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Zehntausende feiern in Köln – Virologin: „Keine gute Idee“

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Von: Benjamin Stroka

Auf dem Heumarkt feiern Tausende den Auftakt in die Karnevalssession.
Auf dem Heumarkt feiern Tausende den Auftakt in die Karnevalssession. © Horst Galuschka / Imago

Am 11.11. feiern Zehntausende in Köln dicht gedrängt den Karneval – und das, trotz hoher Corona-Zahlen. Für Virologin Isabella Eckerle „keine gute Idee“.

Köln – Die höchste Inzidenz seit Ende April und nur noch wenig Platz auf den Intensivstationen – trotz Corona feiern in Köln Zehntausende am 11.11. den Start in den Kölner Karneval. Dabei wird vielerorts dicht gedrängt gesungen, geschunkelt und getanzt. Im Netz werden die Bilder aus der Domstadt den ganzen Tag über kritisiert. Viele Menschen sind fassungslos und fürchten eine Explosion der Corona-Zahlen in den nächsten Wochen als Folge des regen Karnevalstreibens. Auch die Virologin Isabella Eckerle hält die Menschenmassen am 11.11. in Köln für „keine gute Idee“.

Feiern zu Karneval in Köln: Laut Virologin „keine gute Idee“

Auf Twitter schreibt Eckerle auf die Frage, was die Menschen dazu bewegt, bei den ausgelassenen Feiern während einer Pandemie mitzumachen: „Ich vermute, dass sich viele Teilnehmer sicher fühlen, denn es ist ja erlaubt. Leider ein großer Trugschluss. Nur weil etwas politisch abgesegnet ist, ist es noch lange keine gute Idee.“

Die Stadt Köln hat die Feierlichkeiten zu Karneval mit strengen 2G-Regeln erlaubt, obwohl die Corona-Infektionszahlen seit Wochen ansteigen. Am 11. November erreichte die 7-Tage-Inzidenz in der Domstadt mit 212,5 (Quelle: RKI) den höchsten Wert seit Ende April. Welche Auswirkungen der Kölner Karneval auf die Infektionszahlen haben wird, dürfte aber frühestens in einer rund einer Woche zu erkennen sein.

11.11. in Köln: Böhmermann schießt gegen Corona-Karneval

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hatte bereits vor dem Start in den Karneval davor gewarnt, dass sich das jecke Treiben zu einem „Superspreader-Event“ entwickeln könnte. „Habe den Jecken eine gute Zeit gewünscht, aber auch von allen Innenraum-Veranstaltungen abgeraten. Will kein Spielverderber sein. Aber: Wenn drinnen, dann 2G, und besser gar nicht. Diesmal feiern wir Karneval draußen“, twitterte der Bundestagsabgeordnete.

Auch Jan Böhmermann hatte sich am 11.11. bei Twitter zu Wort gemeldet und besonders die Menschenmassen auf der Zülpicher Straße scharf kritisiert. „Alaaf! Heute als ‚Sexy Krankenschwester‘ auf der Zülpicher Straße, an Weihnachten als ‚Sexy Intubierte‘ in der Uniklinik“, schrieb der Satiriker und TV-Moderator. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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