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Karl Lauterbach macht Hetze gegen ihn öffentlich – 59 Anzeigen in den letzten Wochen

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Von: Johanna Werning

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, bei einem Interview.
Karl Lauterbach erhält immer wieder Drohungen und Anfeindungen. © Kay Nietfeld/dpa

SPD-Politiker Karl Lauterbach wird immer wieder Opfer von Hetze. Allein in den vergangenen Wochen gab der Kölner 59 Anzeigen gegen Drohungen und Aufrufe zur Gewalt auf.

Köln – Karl Lauterbach ist als Politiker immer wieder auch negativen Meinungen und Äußerungen ausgesetzt, doch seit Beginn der Corona-Pandemie gibt es gegen den SPD-Bundestagsabgeordneten aus Köln zunehmend Anfeindungen. Auch vor Straftaten wird dabei kein Halt gemacht. Erst am vergangenen Wochenende wurde Lauterbachs Auto beschmiert. Solche Taten sind leider keine Einzelfälle, wie der Kölner betont. „Ich weiß, dass es auch Wissenschaftlern so geht, die gegen die Pandemie kämpfen“, schreibt er nun in einem Post auf Twitter.

Köln: Karl Lauterbach (SPD) gibt 59 Anzeigen gegen Drohungen und Straftaten auf

Auch Lauterbach selbst kennt solche Hetzen bereits. Immer wieder wird er für seine politische Arbeit angefeindet. Denn der SPD-Gesundheitsexperte fordert schon seit Langem eine radikalere Corona-Politik mit hartem Lockdown. Erst kürzlich sprach sich Lauterbach für einen Distanzunterricht aus. Seit Pandemiebeginn haben die Drohungen weiter zugenommen. „Drohungen kriege ich auf allen denkbaren Kanälen, Post, Mail, soziale Medien“, sagte er kürzlich gegenüber der Süddeutschen Zeitung. „Fast jeden Tag.“

Auf Instagram und Twitter zeigt Lauterbach nun, wie groß das Ausmaß der Hetze tatsächlich sei. Am Dienstagabend, 20. April, postet er ein Foto von einem dicken Papierstapel auf seinem Schreibtisch. Im Text dazu dann die Aufklärung: „Ich bringe nur das Nötigste zur Anzeige. Drohungen, Aufrufe zur Gewalt und Straftaten, menschenverachtende Beleidigungen der letzten Wochen. Trotzdem habe ich gerade wieder 59 Anzeigen unterschrieben.“ 

Links: Ein Papierstapel auf einem Glastisch. Rechts: Karl Lauterbach spricht in ein Mikrofon der ARD.
Karl Lauterbach macht Hetze gegen ihn öffentlich (Montage) © instagram/ karl_lauterbach_mdb/Kay Nietfeld/dpa

Polizeischutz für Kölner SPD-Politiker Karl Lauterbach

Die zunehmende Hetze mache ihm definitiv Sorgen. Auch der Staatsschutz ermittle in einzelnen Fällen, wie zum Beispiel den Farbanschlag auf Lauterbachs Auto. Unbekannte hatten einen Farbeimer über das Auto von Karl Lauterbach geschüttet*, berichtet merkur.de*. Die polizeilichen Maßnahmen für den Schutz des SPD-Politikers seien zudem verstärkt worden. Erst vor wenigen Wochen musste Karl Lauterbach einen Termin in einem Impfzentrum verschieben, weil die Polizei „Gefährdungen“ befürchtete, wie der 58-Jährige damals twitterte.

Doch einschüchtern lassen möchte sich Karl Lauterbach dennoch nicht. Stattdessen ergreift er die Flucht nach vorn und macht die Anfeindungen gegen ihn öffentlich. Bei seinen Followern auf Instagram und Twitter kommt das gut an. Unter den Hashtags „#wirsindviele“ und „#VolleSolidarität“ unterstützen sie den Politiker aus Köln. Am 22. April hat der Beitrag allein auf Twitter über 32.000 Likes. Zuspruch bekommt er zuletzt auch von anderen Politikern wie Katrin Göring-Eckardt (Die Grünen), Dietmar Bartsch (Die Linke) und FDP-Politiker Christian Lindner. (jw) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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