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Karneval: Strenges Sicherheitskonzept für den 11.11. – damit es in Köln sicherer ist

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Von: Johanna Werning

Das Sicherheitskonzept für den 11.11. auf der Zülpicher Straße in Köln steht: Nicht nur der Eingang für die Party-Zone ist neu. Der Überblick.

Köln – Lange war die genaue Umsetzung des Sicherheitskonzepts für den 11.11. rund um die Zülpicher Straße unklar. Zwar wurde getuschelt und gemunkelt, doch die Stadt Köln wollte sich lange Zeit nicht in die Karten schauen lassen. Erst nach Abschluss der Planung wolle man das Konzept der Öffentlichkeit vorstellen. Jetzt ist es endlich so weit: Das Sicherheitskonzept für das sogenannte Kwartier Latäng steht fest – und hält einige Neuerung bereit. Polizei und Stadt bereiten sich auf einen Ansturm auf Kölns Straßen vor. Die Rede ist von bis zu 20.000 Menschen, die das Ziel Zülpicher Straße haben.

Karneval in Köln: So soll die Zülpicher Straße am 11.11. sicher sein

„Ziel ist es, ein relativ sicheres Feiern sicherzustellen“, sagt Stadtdirektorin Andrea Blome. Klar sei allerdings auch, dass die Stadt kein Veranstalter für die Sessionseröffnung 2023 ist und stattdessen für die Sicherheit und Ordnung zuständig ist. Größte Neuerung: Der Massenandrang am Knotenpunkt Barbarossaplatz, Hohenstaufenring, Roonstraße und Kyffhäuserstraße soll entzerrt werden.

Ein Plan zum Kölner Sicherheitskonzept.
Am 11.11. gibt es für die Zülpicher Straße ein strenges Sicherheitskonzept © Stadt Köln

Dafür werden der Eingangsbereich zur Zülpicher Straße/Zülpicher Wall verlegt und mehrere Schleusen eingerichtet. Besucher vom Barbarossaplatz werden über die Luxemburger Straße zum neuen Eingangsbereich geleitet. Die Umleitung ist ungefähr 750 Meter lang. Die Strecke dauert normalerweise rund zehn Minuten. Am 11.11. dürfte der Weg jedoch deutlich länger dauern. Für die Sicherheit wird die Luxemburger Straße zunächst teilweise und bei hohem Andrang komplett gesperrt.

Sicherheitskonzept am 11.11. – „dass es dort nicht zu voll wird, haben wir im Blick“

Erste Kontrollpunkte aufgrund des Glasverbots und zusätzliche Sicherheitssperren gibt es für die Jecken allerdings schon vor dem eigentlichen Eingang. Und auch hinter dem Haupteingangsbereich gibt es weitere Sperren, die verengt oder sogar geschlossen werden, falls der Andrang zu hoch wird.

„Wir wissen natürlich, dass wir vorsichtig sein müssen mit dem Thema Unterführung und deswegen haben wir selbstverständlich vorgesehen, dass diese Kontrollen viele, viele Meter vorgelagert sind, damit dort eine Entzerrung passiert und sich die Leute nicht ausgerechnet in der Unterführung ballen“, erklärt Blome im Gespräch mit 24RHEIN. „Dass es dort nicht zu voll wird, haben wir im Blick“, so die Stadtdirektorin weiter. „Gegenläufige Ströme, die wir schon einmal erlebt haben, als es dann auch zum Unglück kam, haben wir nicht.“

Zülpicher Viertel: Überblick Sicherheitsmaßnahmen 11.11.2022

► Ausgangssituation: Das Zülpicher Viertel rund um die Zülpicher Straße wird wieder komplett abgesperrt. Bis zu 15.000 Menschen sollen so feiern können. Auch das Glasvebot gilt in diesem Jahr wieder. Es gibt mehrere Kontrollpunkte.

► Neue Eingangssituation: Die Jecken sollen nicht mehr auf Höhe des Barbarossaplatzes auf die Zülpicher Straße kommen. Stattdessen werden sie über die Luxemburger Straße umgeleitet. Der Zugang zur Zülpicher Straße passiert dann über den Unipark. Auf Höhe des Zülpicher Walls ist dann der eigentliche Eingangsbereich. Vor und nach dem Haupteingang gibt es mehrere Schleusen.

► Zugänge für Anwohner: Anwohner können Sondereingänge nutzen. Die Stadt hat an alle Bewohner in diesem Bereich einen Brief mit den nächstgelegenen Sondereingängen geschickt. Ein Ausweisdokument mit entsprechender Adresse reicht, um Zugang zu erhalten. Alternativ gibt es Armbändchen, die die Stadt verteilt.

► Zugänge für Arbeiter: Menschen, die am 11.11. im Bereich Zülpicher Viertel zur Arbeit müssen, können ebenfalls die Sondereingänge nutzen. Die Stadt schickt in der ersten Novemberwoche genaue Informationen an die Gewerbetreibende. Auch hier sollen Armbändchen die Zugangskontrollen vereinfachen.

► Zugänge für Gäste mit Eintrittskarten: Wer am 11.11. eine Karte für eine Veranstaltung im Zülpicher Viertel hat, kann ebenfalls leichter durch die Eingangskontrollen kommen. Hier soll das Ticket als Zugangsvoraussetzung gelten.

► Uniwiese: Die Wiese selbst wird für die Massen abgesperrt. Allerdings werden die Gehwege mit Schutzmatten verbreitert.

► Weniger Beeinträchtigungen für Anwohner: Vor allem die Anwohner sollen besser geschützt werden. Darum gibt es neben den Sondereingängen auch zusätzliche Straßensperrungen für die Jecken.

► Entlastungsfläche: Eine grundlegende Entlastungsfläche ist nicht geplant. Allerdings gibt es die Möglichkeit in Richtung Universität eine Fläche musikalischen zu bespielen. Das soll jedoch nur zeitweise passieren, und auch nur, wenn der Eingangsbereich bereits überfüllt ist.

Karneval 2023 in Köln: 11.11. am Zülpicher – was sich für Anwohner ändert

Doch nicht nur die Eingangssituation am Zülpicher Viertel ist am 11.11. neu. Mit dem neuen Sicherheitskonzept soll sich auch die Situation für Anwohner, Gäste, die in bestimmte Lokale wollen und Mitarbeiter, die in den Party-Hotspot müssen, verbessern. Hier gibt es Sondereingänge entlang des gesamten Sperrbereichs. Anwohner erhalten mit Ausweisdokumenten und Armbändchen Zugang. Auch Personen, die zur Arbeit müssen, erhalten Armbändchen. Gäste, die Karten für eine Veranstaltung im Zülpicher Viertel haben, können die Eintrittskarte nutzen, um Zugang zu erhalten.

Diese Straßen sind in der Party-Zone Zülpicher Viertel gesperrt

In Köln gibt es am 11.11. wieder erhebliche Verkehrsstörungen. In der kompletten Innenstadt gilt ein Fahrverbot für Lkw. Viele Straßen (wie ab dem Vormittag zum Beispiel die Luxemburger Straße) sind generell an diesem Tag gesperrt. Auch das gesamte Zülpicher Viertel wird zum 11.11. großräumig abgesperrt. Auf für die Feiernden selbst gibt es im Zülpicher Viertel Straßensperrungen. Dadurch soll vor allem das Wildpinkeln und die Vermüllung eingedämmt werden. Diese Straßen im Zülpicher Viertel sind für Feiernde gesperrt:

Karneval in Köln: 11.11. auf der Zülpicher Straße – Entlastungsfläche trotz Uniwiese-Verbot?

Während es aufgrund des Coronavirus in den vergangenen Jahren eine Entlastungsfläche auf der Uniwiese gab, soll das in diesem Jahr wegfallen. Lange war unklar, wie und wo stattdessen eine Entlastungsfläche entstehen soll, wenn die Zülpicher Straße zu voll ist.

Eine wirkliche Entlastungsfläche für den Kölner Karneval gibt es in diesem Jahr nicht. Allerdings: Falls bereits der Eingangsbereich zu überfüllt sein sollte, soll zwischen Uniwiese und Universität zeitweise ein DJ Musik auflegen. Das passiere jedoch nur bei Bedarf und dann auch nur temporär, betont die Stadt.

Karneval in Köln: Zahlen, Daten, Fakten 11.11. in Köln

Polizeikräfte:1000 bis 1150
Ordnungsdienstkräfte:150 (aufgeteilt in drei Schichten)
Sicherheitskräfte:Rund 520 (davon 320 im Zülpicher Viertel)
Bauzaun:6 Kilometer
Mobile Toiletten:500
Urinale:140
Urinalrinnen:20
Toilettenwagen:16
Lichtmasten:17
Kosten700.000 bis 800.000 (ohne Kosten für städtische Mitarbeiter)

Karneval Köln: 11.11. am Zülpicher – Weniger Polizei, aber mehr Sicherheit

Neben dem Ordnungsamt werden auch private Sicherheitskräfte und die Polizei vor Ort sein. „Wir werden von Anfang an dafür sorgen, Bereiche so zu sichern, dass wir auch in den späteren Stunden die Sicherheit sicherstellen können“, sagt Rüdiger Fink, Chef der Polizeiinspektion 1 in der Kölner Innenstadt. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass das Konzept funktionieren wird und machen uns als Polizei wenig Sorgen.“

Dabei werden jedoch weniger Polizeikräfte in Köln im Einsatz sein. Statt wie letztes Jahr 1300 sind es zur Sessionseröffnung im Kölner Karneval 2023 zwischen 1000 und 1150 Kräfte. „Wir glauben, dass wir das ganze aufgrund des neuen Konzepts leichter handeln können“, so Fink.

Karneval in Köln: Sicherheitskonzpet für Zülpicher Straße – „wird einiges aufgefahren“

Aber was sagt die IG Gastro zum Sicherheitskonzept? „Das sind ja wirklich unglaubliche Zahlen, die da aufgefahren werden. Wir sprechen da von mehr als 1500 Sicherheitskräften. Da wird schon einiges aufgefahren“, sagt Philipp Treudt von der Interessengemeinschaft im Gespräch mit 24RHEIN

„Ob das Sicherheitskonzept funktioniert, werden wir sehen.“ Denn aufgrund der neuen Eingangssituation gibt es eine enorme Veränderung. „Tendenziell wird da schon Druck herausgenommen. Die Leute können halt nicht mehr einfach ins Veeedel strömen“, so der Gastronom.

Doch das wirkt sich auch auf die Gastro aus. „Das Laufpublikum fällt dadurch aber auch komplett weg. Der normale Gast hat keine Lust, die komplette Luxemburger Straße als Umweg zu gehen.“ Das müsse man auf jeden Fall im Blick haben, so Teudt. „Es gibt ja auch eine Nachbesprechung, da müssen wir dann noch einmal gucken.“ (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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