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11.11. in Köln: Einige Kneipen bleiben zu – „werden Feiern schmerzhaft vermissen“

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Von: Nina Büchs

Karneval: Am 11.11. zieht es viele zum Feiern in die Kneipen in Köln.
Karneval: Am 11.11. zieht es viele zum Feiern in die Kneipen in Köln. © Blickwinkel/Imago

Am 11.11. wird auch in den Kölner Kneipen Karneval gefeiert. Doch angesichts der hohen Inzidenz haben die ersten Gaststätten den Kneipenkarneval abgesagt.

Köln – Zahlreiche Jecken werden am 11.11. den Start in den Kölner Karneval feiern. Auch in den Kneipen wird dann wieder geschunkelt und getanzt. Doch nur wenige Tage bevor es losgeht, verschärft die Stadt die Corona-Regeln für Karneval noch einmal drastisch. Feiern dürfen bei allen Veranstaltungen und Events demnach nur noch Geimpfte und Genesene: Bei jeglichen Veranstaltungen sowie in den Kneipen und Gaststätten gilt die 2G-Regel.

Manche Gastwirte halten das Feiern aber auch unter diesen Bedingungen für zu riskant. Die Inzidenz in Köln nähert sich aktuell bereits der Marke von 205 (10. November). Erste Betriebe in Köln ziehen Konsequenzen – und haben den klassischen Kneipenkarneval ganz abgesagt.

Karneval in Köln: Hier gibt es am 11.11. keinen Kneipenkarneval

Karneval in Köln: Kein 11.11. im Früh Em Veedel – „werden das Feiern schmerzhaft vermissen“

„Liebe Gäste und leev Jecke, wir haben eine schwere Entscheidung getroffen: Das Veedel bleibt am 11.11. geschlossen!“, schreibt die Gaststätte „Früh Em Veedel“ auf Facebook. In der Kneipe an der Severionstorburg wird am 11. November dann also nicht feiert und geschunkelt. „Es ist uns sehr schwer gefallen und wir werden das Feiern mit euch auf die ‚urkölsche Art‘ schmerzhaft vermissen. Ein leises „Alaaf“, bleibt gesund und viel Spaß wünscht euch das Team vum Veedel“, heißt es weiter.

Auch in der traditionellen Kneipe „Chlodwig Eck“, wird es in diesem Jahr keinen Kneipenkarneval geben. Auf Instagram hieß es dazu: „Mit Hinblick auf die schnell steigenden Zahlen möchten wir niemanden – nicht Euch und nicht uns – dem Infektionsrisiko aussetzen“. Der „Mainzer Hof“ schließt sich an und schreibt auf Facebook: „In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr Gastros im Veedel nicht öffnen wollen, sehen wir Menschenmassen auf uns zukommen, die nicht vernünftig zu handhaben sind. [...] Am Ende sind wir nur für uns selbst, unsere Gäste, unsere Nachbarn, Familien etc. verantwortlich und in diesem Sinne schließen wir uns dem freiwilligen Ruhetag an.“

Ähnlich sieht das auch die Gaststätte Wirtz. Eigentlich hätte dort unter 2G-Bedingungen gefeiert werden können. In einem Statement hieß es jedoch: „Aufgrund der aktuell steigenden Zahlen können wir nicht zu 100 Prozent für EURE und unsere Sicherheit sorgen“. Am 11. November werde die Gaststätte daher erst gegen 17:30 Uhr zum normalen Geschäft öffnen.

Und auch die Kult-Kneipe „die wohngemeinschaft“ auf der Richard-Wagner-Straße schließt am 11.11. ihre Türen. „So sind wir nach viel Überlegen und Abwägen zu der Entscheidung gekommen, dass wir den 11.11. nicht feiern werden. Unsere Bar bleibt an dem Tag geschlossen. Wir sind tieftraurig darüber, hätten aber den Tag auch nicht mit einem guten Gefühl angehen können.“ Doch leicht war diese Entscheidung nicht. „Wir und unser Team haben dem Tag noch vor wenigen Woche optimistisch entgegengefiebert.“

Bagatelle Südstadt äußert sich zum Karneval Köln am 11.11.: „Noch zu früh für unkontrollierte Feierei“

Die Bagatelle Südstadt teilte zudem auf Facebook mit, es wäre am 11.11. noch zu „früh für eine unkontrollierte Feierei“. Der Gastrobetrieb könne sich nicht erlauben, dass sich eventuell Mitarbeiter mit dem Coronavirus infizieren.

Eine Party, die bereits ausverkauft ist, findet dort zwar statt – jedoch dürfen daran nur geimpfte oder genesene Gäste mit tagesaktuellem Test teilnehmen, heißt es – also nach dem 2G+-Prinzip. „Das würden wir uns für die Sicherheit aller überall wünschen und verstehen nicht, warum das nicht möglich ist“, so die Bagatelle.

Karneval Köln: Wirte mit Kritik – kein Kneipenkarneval am 11.11.

Außerdem sei es bedenklich, dass sich ausgerechnet Köln für „den größten Corona-Feldversuch der letzten zwei Jahre entschieden“ habe. „Packen wir den Tag, dann gibt es wahrscheinlich nie wieder einen Grund für irgendwelche Einschränkungen. Packen wir den Tag aber nicht, dann lacht uns die ganze Welt aus, es sterben Menschen und man wird sich sehr lange darüber unterhalten müssen, warum man das nicht hat kommen sehen“, schreibt die Bagatelle.

Karneval Köln: Einige Kneipen verschärfen Regeln – „nachvollziehbar, dass Kollegen vorsichtig reagieren“

„Es ist schön, dass in Köln endlich wieder Karneval gefeiert werden kann“, sagt Martin Schlüter, Vorstandsmitglieder der IG Kölner Gastro gegenüber 24RHEIN. Die Vorsicht mancher Betriebe in Bezug auf den Kneipenkarneval könne er aber gut verstehen. „Es ist nachvollziehbar, dass manche Kollegen vorsichtig reagieren. Sollte es zu Infektionen kommen, müssen die Betriebe sich auch auf einen Personalmangel einstellen“, sagt Schlüter. Ausfälle seien insbesondere auch im Hinblick auf das umsatzstarke Vorweihnachtsgeschäft besonders riskant.

11.11. in Köln: Im Weißen Holunder gilt an Karneval sogar 2G+

Striktere Regeln gibt es zum Beispiel auch in der Kneipe „Der Weiße Holunder“ in der Nähe des Mediaparks. Dort finden vom 11.11. bis einschließlich 13.11. Karnevalspartys statt, heißt es in einem Facebook-Post. „Da wir dies nur unter den besten gesundheitlichen Voraussetzungen durchführen können, gilt an allen drei Tagen die 2G-Regelung PLUS tagesaktuellem Negativ-Test (nur Bürgertest erlaubt)“, so der Weiße Holunder.

Eigentlich hätten die Corona-Regeln für den Karneval in Köln nochmals bei einem „Runden Tisch“ besprochen werden sollen, so Schlüter. Der Termin wurde seitens der Stadt jedoch abgesagt.

Feiern am 11.11.: Stadt schreibt 2G für den Kneipenkarneval in Köln vor

Nur wenige Tage vor dem Sessionsstart gibt es dann Corona-Regeln der Stadt. Aufgrund der weiterhin steigenden Zahlen hat man beschlossen, dass in den Kölner Kneipen einheitlich die 2G-Regel gelten wird. Das Land NRW genehmigte den Antrag der Stadt zur Verschärfung am Montag vor dem Auftakt der Karnevalssaison (08.11.2021). Demnach dürfen alle Kneipen und Gaststätten, in denen Karneval gefeiert wird, zwischen Donnerstag, 11.11. ab 8 Uhr und Sonntag, 14.11. bis 8 Uhr nur Geimpfte oder Genesene hereinlassen.

Eine Ausnahme bildet dabei der normale Restaurantbetrieb. Wenn außerhalb des eigenen Sitzplatzes Maskenpflicht herrscht, ist der Einlass weiterhin unter der 3G-Regel möglich.

Ausgenommen von der Regel sind Kinder bis 6 Jahre. Kinder im Alter von 6 Jahren bis 12 Jahren und drei Monaten, sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, können weiterhin mit einem PCR- oder Antigen-Schnelltest mitfeiern. Ob die Kneipen noch strengere Regeln erlassen und von den Geimpften und Genesenen zusätzlich einen tagesaktuellen, negativen Corona-Test verlangen, bleibt weiterhin den Gastwirten selbst überlassen.

Karneval in Köln: Diese Regeln gelten am 11.11.

Strenge Regeln wird es am 11.11. übrigens auch beim Sessionsauftakt der Willi-Ostermann-Gesellschaft am Heumarkt geben. Auch dort sind nur geimpfte und genesene Jecken zugelassen. Ein Überblick über die Corona-Regeln am 11.11. in Köln:

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Dieser Artikel wurde am 10. November aktualisiert.

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