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Köln: Mann bei Zwangsräumung erschossen – er wurde von zwei Kugeln getroffen

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Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens transportieren vor einem Hochhaus einen Leichnam ab.
Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens transportieren den Leichnam des Erschossenen ab. © Oliver Berg/dpa

Ein Mann wurde in Köln von der Polizei erschossen. Er soll bei einer Zwangsräumung seiner Wohnung Polizisten mit einem Messer angegriffen haben.

Update vom 4. August, 15:43 Uhr: Der am Mittwoch verstorbene Mieter (48) in Köln wurde nicht nur von einem, sondern zwei Schüssen getroffen. Das habe die Obduktion der Leiche ergeben, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Donnerstag der dpa. Ein Schuss ging in die rechte Schulter und einer in den linken Oberschenkel des Mannes. Zwei verschiedene Polizisten hätten jeweils eine Kugel abgefeuert. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Mann in Köln von Polizei erschossen – Was ist passiert?

Am Mittwoch (3. August) war eine Gerichtsvollzieherin zu der Zwangsräumung der Wohnung des 48-Jährigen in Köln-Ostheim erschienen. Dabei wurde sie von zwei Polizisten begleitet, da der Mann zuvor Drohungen ausgesprochen haben soll. Nach Angaben der Ermittler griff der Mieter die Polizisten mit einem Messer an. Nach einem „erfolglosen Einsatz“ von Pfefferspray und der Androhung des Schusswaffengebrauchs sei schließlich geschossen worden. Der Mann starb noch in der Wohnung.

Köln: Polizei erschießt Mieter bei Zwangsräumung von Wohnung – Ermittlungen laufen

Erstmeldung vom 3. August 2022: Köln – In Köln wurde am Mittwoch (3. August) ein Mann von der Polizei erschossen. Die Schüsse sollen bei einer Zwangsräumung einer Wohnung in der Gernsheimer Straße im Stadtteil Ostheim (Stadtbezirk Köln-Kalk) gefallen sein. Der 48-Jährige war offenbar der Mieter der betroffenen Wohnung. Er soll die Gerichtsvollzieherin und die Polizeibeamten bedroht haben. Wie die Polizei mitteilt, soll der Mann nach bisherigen Erkenntnissen Polizisten mit einem Messer angegriffen haben.

Tödlicher Schuss bei Zwangsräumung: Mann stirbt in Wohnung

Daraufhin setzte die Polizei Pfefferspray ein, allerdings ohne Erfolg. Zudem drohten sie an, ihre Waffen einzusetzen. Letztlich setzt die Polizisten ihre Waffen ein. Der Mann wurde durch einen Schuss tödlich verletzt.

Der Mann hatte bereits im Vorfeld Drohungen geäußert, sollte es zu einer Zwangsräumung kommen. Daher hatte die zuständige Gerichtsvollzieherin des Amtsgerichts die Polizei um Unterstützung gebeten. Wie viele Polizistinnen und Polizisten an dem Einsatz schließlich beteiligt waren, war zunächst noch unklar.

Köln: Tödlicher Schuss in Ostheim – Staatsanwaltschaft ermittelt

„Es wird auch geprüft, ob ein oder mehrere Beamte auf den Geschädigten geschossen haben“, erklärte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Deutschen Presse-Agentur. Ein Todesermittlungsverfahren soll nun die Todesumstände klären. Ein entsprechendes Verfahren wurde durch die Staatsanwaltschaft bereits eingeleitet.

Auch eine Obduktion des Leichnams sei demnach schon angeordnet worden. Die Bedrohung habe sich nach Lage der Dinge aber gegen die Polizeibeamten gerichtet, nicht gegen die Gerichtsvollzieherin. Der Tote war nach Angaben der Staatsanwaltschaft kein Unbekannter für Polizei und Gerichte.

Köln: Polizei erschießt Mann in Ostheim – er war bereits polizeibekannt

Zuletzt sei er im Juni 2022 beim Amtsgericht Köln angeklagt worden. „Der Anklage lag der Vorwurf zugrunde, Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet zu haben, nachdem der Beschuldigte seinen Suizid angekündigt und sich gegen die ihm zu Hilfe eilenden Polizeibeamten mit Tritten zur Wehr gesetzt hatte“, berichtete Oberstaatsanwalt Bremer.

In der Straße der Wohnung, die in einem östlichen Kölner Stadtteil mit mehreren Hochhausbauten liegt, waren am Mittwochmittag Polizeiautos und ein Leichenwagen zu sehen. Die Ermittlungen zu dem Vorfall hat aus Neutralitätsgründen die Polizei in Bonn übernommen. (bs/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 3. August um 17:02 Uhr überarbeitet und aktualisiert. Neuerung: Aussagen der Staatsanwaltschaft und weitere Hintergründe ergänzt.

Hinweis der Redaktion: Generell berichten wir nicht über den Verdacht auf Selbstmord-Absichten, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

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