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Köln: So hoch ist die Inzidenz nach dem 11.11. – Corona-Entwicklung im Überblick

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Von: Johanna Werning

Karneval: Tausende Jecken feierten am 11.11.2021 in Köln die Eröffnung der neuen Session.
Karneval: Tausende kostümierte Jecken feierten am 11.11.2021 in Köln die Eröffnung der neuen Session. © Ying Tang / Imago

Am 11.11. wurde in Köln Karneval gefeiert – trotz Corona. Mittlerweile sind bei der Inzidenz erste Auswirkungen zu erkennen. Der Wert liegt am Dienstag bei 355,2.

Köln – Zwar war der Kölner Karneval in diesem Jahr etwas zurückhaltender als in der Vergangenheit, dennoch kam es gerade im Bereich rund um die Zülpicher Straße zu Menschenmassen, die gefeiert haben. Abstand? Fast gänzlich Fehlanzeige. Die Jecken standen dicht an dicht. Das Coronavirus rückte bei vielen Karnevalistinnen und Karnevalisten offenbar eher in den Hintergrund. Dabei lag die Inzidenz in Köln bereits am 11.11. bei 212,5 (Quelle: Robert-Koch-Institut).

Hinweis der Redaktion:

Knapp zwei Wochen nach dem Sessionsauftakt wird erneut nach Köln geschaut. Denn trotz steigender Inzidenz waren beim Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach 50.000 Fußballfans im RheinEnergie-Stadion. Für viele ein absolutes No-Go. Der Vorwurf: Ein ausverkauftes Spiel mit so vielen Menschen sei bei hohen Inzidenzen während der vierten Corona-Welle zu gefährlich.

Doch erst jetzt, Tage später, zeigt sich wirklich, welche Folgen der Corona-Karneval für Köln haben könnte. Am Montag, 22. November, knackte die Inzidenz erstmals die 300er-Marke. Nach einem kurzen Abwärtstrend bei den Zahlen ist der Wert inzwischen jedoch wieder gestiegen. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz laut dem Robert-Koch-Institut bei 355,2 (Stand: 30. November).

Köln: Wann könnte Karneval Einfluss auf Inzidenz haben?

Welchen Einfluss Karneval auf diese Zahl hat, ist aktuell noch nicht vollständig klar. Denn wer am 11.11. bereits infiziert gefeiert hat und mögliche weitere Personen angesteckt hat, taucht unter Umständen noch gar nicht in der Inzidenz auf. Die gemeldeten Coronafälle werden nämlich nicht nur jeweils auf 100.000 Einwohnende berechnet. Die Inzidenz ergibt sich auch aus den letzten sieben Tagen. Daher war klar, dass sich frühestens am Donnerstag, 18. November zeigt, welchen Einfluss die Feiern rund um den Kölner Karneval auf die Corona-Inzidenz in der Stadt haben. Exakt eine Woche nach den Feierlichkeiten rund um den Sessionsauftakt lag die Inzidenz bei 252,1 (Quelle: Robert-Koch-Institut).

Diesen Wert muss man jedoch in Relation setzen; schließlich war die Inzidenz im Zeitraum der Woche vor dem Kölner Karneval, also vom 3. bis zum 10. November, sogar um fast 70 Punkte angestiegen (von 136,6 auf 205,0). Da sich viele Karnevalistinnen und Karnevalisten wohl erst in den Tagen nach dem eigentlichen Sessionsauftakt am 11. November auf das Virus getestet haben dürften, könnte die Inzidenz in den kommenden Tagen allerdings noch einmal deutlich ansteigen.

Expertinnen und Experten hatten ohnehin einen enormen Anstieg der Corona-Zahlen nach den Karnevalsfeierlichkeiten befürchtet. Auch die Virologin Isabella Eckerle hielt die Menschenmassen am 11.11. in Köln für „keine gute Idee“. Auf Twitter teilte sie ihre Befürchtung: „Ich vermute, dass sich viele Teilnehmer sicher fühlen, denn es ist ja erlaubt. Leider ein großer Trugschluss. Nur weil etwas politisch abgesegnet ist, ist es noch lange keine gute Idee!“ Und auch SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Prof. Dr. Karl Lauterbach warnte bereits vorab: „Der Karneval kann zum Superspreader-Event werden.“

Köln Nach dem 11.11. – Karnevalsmoderator Guido Cantz hat Corona

Mittlerweile hat es den ersten Promi-Jecken erwischt: Während Guido Cantz am 11.11. noch auf der Bühne am Heumarkt moderierte, wurde der Kölner nun positiv auf das Coronavirus getestet: „Ich wurde positiv auf das Coronavirus getestet und befinde mich in häuslicher Isolation“, erklärt Cantz am Donnerstagabend. „Wann und wo ich mich infiziert habe, kann ich nicht sagen. Ich bin 2fach geimpft und teste mich seit 14 Tagen täglich.“ Ob die Corona-Erkrankung demnach wirklich mit dem 11.11. zusammenhängt, ist nicht klar.

Köln: So berechnet sich die Inzidenz

Die Berechnung der Inzidenz an einem konkreten Beispiel: In den vergangenen sieben Tagen (11. November bis 17. November) wurden in Köln insgesamt 2732 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Stadt hat 1.083.498 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 31. Dezember 2020). Teilt man 2732 (Kölner Coronafälle laut Gesundheitszentrum) durch 1.083.498 (Einwohnende in Köln) ergibt sich 0,002521. Diesen Wert multipliziert man mit 100.000 und schon ergibt sich die Inzidenz. Somit lag die Inzidenz am Donnerstag, 18. November, bei 252,1.

So berechnet sich die Inzidenz

Die Inzidenz verdeutlicht die aktuellen Corona-Fallzahlen in einer Region. Dabei wird der Wert auf 100.000 Einwohner und die gemeldeten Fälle der letzten sieben Tage bezogen.

Rechnung Inzidenz: Alle gemeldeten Neuinfektionen der letzten sieben Tage werden addiert. Die Summe wird dann durch die Einwohnerzahl geteilt. Anschließend multipliziert man den Wert mit 100.000.

Corona-Lage in Köln: Die Inzidenz im Überblick

Corona-Lage in Köln
Dienstag, 30. November355,2
Montag, 29. November313,3
Samstag, 27. November:293,8
Freitag, 26. November:295,1
Donnerstag, 25, November:288,0
Mittwoch, 24. November:289,4
Dienstag, 23. November:331,3
Montag, 22. November:300,9
Sonntag, 21. November:278,9
Samstag, 20. November:277,7
Freitag, 19. November:265,2
Donnerstag, 18. November:252,1
Mittwoch, 17. November:240,8
Dienstag, 16. November:243,7
Montag, 15. November:245,7
Sonntag, 14. November:220,2
Samstag, 13. November:213,9
Freitag, 12. November:213,3
Donnerstag, 11. November:212,5
Mittwoch, 10. November:205,0
Dienstag, 9. November:192,0
Montag, 8. November:185,6
Sonntag, 7. November:174,4
Freitag, 5. November:148,4
Donnerstag, 4. November:134,0
Mittwoch, 3. November:136,6
Dienstag, 2. November:151,5
Montag, 1. November:157,4

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Dieser Artikel wurde am 30. November aktualisiert. Neuerung: Neuer Inzidenzwert eingefügt.

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