen Werksanlagen errichtet wurde. Es wurde 2009 eröffnet und versteht sich als Ort der Wissenskommunikation, es ist ein Abenteuermuseum mit spannenden Erlebnisstationen, spektakulären Programmen und gelegentlich auch Sonderausstellungen. Zu den 150 Erlebnisstationen gehören ein Flugsimulator, ein Hochseilgarten oder eine Kletterwand.

Dinosaurier im Kölner Wissenschaftsmuseum Odysseum
Dinosaurier im Wissenschaftsmuseum Odysseum in Köln-Kalk © Roland Weihrauch/dpa

Seit 2013 beheimatet das Odysseum auch das „Museum mit der Maus“, welches in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) konzipiert wurde.

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