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Familie bei Flugzeugabsturz verloren: Sohn des Piloten spricht erstmals

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Von: Johanna Werning

Monate nach dem Flugzeugabsturz der Griesemann-Familie äußert sich nun Björn. Er ist der Sohn des Piloten Peter Griesemann. Er will seinen Vater stolz machen.

Köln – Ziemlich genau vier Monate sind seit dem schrecklichen Flugzeugabsturz der Cessna 551 vergangen. Am 4. September stürzte das Flugzeug vor der lettischen Küste in die Ostsee. An Bord die Kölner Familie Griesemann: Peter, seine Ehefrau Juliane, Tochter Lisa und deren Freund. Die Behörden gehen davon aus, dass alle vier bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind.

Flugzeugabsturz über der Ostsee
Datum4. September 2022, Absturz um 19:45 Uhr deutscher Zeit
MaschineCessna 551 mit der Kennung „OE-FGR“
Menschen an Bord4

Nach Ostsee-Flugzeugabsturz: Sohn äußert sich – „weiß genau, was mein Vater gesagt hätte“

Eine Person zeigt mit einem Stift auf die letzte bekannte Position der Cessna mit der Kennung OE-FGR. Dazu: Peter Griesemann, Ehrenpräsident vom Karnevalsverein „Blaue Funke“ (undatierte Aufnahme).
Vier Monate nach dem Flugzeugabsturz in die Ostsee, bei dem der Pilot Peter Griesemann (im Bild) und drei weitere Menschen starben, äußert sich der Piloten-Sohn. (IDZRW-Montage) © Helmut Fohringer/APA/dpa & Jürgen Hellbig/Blaue Funken/KFA /dpa

Peter Griesemann ist kein unbekannter. Der Kölner Unternehmer war 14 Jahre Präsident der Blauen Funken und wurde zuletzt sogar zum Ehrenpräsidenten ernannt. Mittlerweile führt sein Sohn Björn Griesemann das Traditionskorps im Kölner Karneval – und äußert sich erstmals zum Absturz der Cessna 551 mit dem Kennzeichen „OE-FGR“.

Obwohl erst wenige Monate seit der Tragödie vergangen und die offizielle Absturzursache noch nicht feststeht, ist der Funken-Präsident bereits auf mehreren Karnevalsbühnen aufgetreten. „Das Zusammensein mit Freunden, mit Kameraden – all diese Dinge haben mich beseelt und ich bin mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen“, erklärt Björn Griesemann gegenüber dem Express.

Außerdem wolle Griesemann so auch seinen Vater stolz machen. „Ich weiß ganz genau, was mein Vater gesagt hätte. Er hätte mir klargemacht, dass ich als Präsident auch eine Verantwortung trage.“ Deshalb habe er sich auch bewusst gegen eine Auszeit entschieden, so der Karnevalist weiter. Dazu gedrängt habe ihn aber keiner: „In der ganzen Zeit haben die vielen Worte, Briefe und Unterstützung von Freunden und Kollegen sehr gutgetan. Dafür möchte ich mich auch im Namen meiner Familie bedanken. Das hat mir und uns allen sehr geholfen.“

Chronik des tragischen Absturzes am 4. September 2022: Die letzten Minuten in der Cessna 551

 14:57:00 Uhr (deutscher Zeit): Das Flugzeug startet auf der Piste 20 des Flughafen Jerez in Spanien zu einem privaten Flug zum Flughafen Köln-Bonn.

15:42:14 Uhr: Der Pilot meldet sich beim Lotsen und berichtet von einem Problem mit der Klimaanlage; fordert sofortigen Sinkflug an.

► 15:42:46 Uhr: Der Lotse erbittet vom Piloten noch einmal eine Bestätigung seiner Sinkflug-Anfrage. Darauf antwortet der Pilot allerdings nicht mehr. Auch weitere Anfunk-Versuche in der Folge verlaufen erfolglos.

► 16:16:23 Uhr: Die Cessna 551 dringt in den französischen Luftraum ein. Jagdflugzeuge werden alarmiert und fliegen der Maschine hinterher.

► 17:43:00 Uhr: An der luxemburgisch deutschen Grenze kurvt das Flugzeug nach Norden und dreht anschließend nach Nordosten, in Richtung Zielflughafen Köln/Bonn. Südlich Euskirchen, dreht das Flugzeug und fliegt in nordöstliche Richtung weiter.

► 18:50:00 Uhr: Das Flugzeug verlässt den deutschen Luftraum und wird nachfolgend von dänischen und schwedischen Alarmrotten sowie schließlich von Piloten einer in Estland stationierten Alarmrotte der NATO begleitet.

► 19:30:00 Uhr: Die Cessna 551 geht in einen Sinkflug über.

► 19:45:00 Uhr: Nach einem spiralförmigen Sinkflug stürzt die Maschine in die Ostsee.

Blaue Funken-Präsident und Piloten-Sohn spricht über Ostsee-Absturz – „Karneval hilft“

Und auch der Karneval selbst habe sein Teil dazu beigetragen, sagt der Karnevalist: „Ich habe es selbst erlebt: Geh‘ zehn Minuten in den Karneval und dann fühlt es sich auch wieder gut an“, so Björn Griesemann weiter. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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