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Köln: Corona-Testzentrum von Viktoria-Mäzen unter Verdacht – mit Abrechnung betrogen?

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Von: Mick Oberbusch

Franz-Josef Wernze von Viktoria Köln, Corona-Testzentrum-Schild (Montage).
Ein Testzentrum in Höhenberg steht unter Verdacht - betrieben von einer Firma aus dem Reich von Franz-Josef Wernze, Mäzen von Viktoria Köln. (IDZRW-Montage). © Hanno Bode/Imago & Herbert Bucco/Imago

Ein von Viktoria-Mäzen Franz-Josef Wernze betriebenes Corona-Testzentrum in Höhenberg steht im Verdacht, falsche Zahlen ans Gesundheitsamt übermittelt zu haben.

Köln – Auch wenn sie angesichts der aktuell nicht mehr so besorgniserregenden Corona-Zahlen glücklicherweise nicht mehr so häufig gebraucht werden, gibt es in Köln weiterhin ein Testzentrum – flapsig gesagt – an jeder Straßenecke. Ob in der Innenstadt, in bevölkerungsstarken Stadtteilen wie Ehrenfeld – oder auch auf der „Schäl Sick“, beispielsweise in Höhenberg. Dort steht eine Teststation, die von einer Firma aus der weitläufigen Unternehmensgruppe von Franz-Josef Werne, Mäzen von Viktoria Köln, betrieben wird. Und diese Station gerät aktuell aufgrund verdächtiger Zahlen in Beschuss.

Betrug mit Testzentrum? Viktoria-Mäzen Wernze unter schwerem Verdacht

Franz-Josef Wernze – wer ist der Mäzen von Fußballclub Viktoria Köln?

Franz-Josef Wernze, geboren am 10. Juni 1948 in Waldbröl, ist seit dem 26. Oktober 2015 Wirtschaftsrat beim aktuellen Fußball-Drittligisten Viktoria Köln, der seine Heimspiele im rechtsrheinischen Sportpark Höhenberg austrägt. Wernze ist Vorstandsmitglied des Steuerberatungs-Unternehmens ETL.

Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll das Testzentrum unweit des Sportparks Höhenberg, wo der Fußballclub seine Drittliga-Heimspiele austrägt, im Verdacht stehen, weit mehr Proben abgerechnet zu haben, als tatsächlich vorgenommen worden waren. Demnach hätte ein Team des ebenfalls an der Recherche beteiligten WDR an einem Tag der Beobachtung Mitte Mai dort rund 150 Besucherinnen und Besucher gezählt, gemeldet hätte das Höhenberger Testzentrum jedoch 2670 Proben. Ein Wert, der stutzig macht.

Im Schnitt soll zudem, auf eine Gesamtmenge von 1000 Tests gerechnet, nur eine einzige der zahlreichen Proben positiv ausgefallen sein. Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung erklärte der Anwalt des Viktoria-Mäzens Franz-Josef Wernze, Letzterer habe sich „schon länger aus dem operativen Geschäft zurückgezogen“ und sehe sich deshalb nicht in der Lage, sich zu der Situation zu äußern.

Testzentrum unter Verdacht – „längerer Zeitraum“ benötigt

Die Betreiberfirma selbst gab an, für die Auswertung der nun verdächtigen Testzahlen einen „längeren Zeitraum“ zu benötigen. Wodurch rund um den Viktoria-Mäzen trotz Ende der jüngsten Drittliga-Saison im Fußball so schnell keine Ruhe einkehren dürfte. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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