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11.11. in Köln: Welche Corona-Regeln gelten? Infektionszahlen „sorgsam beobachten“

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Von: Sofia Popovidi

In wenigen Wochen startet der Kölner Karneval in die neue Session. Welche Corona-Regeln gelten am 11.11.? Immerhin steigt aktuell die Inzidenz an.

Köln – In Köln wird am 11.11. die Karnevalssession eröffnet. Das Sessionsmotto für 2023 lautet „200 Jahre Kölner Karneval: Ov krüzz oder quer“ – und es steht einiges auf dem Programm. Ganz traditionell wird der Kölner Karneval um 11:11 Uhr am Heumarkt eröffnet. Tausende Menschen feiern dann aber auch auf der Zülpicher Straße. Und der Klassiker, der für viele im Kölner Karneval einfach ein Muss ist: die zahlreichen kölschen Kneipen, die auch am 11.11. wieder zum Schunkeln einladen.

Kölner Karneval 2023: Start am 11.11. – welche Rolle spielt Corona?

Die Vorfreude auf den Kölner Karneval ist groß. Doch eine Sache haben viele Menschen noch immer Hinterkopf: Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Das zeigt sich auch beim Blick auf die Inzidenz, denn seit einigen Wochen steigen die Infektionszahlen wieder leicht an.

Die 7-Tage-Inzidenz für NRW liegt derzeit bei 395,9 (Stand: 6. Oktober 2022, Quelle: LZG). Ende September lag der Wert noch bei 287,4 (25. September, Quelle: LZG). Die Kölner Inzidenz bewegt sich mit 388,5 (Stand: 5. Oktober, Quelle: LZG) in einem ähnlichen Bereich. Doch auch dieser Wert ist zuletzt angestiegen, lag die Inzidenz Ende September noch bei 282,7 (25. September, Quelle: LZG).

Angesichts steigender Inzidenzen stellt sich die Frage, welche Corona-Regeln am 11.11. gelten könnten. Immerhin werden dann tausende Menschen in Köln zusammen kommen, um Karneval zu feiern. In München stieg die Inzidenz während des Oktoberfests an, auch dort kamen Menschen auf engem Raum zusammen. 24RHEIN zeigt den aktuellen Stand zu den Corona-Regeln, die während Karneval gelten könnten.

NRW: Welche Corona-Regeln aktuell gelten – bis 31. Oktober 2022

In Nordrhein-Westfalen gilt weiterhin die allgemeine Corona-Schutzverordnung, sie wurde zunächst bis zum 31. Oktober 2022 verlängert. Die folgenden Corona-Regeln gelten aktuell in NRW:

Corona-Regeln in NRW

NRW verzichtet damit vorerst auf schärfere Schutzmaßnahmen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann appellierte an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen: „Deshalb sind wir alle aufgerufen, unsere Erfahrungen aus zweieinhalb Jahren Pandemie durch einen verantwortlichen Selbstschutz umzusetzen“, wird er in einer Mitteilung der Landesregierung zitiert. Dazu gehöre auch ein Impfschutz, „der den STIKO-Empfehlungen entspricht“.

Karneval in Köln: 11.11. – kommen schärfere Corona-Regeln?

Welche Corona-Regeln genau am 11.11. in Köln gelten werden, ist noch nicht klar, erklärt die Stadt auf Anfrage. Das Land Nordrhein-Westfalen ist zuständig für die Erlassung der Coronaschutzverordnung.

Man habe sich bewusst entschieden, „die Schutzmaßnahmen zum 1. Oktober nicht zu verschärfen“, erklärt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) auf Anfrage von 24RHEIN. Mit den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre sei es demnach „angemessen, den Menschen in Eigenverantwortung die Entscheidung über ihren persönlichen Schutzmaßnahmen-Level (Maskentragen) und auch die Teilnahme an besonders infektionsriskanten Veranstaltungen (Schützenfeste, Oktoberfest, Karneval, private Geburtstagsfeiern etc.) zu überlassen“. Eine andere Vorgehensweise wäre erst mit einem veränderten Infektionsgeschehen erforderlich.

11.11. in Köln: „Infektionszahlen sorgsam beobachten“

Ist es überhaupt möglich, ein Veranstaltungsverbot für den Karneval zu beschließen? „Das Bundesinfektionsschutzgesetz gibt den Ländern keine weitreichenden Möglichkeiten, Veranstaltungen wie Karneval zu beschränken oder gar zu verbieten“, so eine Sprecherin des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gegenüber 24RHEIN.

„Das zeichnet sich derzeit trotz eines seit einigen Tagen zu beobachtenden Anstieges der Infektionszahlen noch nicht ab, wird aber von uns sorgsam beobachtet“, teilt das Ministerium mit. 

Trotz allem wird das Infektionsgeschehen weiterhin beobachtet. Zu den ab November geltenden Corona-Schutzmaßnahmen kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden, teilt das Ministerium mit.

Corona-Regeln an Karneval: Kommen Verschärfungen im Hinblick auf die „Wiesn-Welle“?

Doch was passiert, wenn zu Zeiten von Corona viele Menschen auf engstem Raum zusammen feiern? Auch dieses Jahr strömten Menschen aus aller Welt nach München, um das Oktoberfest zu erleben. 2022 haben insgesamt 5,7 Millionen Menschen auf der Theresienwiese gefeiert und getrunken. Dies blieb in München nicht ohne Auswirkungen auf die Corona-Lage: Zum Start der Wiesn (17. September) lag die Inzidenz in München noch bei 219 – 15 Tage später, am 3. Oktober 2022, hat sich der Wert fast vervierfacht (834). Wie tz.de berichtet, zeigte sich die Corona-Welle auch in den Münchner Kliniken.

In Köln am 11.11. werden weitaus weniger Menschen auf engem Raum feiern, so viel steht fest. Im März 2022, kurz nach Rosenmontag und Veilchendienstag, war die Kölner Inzidenz die höchste in ganz NRW.

Rückblick: Kölner Karneval und Corona – der Sessionsstart 2021

Schon 2021 schaute ganz Deutschland auf Köln: Dort konnten die Jecken nach anderthalb Jahren wieder Karneval feiern. Zwar nicht so ausgelassen wie vor Corona, jedoch wurde es trotzdem ganz schön voll am 11.11. in Köln. Vor einem Jahr herrschten noch ganz andere Regelungen für solche Großevents: Nur Geimpfte und Genesene durften in der Altstadt, der Zülpicher Straße und auf den Uniwiesen ausgelassen Karneval feiern. Doch trotz 2G stieg auch 2021 die Inzidenz von 212,5 (11. November 2021) auf 355,2 (30. November 2022). (spo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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