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Dreiste Bewohner sorgen für Müllhalde mitten im Veedel – aber Pfarrer Meurer macht Hoffnung

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Von: Nina Büchs

Illegal abgeladener Sperrmüll liegt am 01.09.2016 in Mannheim (Baden-Württemberg) vor einem Haus.
Müllberge, wie diesen in Mannheim, gibt es auch in Köln (Symbolbild). © Uwe Anspach/dpa

Im Stadtteil Vingst häufen sich die Müllberge auf der Straße. Bei den Anwohnern sorgt das für Ärger. Was aber kann man gegen die Verschmutzung tun?

Köln – Berge von Müll liegen vor dem Haus der Homarstraße 2 in Köln-Vingst. Der Nachbarschaft „stinkts“, ihrem Ärger lassen sie auf Facebook in der Gruppe „Köln Kalk - Veedelsaustausch“ Luft. Was aber kann man gegen die Verschmutzung in Köln tun? Und was ist die Ursache des Problems?

Köln: Müllberge in Vingst verstören Anwohner

Auslöser der Diskussion in der Facebook-Gruppe war das Foto, das David-Schneider am Donnerstagabend, dem 21. Januar, dort postete. Er schrieb dazu: „Nicht ganz Kalk aber Vingst. Seit Woche kommt es in der Homarstraße zu immer mehr Müll und Ratten vor dem Haus. Die Anwohner laden einfach alles auf der Straße ab. Was kann man dagegen machen?“ Andere Community-Mitglieder reagierten ebenfalls voller Wut auf den Müllberg: „Ich fahr da jeden Tag vorbei, das sieht fast immer dort so aus. Gegenüber ist ein öffentlicher Mülleimer, da wird auch ständig Zeug daneben geschmissen. Die Ecke ist echt schlimm“, so Sabine Hermes.

Müllbeseitigung in Köln Vingst: Das Veedel packt selbst mit an

Auch Franz Meurer, der seit den 90er Jahren als katholischer Pfarrer in der Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth in den Stadtteilen VIngst und Höhenberg tätig ist, kennt das Problem. „In den vergangenen Jahren ist die Verschmutzung durch Müll in diesem Stadtteil aber zurückgegangen“, sagt er. Um das ärmste Viertel in Köln, in dem 26 Prozent der Bewohner verschuldet sind, sauber zu halten, packen die Mitglieder der Gemeinde selbst mit an. Für Pfarrer Meurer ist das eine Selbstverständlichkeit, schließlich „könne die Stadt nicht alles selbst machen“, so Meurer. Laut dem Pfarrer sind daher täglich vier Leute, darunter Ein-Euro-Jobber damit beschäftigt, dem Müll auf den Straßen des Viertels zu beseitigen. „Dafür sind sie sogar mit einem Pritschenwagen unterwegs“, so Meurer.

Die Stadt kann nicht alles selbst machen

Pfarrer Franz Meurer unterstützt Menschen, die helfen, Vingst sauber zu halten.
Pfarrer Franz Meurer bei seiner Dankesrede vor dem Publikum in der Katholische Pfarrkirche St. Theodor in Köln.
Pfarrer Franz Meurer hat es mit seinem Buch „Glaube, Gott und Currywurst“ auch schon auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. © imago images / Benjamin Horn

Illegaler Müll in Köln: Das können Anwohner tun

Was aber kann man selbst, als Anwohner, gegen das Müll-Problem tun? Ein Weg, um die Stadt schöner zu machen, ist selbst zum Eimer zu greifen. Doch auch wer die Verschmutzung bei dem Portal „Sags uns“ der Stadt Köln meldet, kann bei der Müllbeseitigung helfen. Hier können Anwohner den genauen Standort des illegal abgestellten Mülls angeben, der dann dort beseitigt wird. Über 26.500-mal haben Anwohner dazu schon ein Anliegen bei der Stadt gemeldet – das Problem scheint also bekannt zu sein. Doch die Müllsünder werden nur selten für ihre Verschmutzung bestraft, das weiß auch AWB-Pressesprecherin Cordula Beckmann. „Nur wer auf frischer Tat ertappt wird, kann auch vom Ordnungsdienst belangt werden“, sagt sie. Tatsächlich kann es dann aber für Müllsünder ziemlich teuer werden. Bei großen Sperrmüll-Mengen ist sogar eine Strafe von bis zu 10.000 Euro möglich. Zu den einzelnen Umweltsünden hat die AWB in Köln auf ihrer Homepage eine Übersicht über die Bußgelder veröffentlicht:

Müllsünder in Köln: Faulheit und Unkenntnis als Ursache

Wie aber kommt es nun dazu, dass Anwohner illegalen Müll einfach auf den Straßen abladen? Das fragt sich auch Cordula Beckmann, die im Gespräch mit 24RHEIN bestätigt, dass auch der Müll in der Homarstraße in Vingst nicht ordnungsgemäß angemeldet wurde. Ihrer Meinung nach tragen Faulheit und Unkenntnis dazu bei, dass Menschen ihren Müll einfach so auf der Straße entsorgen. An den Gebühren für die Abholung des Sperrmülls könne das schließlich nicht liegen. „Denn in Köln ist es im Gegensatz zu anderen Städten oder Regionen sogar kostenlos, den angemeldeten Sperrmüll von der AWB abholen zu lassen“, so Beckmann. Trotzdem führt dies nicht dazu, dass weniger illegaler Müll auf den Straßen abgeladen wird. Nur wer einen Wunschtermin hat, an dem der Müll abgeholt werden soll, muss etwas für den Dienst der AWB zahlen, so Beckmann. (nb)

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