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Corona-Karneval: So voll war es in Köln am 11.11.

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Von: Nina Büchs

Tausende Menschen stehen auf der Zülpicher Straße in Köln und feiern.
Überfüllte Straßen gab es beim Auftakt des Kölner Karnevals am 11.11. © Thomas Banneyer/dpa

Tausende Menschen haben in Köln Karneval gefeiert, Straßen und Plätze waren überfüllt. Menschenmassen standen dicht and dicht. Es gab heftige Kritik.

Köln – Ganz Deutschland hat am 11.11. für den Auftakt des Karnevals nach Köln geschaut. Bilder von Menschenmassen auf den Straßen, überfüllten Plätzen und Jecken mit bunten Kostümen sorgten auch für Kritik. Die aktuelle Inzidenz liegt in Köln am 11.11. bei 212,5 (Quelle: RKI). Die Stadt hatte die Corona-Regeln deshalb erst kurz vor dem Auftakt des Kölner Karnevals verschärft und in vielen Bereichen in der Innenstadt ein 2G-Prinzip eingeführt.

Corona-Karneval: Menschenmassen feiern in Köln

Junge Menschen feiern in dem 2G Bereich um den Zülpicher Platz.
Die Zülpicher Straße in Köln ist dicht: Hier feiern tausende Menschen den 11.11. © Henning Kaiser/dpa

Besonders überfüllt war am 11. 11. das Zülpicher Viertel. Auf Bildern sind Menschen zu sehen, die dicht gedrängt auf den Straßen oder vor den Kneipen stehen. Gegen Nachmittag verschärfte sich dort die Situation allerdings. Eine Mitarbeiterin des Ordnungsdienstes sagte 24RHEIN, dass Menschen an einem Zugang an der Zülpicher Straße versucht hätten, den Kontrollpunkt am Einlass zu überlaufen. Einige feierwütige Karnevalisten versuchten außerdem, über Zäune am Zülpicher Wall zu klettern. Die Stadt hatte Jecken gegen 15:15 Uhr aufgefordert, das Zülpicher Viertel nicht mehr anzusteuern. Auch Entlastungsflächen auf Höhe der Uniwiese waren am Nachmittag komplett ausgelastet.

Karneval trotz Corona: Tausende feiern in Kölner Altstadt

Auf dem Heumarkt feiern Tausende den Auftakt in die Karnevalssession.
Auf dem Heumarkt feiern Tausende den Auftakt in die Karnevalssession. © Horst Galuschka / Imago

Die fünfte Jahreszeit wird in Köln traditionell groß gefeiert – auch auf dem Heumarkt war zum Sessionsauftakt am Vormittag wieder einiges los. Und das trotz nebligem Wetter und kühlen Temperaturen. Die Veranstaltung durfte jedoch ebenfalls nur von Geimpften und Genesenen besucht werden, zudem musste vorab ein Ticket gekauft werden. „Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, benötigen einen entsprechenden ärztlichen Nachweis und einen aktuellen negativen Corona-Test“, hieß es.

Köln: Henriette Reker zum Karneval am 11.11. – es war „richtig, heute zu feiern“

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei der Sessionseröffnung.
Karneval trotz Corona: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei der Sessionseröffnung. © Rolf Vennenbernd/dpa

Etwas entspannter war dagegen Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Es sei „richtig, heute zu feiern“, sagte Reker über den 11.11. in Köln. Sie sei der festen Überzeugung, dass eine Absage wie im vergangenen Jahr nicht gelungen wäre. „Der 11.11. ist ein wichtiger Bestandteil von Köln.“

Karneval in Köln am 11.11.: Feiernde jubeln Bands am Tanzbrunnen zu – „die Stimmung ist super“

Feiernde am Tanzbrunnen, 11.11.
Auch am Tanzbrunnen feiern tausende Jecke die Eröffnung der neuen Karnevalssession. © 24RHEIN

Am Tanzbrunnen in Köln versammelten sich ebenfalls viele Jecken auf engem Raum, um den Bands auf der Bühne zuzujubeln. Wie Bilder zeigen, standen die Jecken dort ebenfalls dicht an dicht zusammen und feierten den Kölner Karneval. „Die Stimmung ist super“, sagte ein Besucher.

Karneval am 11.11.: Kölner Kneipen durften öffnen – aber nur mit 2G

Schlangen vor Kneipen, 11.11.
Vor den Brauhäusern in der Altstadt bilden sich die ersten längeren Schlangen. © 24RHEIN

Gegen Mittag verzog sich der Nebel in Köln immer mehr. Nach dem Sessionsauftakt am Heumarkt oder Tanzbrunnen strömten dann viele Karnevalisten in die Kölner Kneipen und Gaststätten. Auch dort hatte die Stadt jedoch aufgrund der hohen Corona-Zahlen eine 2G-Regel eingeführt. Demnach durften nur Geimpfte und Genesene am Kneipenkarneval und anderen Karnevalspartys teilnehmen. Zudem galt das 2G-Konzept auch für den Heumarkt, die Kölner Altstadt und das Zülpicher Viertel.

11.11. in Köln: Feiernde konnten Impfpass per Automat einscannen

Impfpass-Scan-Automaten an der Zülpicher Straße
Auf der Zülpicher kann man seinen Impfpass in einem Automaten einscannen lassen. © 24RHEIN

Wer am 11.11. auf der Zülpicher Straße unterwegs war, dem fielen auch diese blau-weißen Automaten ins Auge. Diese wurden dort aufgestellt, damit Feiernde damit ihren Impfpass einscannen können. Der Automat spuckte daraufhin einen Sticker aus, den man sich aufs Kostüm kleben konnte. Der Sticker wird dann als Nachweis für die Impfung gewertet. Doch: Jeder kann seinen Impfpass logischerweise nur ein einziges Mal einscannen. Wie sich zeigte, wurden die Automaten jedenfalls von den Karnevalisten gerne genutzt.

Karneval am 11.11. in Köln könnte laut Lauterbach „Superspreader-Event“ werden

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD und Direktkandidat für Wahlkreis Köln IV, steht im Stadtteil Delbrück auf der Strasse.
Karl Lauterbach drängte angesichts der Corona-Zahlen darauf, möglichst draußen Karneval zu feiern. (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Während die Jecken in Köln schunkelten und gemeinsam Karnevalshits sangen, äußerte sich der Satiriker Jan Böhmermann kritisch in Bezug auf den Kölner Karneval. „Alaaf! Heute als Krankenschwester auf der Zülpicher Straße, an Weihnachten als Sexy Intubierte in der Uniklinik!“, schrieb er auf Twitter.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnte bereits vor einigen Tagen, dass der Karneval zu einem Superspreader-Event werden könne. Er drängte darauf, wenn möglich draußen zu feiern. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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