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Weggefährte nimmt mit emotionaler Grabrede Abschied von „Karate Jacky“

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Von: Mick Oberbusch

Jakob Franzen alias „Karate Jacky“
Jakob Franzen alias „Karate Jacky“ ist am Mittwoch (21. April) auf dem Westfriedhof beigesetzt worden. © Eduard Bopp/imago images

Der Tod von Jakob Franzen alias „Karate Jacky“ schockierte die Südstadt und natürlich auch seinen engen Freund, den „Langen Tünn“. Dieser nahm bei Franzens Beerdigung emotional Abschied.

Köln – Es war ein würdiger Rahmen, in dem Jakob Franzen alias „Karate Jacky“ am Mittwoch (21. April) auf dem Westfriedhof in Köln Ehrenfeld beigesetzt wurde. Über 300 Menschen, darunter natürlich auch bekannte Größen aus dem „Milieu“ waren bei bestem Wetter anwesend, um „Karate Jacky“ die letzte Ehre zu erweisen – auch der „Lange Tünn“, jahrelanger Begleiter und enger Freund des verstorbenen Ex-Türstehers. Franzen war kurz vor Ostern im Alter von 61 Jahren leblos in seiner Wohnung an der Annostraße aufgefunden worden.

„Langer Tünn“ mit emotionaler Rede für „Karate Jacky“: „In Köln beliebter als Millowitsch“

„Der Jacky war immer nett und höflich zu jedem, nie schlecht gelaunt“, so der „Lange Tünn“ der bei seiner Rede sichtlich mit den Tränen zu kämpfen hatte. „Ich mache ja Stadtführungen, da habe ich den Jacky jede Woche drei oder viermal gesehen“, so der „Tünn“, der mit bürgerlichem Namen Anton Claaßen heißt. „Er hat mir viele private Dinge erzählt. Ich weiß, dass er seine Familie über alles geliebt hat, er hat oft von seinem Sohn und seinem Bruder erzählt“, sagte sein ganz in schwarz gekleideter, langjähriger Freund.

„Ich kenne fast ganz Köln, aber keinen Menschen, der so gutmütig war, wie der Jacky. Willy Millowitsch war ja eine bekannte Persönlichkeit in Köln, aber ich glaube, der Jacky ist noch beliebter und bekannter“, so Claaßen, der die Tränen gegen Ende seiner Rede dann endgültig nicht mehr zurückhalten kann. „Er war ein super Typ, und wenn er noch leben würde, wäre er bis Lebensende dankbar für diese Feier, die er heute hier hat. Das hat er sich verdient.“

Spendenaktion im Vorfeld der Beerdigung für „Karate Jacky“ bringt über 18.000 Euro ein

Im Vorfeld hatten Familie, Freunde und Kölnerinnen sowie Kölner mit einer Spendenaktion Geld gesammelt, um Franzen eine möglichst schöne Beerdigung zu ermöglichen, nach Express-Angaben seien dabei über 18.000 Euro zusammengekommen. Mit-Initiator Roland Bebak sagte gegenüber der Zeitung: „Knapp 18.000 Euro sind gespendet worden, der Bestatter selbst will kein Honorar, das ist unglaublich. Wir werden jetzt überlegen, was wir mit dem Geld in Jackys Sinne machen. Vielleicht gründen wir auch einen eigenen Verein, der Initiativen für Obdachlose hilft.“ Damit wäre sicher auch Jakob Franzen selbst einverstanden. (mo)

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