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Karneval 2022: Pferde beim Rosenmontagszug erlaubt – mit strengeren Regeln

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Von: Johanna Werning

Eine Karnevalistin auf einem Pferd nimmt am Kölner Rosenmontagszug teil.
Für die Pferde am Rosenmontagszug gelten neue Leitlinien (Archivbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Zwar dürfen Pferde auch weiterhin an Karnevalsumzüge eingesetzt werden, allerdings greifen besondere Regeln. Das Land NRW hat neue Leitlinien festgelegt.

Düsseldorf – Pferde dürfen weiter in Karnevalszügen eingesetzt werden – allerdings unter strengeren Bedingungen. Das geht aus Leitlinien des NRW-Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hervor. Die Leitlinien seien nach Evaluierung und Erprobung im Jahr 2020 unter Beteiligung von Karnevalsverbänden nun endgültig festgelegt worden und sollten künftig angewandt werden, teilte Ministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) in einem Brief an Landtagspräsident André Kuper (CDU) mit.

Karneval: Neue Regeln für Pferde bei Rosenmontagszügen – Überblick

Karneval: Neue Regeln für Pferde bei Rosenmontagszügen

Die Leitlinien sehen unter anderem vor, dass es an mehreren Punkten der Strecke die Möglichkeit geben muss, Pferde aus dem laufenden Zug herauszunehmen. Auf allen Etappen muss außerdem sichergestellt sein, dass binnen zehn Minuten die Betreuung durch einen Tierarzt erfolgen kann. Auch sollen die Pferde möglichst am Anfang oder am Ende des Zugs positioniert werden und nicht in der Nähe einer Musikkapelle.

Nach den Leitlinien muss zudem pro Pferd mindestens eine Begleitperson zur Verfügung stehen. „Der Konsum von Alkohol und anderen Drogen vor und während der Veranstaltung ist für alle mit den Pferden befassten Personen ausnahmslos untersagt“, heißt es weiter. Die Pferde müssten regelmäßig auf ihren Einsatz vorbereitet werden. Auch müssten sie an „spezielle brauchtums- und veranstaltungsspezifische Reize“ wie Wurfgeschosse gewöhnt sein.

Karneval: Mehr Schutz für Pferde: Jan von Werth begrüßt Entscheidung

Das Kölner Reiter-Korps „Jan von Werth“ setzt seit knapp 100 Jahren auf Pferde im Pferde im Rosenmontags- und im Weiberfastnachtszug. „Entsprechend groß ist unter den Pferdefreunden die Erleichterung, dass die Richtlinien, die in Köln schon seit Jahren gelten, endlich auch für ganz NRW übernommen wurden“, erklären die Karnevalisten. In Teilen sind die Kölner Regeln dabei noch strenger als die NRW-Maßnahmen.

Bernhard Harf, Führer der Reiterschwadron, freut sich besonders über die Entscheidung des NRW-Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. „Sich Karneval nur ein paar Stunden aufs Pferd schwingen, funktioniert nicht, da gehört einfach mehr zu“, fasst Harf die Haltung seiner Reiter gegenüber den Tieren zusammen. „Und wenn zukünftig alle Jecken am Zugweg so respektvoll den Pferden im Zug begegnen, wie es für 99,99 % von ihnen selbstverständlich ist, dann werden wir auch weiterhin viel Freude an und mit diesen tollen Tieren im Fasteleer haben können.“

Karneval: Über 300 Pferde beim Kölner Rosenmontagszug

Allein im Kölner Karneval laufen normalerweise mehr als 300 Pferde mit. Tierschützer fordern seit vielen Jahren, darauf zu verzichten. Mehrfach hatte es Unglücke gegeben. Für dieses Jahr ist der Kölner Rosenmontagszug in gewohnter Form wegen Corona allerdings abgesagt worden. Das gilt auch für viele andere Züge. Der Düsseldorfer Rosenmontagszug soll stattdessen im Mai stattfinden. (jw mit dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 13. Januar aktualisiert. Neuerung: Statement vom Traditionskorps Jan von Werth.

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