1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Kalk

Köln: Razzia nach Messerattacke in Höhenberg – 18 Verdächtige auf der Flucht

Erstellt:

Von: Mick Oberbusch

Polizisten Köln bei Razzia
Am Morgen des 7. April hatte die Polizei Köln bei einer Razzia alle Hände voll zu tun (Montage). © Thomas Banneyer/dpa (2)

Am 10. März 2022 wurde in Höhenberg ein Mann durch eine Messerattacke tödlich verletzt. Die Polizei Köln durchsuchte deshalb am Morgen des 7. April diverse Wohnungen.

Köln – Großeinsatz der Polizei bei einer Razzia in Köln: Im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen des Verdachts des gemeinschaftlich begangenen Totschlags auf der Bamberger Straße am 10. März im Stadtteil Höhenberg (Stadtbezirk Kalk) hat die Polizei Köln am frühen Donnerstagmorgen (7. April) sechs Kölner Wohnungen durchsucht. Auch Zimmer von Beschuldigten in vier Kölner Unterkünften für Geflüchtete und einer Unterkunft in Wuppertal wurden unter die Lupe genommen. 18 Männer stehen im Verdacht, an dem Tötungsdelikt beteiligt gewesen zu sein.

Köln: Tödliche Messerattacke auf 37-Jährigen in Höhenberg – Razzia ohne Erfolg

Für die Durchsuchungen wurde die Mordkommission von mehreren hundert Polizistinnen und Polizisten der Bereitschaftspolizei unterstützt, darunter auch Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten sowie Kräfte der Technischen Einsatzeinheit. Gegen 17 Uhr waren die Durchsuchungsmaßnahmen dann abgeschlossen. „Bislang konnte keiner der mit Haftbefehl gesuchten 18 Beschuldigten festgenommen werden. Die Ermittlungen dauern an, die Beschuldigten werden europaweit zur Festnahme ausgeschrieben“, heißt es in einer Mitteilung. Die Beschuldigten sollen zwischen 17 und 60 Jahren alt sein.

Bei der Durchsuchung eines Mehrfamilienhauses in Köln-Neubrück erlitt eine 85-jährige Frau einen Schock, als die Polizisten ihre Wohnungstür mit einer Ramme öffneten. Die Einsatzkräfte hatten an der Haustür des 8-Parteienhauses bei einem 42-jährigen Mann geklingelt, für dessen Wohnung ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Köln vorlag. Die Beamten lokalisierten die Klingelgeräusche in einer Wohnung im 1. Obergeschoss. Daraufhin forderten sie die Bewohner mehrfach lautstark auf, die Wohnungstür zu öffnen. Als diese jedoch trotz wahrnehmbarer Bewegungen verschlossen blieb, verschafften sich die Bereitschaftspolizisten mit einer Ramme Zugang in die Räumlichkeiten, wo sie auf ein älteres unbeteiligtes Ehepaar (85) trafen.

Polizei öffnet Wohnungstür während Razzia mit Ramme – und trifft auf 85-jähriges Ehepaar

Als die 85-Jährige daraufhin über Kreislaufprobleme klagte, verständigten die Beamten umgehend die am Einsatzort vorgehaltenen Rettungskräfte. Im Anschluss durchsuchten sie die daneben liegende Wohnung und stellten beim dem 42-Jährigen mehrere Messer, eine Softair-Waffe, ein Fleischerbeil und Mobiltelefone sicher. Eine Opferschutzbeauftragte der Polizei Köln hat mit Hilfe eines dolmetschenden Angehörigen in einem persönlichen Gespräch die 85-Jährige betreut und das Bedauern der Polizei zum Ausdruck gebracht. Zwischenzeitlich brachte ein Angehöriger die Frau vorsorglich in ein Krankenhaus.

Nach Messerattacke in Köln-Höhenberg im März 2022 – Mann (37) verstirbt im Krankenhaus

Die verdächtigte, sich noch auf der Flucht befindende Gruppe soll den 37 Jahre alten Mann im Bereich der Bamberger Straße abgepasst und ihm durch eine Vielzahl von Schlägen und Tritten sowie Stichen Verletzungen zugefügt haben, an deren Folgen er am 28. März trotz mehrerer Notoperationen im Krankenhaus verstarb.

Tödliche Messerattacke in Köln-Höhenberg – Polizei durchsucht Unterkunft für Flüchtlinge in Riehl

Hintergrund der Tat sollen familiäre Streitigkeiten zwischen zwei aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Großfamilien sein. Da in der Unterkunft auf der Boltensternstraße in Köln-Niehl aktuell auch ukrainische Kriegsflüchtlinge untergebracht sind, informieren ukrainisch sprechende Polizeibeamte vor Ort über die Hintergründe des Polizeieinsatzes. (mo mit ots) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant