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Müllberge nach dem 11.11. in Köln schocken selbst erfahrene AWB-Mitarbeiter

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Von: Johanna Werning

100 Tonnen Müll: Das ist die Bilanz zum 11.11. in Köln. Um die Stadt von den Müllmengen zu befreien, waren die Mitarbeiter der AWB tagelang im Einsatz.

Köln – Die Sessionseröffnung im Kölner Karneval ist immer eine Herausforderung – und zwar für die Stadt, für die KVB, für die Polizei, aber auch für die AWB. In ganz Köln herrscht am 11.11. Ausnahmezustand. Und das führt aufgrund der Menge an Feiernden zu Tonnen von Müll – und einem „Herr an Scherben“, wie AWB-Sprecherin Cordula Beckmann gegenüber 24RHEIN sagt. In diesem Jahr wurde die AWB geradezu von den Müllbergen überschwemmt.

Mitarbeiter der Straßenreinigung säubern am Montag nach dem Ende des Rosenmontagszuges 2012 in Köln die Straße.
100 Tonnen Müll sammelte die AWB im Rahmen des 11.11. in Köln (Archivbild) © Manngold/Imago

11.11. in Köln: 100 Tonnen Müll – „haben so etwas noch nicht gesehen und erlebt“

„Wir haben in der Stadt insgesamt rund 100 Tonnen Müll eingesammelt, davon allein 15 Tonnen in den Grünanlagen“, so Beckmann. Den Löwenanteil bildeten dabei vor allem Glas und Verpackungen. Wie viel Müll sonst in einer Sessionseröffnung in Köln zusammen kam, lässt sich schwer sagen, so die AWB-Sprecherin weiter. „In den Vorjahren haben wir das undifferenzierter verwogen.“

„Die Müllmengen und das Ausmaß haben selbst Kollegen mit 30-jähriger Betriebszugehörigkeit und viel Erfahrung so noch nicht gesehen und erlebt“, so die AWB. Auch wenn man bereits im Vorfeld mit hohen Besucherzahlen und dementsprechenden Müllmengen rechnete, sind die 100 Tonnen schon eine echte Hausnummer. Zum Vergleich: Laut Stadt entsteht pro Einwohner im Jahr insgesamt rund 222 Kilogramm Abfall.

Müll-Bilanz zum 11.11. in Köln
Müll:100 Tonnen, davon 15 Tonnen allein in Grünanlagen
Mitarbeiter im Einsatz:Rund 220
Fahrzeuge im Einsatz:80
MülleimerNeben den regulären Mülleimern, 150 Eventtonnen und 150 große Mülltonnen (1110 Liter)

11.11. in Köln sorgte für riesige Müllmengen – Mitarbeiter im Dauereinsatz

Um Köln von diesen Müllmassen zu befreien, waren die Abfallwirtschaftsbetriebe während des 11.11. und mehrere Tage danach im Dauereinsatz. „Von Freitag bis Sonntag waren wir mit fast 80 Fahrzeugen und rund 220 Mitarbeitenden im Einsatz. Zusätzlich zu den regulären Papierkörben im Stadtgebiet hatten wir 150 Eventtonnen und die gleiche Anzahl an großen Mülltonnen (1.100 l) aufgestellt“, sagt Beckmann. Und dennoch: Noch immer finden sich einzelne Flaschen, Verpackungen oder Scherben im Grüngürtel oder im Aachener Weiher.

Neben den Feiernden selbst gab es während der Karnevalsreinigung für die AWB aber noch eine ganz andere Herausforderung – vor allem an den Tagen nach dem 11.11.: und zwar parkende Autos. Die stehen bei der Reinigung oftmals im Weg. „Auf der Zülpicher Straße selber war das weniger der Fall, aber in den umliegenden – und nicht im Konzept vorgesehenen – aber stark verschmutzen Straßen, ist das ganz deutlich der Fall.“ Denn dadurch kommen die AWB-Mitarbeiter und die Fahrzeuge teilweise nur schwer an den Müll und durch die engen Gassen in Köln.

11.11. in Köln: Warum die Sessionseröffnung 2023 in der Kritik steht

► Für die Sessionseröffnung 2023 gab es ein Sicherheitskonzept der Stadt, dennoch kam es zu Chaos, Verschmutzung und Überfüllung.

► Zeitweise musste am 11.11. die KVB in der Innenstadt eingestellt werden.

► Viele fordern, dass der Party-Hotspot an der Zülpicher Straße eingestellt wird. Wie genau das aussehen könnte, ist allerdings noch unklar.

Karneval in Köln: 100 Tonnen Müll am 11.11. – „Mit ‚Liebe deine Stadt‘ würde es nicht so schlimm aussehen“

Vor allem mit Hinblick auf Weiberfastnacht und Rosenmontag sind die 100 Tonnen Müll alarmierend. Dabei könnte es doch so einfach sein: „‚Liebe deine Stadt‘– wenn sich alle Jecken auch nach dem ersten Bier noch diesen Leitsatz zu Herzen nehmen würden, würde es nicht so schlimm aussehen“, sagt die AWB.

Außerdem arbeitet die AWB derzeit gemeinsam mit der Stadt an Verbesserungsmöglichkeiten bezüglich des Abfalleimerangebotes und der Möglichkeit, besser und schneller zu reinigen. „Hier ist insbesondere das Thema Grünanlagen ein Schwerpunkt“, heißt es weiter. Genaue Details, wie die Maßnahmen aussehen, nennt die AWB noch nicht. Viel Zeit zur Erarbeitung bleibt allerdings nicht mehr, immerhin ist Weiberfastnacht in diesem Jahr bereits am 16. Februar und spätestens dann wird es in Köln wieder voll – sowohl mit Jecken als auch mit Müll. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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