1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Karneval

Kann der Karneval 2022 stattfinden? Festkomitee mit Forderung an Politik

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Johanna Werning

Ein einsamer Karnevalshut liegt auf dem Kölner Alter Markt in der Nacht nach den Feiern zum Karnevalsauftakt
Wie geht es mit dem Kölner Karneval 2022 weiter? (Symbolbild) © Roberto Pfeil/dpa

Wie soll der Karneval 2022 aussehen? Während das Festkomitee Kölner Karneval und der Bund Deutscher Karneval strenge Corona-Regeln fordern, zeigt sich die Politik unentschlossen.

Köln – In genau vier Wochen ist es so weit und in ganz Köln heißt es „Alaaf“ – zumindest theoretisch. Denn ob der Kölner Karneval tatsächlich gefeiert werden kann, ist noch immer unklar. Das liegt vor allem daran, dass es keine klaren Vorgaben von der Politik gibt. Für das Festkomitee Kölner Karneval und dem Bund Deutscher Karneval ein absolutes Unding. Die Karnevalisten sprechen von einem „maximalen Schaden für das Brauchtum“ und einem „minimalen Nutzen für das Pandemiegeschehen“. Darum fordern sie endlich eine klare Richtung, wie der Corona-Karneval 2022 aussehen soll.

Corona-Karneval 2022: Festkomitee beschwert sich über unklare Vorgaben für Session

Denn bereits der Sitzungskarneval und die Karnevalsformate im Januar wurden nach einem Treffen mit dem Land NRW freiwillig von den Karnevalisten abgesagt. Obwohl in der aktuellen Corona-Schutzverordnung Veranstaltungen mit bis zu 750 Personen erlaubt sind. Ähnliches sieht die NRW-Landesregierung offenbar auch für die zweite Sessionshälfte vor, heißt es vom Festkomitee nach einem gemeinsamen Treffen zwischen Land und Regionalpräsidenten des Bund Deutscher Karneval (BDK). Strenge Verschärfungen sind somit für die Karnevalsveranstaltungen offenbar nicht geplant.

Für Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, nicht nur unverständlich, sondern auch gefährlich. „Am Ende wird ‚der Karneval‘ in der öffentlichen Wahrnehmung erneut zum Corona-Treiber erklärt, obwohl die Menschen nur alle das tun, was gesetzlich erlaubt ist. Deswegen weisen wir frühzeitig auf diesen Widerspruch hin. Noch haben Bund und Land Zeit, den Kommunen die Werkzeuge für sicheres Feiern an die Hand zu geben.”

Kölner Karneval 2022: Nach freiwilliger Absage – Nutzen kommerzielle Anbieter Lücken aus?

Besonders hart für die Karnevalisten: Während die Traditionskorps, das Festkomitee und die meisten Karnevalsgesellschaften ihre Veranstaltungen abgesagt haben, nutzen kommerzielle Anbieter die entstandenen Lücken, wie BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess beklagt:

„Entgegen der Omikron-Vorhersagen der Politik von vor Weihnachten nehmen die Menschen aktuell wahr, dass Karneval in Kneipen oder im Rahmen von Saalveranstaltungen nach wie vor stattfinden darf und längst stattfindet. Die einzigen, die auf Wunsch der Politik freiwillig abgesagt haben, sind die ehrenamtlich agierenden Karnevalsvereine.“ Auch in Köln sorgte das bereits für Streitereien zwischen dem Festkomitee und dem Kostümgiganten Deiters.

Kölner Karneval 2022: Forderungen nach Corona-Verschärfungen – „Schaden für Brauchtum ist maximal“

„Der Schaden für das Brauchtum ist maximal, während das Pandemiegeschehen durch unsere freiwilligen Absagen von Sitzungen praktisch nicht beeinflusst wird“, so Fess weiter. Darum fordern die Jecken klare Vorgaben für die zweite Hälfte der Session.

„Wir sind als Karnevalisten nicht in der Position, kommerzielle Veranstalter oder gar jeden einzelnen Jecken zu drängen, strengere Regeln umzusetzen, als die Corona-Schutzverordnung vorschreibt. Das ist auch gar nicht unsere Aufgabe, wir können nur zur Vorsicht mahnen und unsere eigenen Veranstaltungen unter strengen Hygieneregeln umsetzen“, erklärt der BDK-Präsident.

Karneval 2022: Wie geht es mit dem Straßenkarneval in Köln weiter?

Vor allem für den Straßenkarneval müssten einheitliche und strenge Regelungen her, so Festkomitee-Präsident Kuckelkorn. Denn dann sind traditionell Tausende Jecken auf den Straßen unterwegs und ziehen durch die Kneipen. In Zeiten der Pandemie unvorstellbar. Dennoch gibt es bislang keine Absage oder strenge Corona-Regeln. „Zum einen werden Veranstaltungen mit Zuschauern, die unter 2G-Plus-Bedingungen durchgeführt werden könnten, derzeit nicht genehmigt, während sich zum anderen Tausende von Jecken unkontrolliert an den Feierhotspots treffen und selbstverständlich auch in die geöffneten Kneipen strömen werden.“

Die Angst des Kölners: Bei einer freiwilligen Absage wird nur der „organisierte Karneval“ auf coronakonforme und kleine Veranstaltungen setzen. Es wird aber in der Stadt größere Partys und Events geben, die von Jecken genutzt werden. Wie genau der Kölner Karneval 2022 zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch aussehen soll, ist noch nicht klar. Statt XXL-Zoch soll es am Rosenmontag jedoch nur ein „kleines Rosenmontagsfest“ geben. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant