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Ungeimpft Karneval gefeiert? Impfpass-Affäre um Trainer Markus Anfang

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Von: Johanna Werning

Trainer Markus Anfang gibt im Weserstadion ein Interview.
Die Impfpass-Affäre von Markus Anfang geht weiter (Archivbild) © Carmen Jaspersen/dpa

Markus Anfang soll mit einem gefälschten Impfpass den 11.11. in Köln gefeiert haben – auf einer Sessionsfeier der Roten Funken. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Köln/Bremen – Die Impfpass-Affäre um den ehemaligen Werder-Trainer Markus Anfang geht weiter. Der Vorwurf: Der Fußballtrainer soll mit einem gefälschten Impfpass unterwegs gewesen sein. Sogar den 11.11. soll der eigentlich Ungeimpfte in Köln groß gefeiert haben – und zwar beim 2G-Sessionsauftakt der Roten Funken im Maritim Hotel. Nun veröffentlicht die Staatsanwaltschaft Bremen neue Erkenntnisse, die den 47-Jährigen schwer belasten.

Impfpass-Affäre von Markus Anfang: So flog er auf

Markus Anfang soll gefälschten Impfpass haben – mehrere Auffälligkeiten

Aber was ist passiert? Seit Donnerstag, 18. November, ermittelt die Staatsanwaltschaft Bremen gegen Markus Anfang. Denn das Gesundheitsamt hat gegen den 47-Jährigen eine Strafanzeige wegen Dokumentenfälschung gestellt. Anfang soll einen gefälschten Impfpass besitzen. Und in dem steht, dass er beide Impftermine im Impfzentrum in Köln hatte.

Der Vorwurf wird durch die ersten Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft bestärkt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, dass Anfang an keinem der beiden in seinem Impfpass dokumentierten Termine von dem dort angegeben Impfzentrum erfasst wurde. Das habe eine Recherche bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein ergeben, die das besagte Impfzentrum in Köln betreibt. Außerdem hatte Anfang am Tag seiner vermeintlichen Erstimpfung ein Auswärtsspiel mit seinem damaligen Verein SV Darmstadt 98 in Würzburg.

Und auch bei den Chargennummern gibt es Auffälligkeiten: Die Ermittlungen ergeben, dass die bei Anfangs erstem Termin angegebene Chargennummer des Impfstoffs nie verimpft wurde. Die Chargennummer des zweiten Termins wurde nach Angaben des Oberstaatsanwalts Frank Passade zwar verimpft – jedoch nicht an dem in Anfangs Dokument angegebenen Tag. Darum geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Impfausweis des früheren Bundesliga-Profis gefälscht ist.

Werder-Trainer soll gefälschten Impfpass haben – Markus Anfang zu Vorwürfen

Und was sagt Markus Anfang zu den Vorwürfen? Während er noch am Donnerstagabend die Vorwürfe zurückwies und versicherte, dass er geimpft ist, hat er sich nun aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich Anfang mittlerweile einen Anwalt genommen, aber noch keine Aussage zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen gemacht. „Sein Anwalt wird erst einmal Akteneinsicht fordern“, sagte Passade.

Das ist Markus Anfang

Markus Anfang ist am 12. Juni 1974 in Köln geboren. Er ist ein ehemaliger Fußballspieler und ein Fußballtrainer. Als Kind und Jugendlicher spielte Anfang unter anderem beim TSV Bayer Dormagen und dem KSV Heimersdorf in Köln. Seine Profi-Karriere startete er bei Fortuna Düsseldorf.

Als Fußballspieler spielte er unter anderem für FC Schalke 04,  FC Tirol Innsbruck und MSV Duisburg. Seit 2010 war Anfang als Fußballtrainer aktiv. 2018 bis 2019 trainierte er auch die Mannschaft des 1. FC Köln, bevor er in dieser Saison nach Bremen wechselte.

Impfpass-Affäre: Markus Anfang feiert 11.11. bei Roten Funken

Mit dem gefälschten Impfausweis hatte Markus Anfang die Möglichkeit, auch als Ungeimpfter bei 2G-Veranstaltungen teilzunehmen – und davon soll er Gebrauch gemacht haben. Der ehemalige Werder-Coach soll den Sessionsauftakt im Kölner Karneval am 11.11. gefeiert haben.

Unter anderem soll er auf einer Veranstaltung der Traditionsgesellschaft Rote Funken mit mehreren Personen gefeiert haben. Besonders pikant: Der Karnevalsverein legte eine 2G+-Regel für die Sessionseröffnung fest. „Er hat persönlich mehrere Karten auf unserer Geschäftsstelle abgeholt. Was Herr Anfang getan hat, ist nicht nachvollziehbar und nicht fair“, so Günter Ebert, Sprecher der „Roten Funken“ zur Bild.

Impfpass-Affäre von Markus Anfang geht weiter – diese Konsequenzen drohen

Aufgrund des gefälschten Impfpasses drohen Anfang nun ernste Konsequenz. Neben der Staatsanwaltschaft ermittelt auch ein Kontrollausschuss des Deutschen-Fußball-Bundes. Seinen Job als Werder-Chef hat der 47-Jähriger bereits verloren. Wegen der Ermittlungen traten er und sein Co-Trainer Florian Junge zurück. Weitere sportrechtliche Konsequenzen, die von einer Geldstrafe bis zu einem zeitweisen Funktionsverbot als Trainer reichen, sind für Anfang ebenfalls möglich. (jw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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