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Kölner Karneval 2022: Kein Alkoholverbot geplant – wie kann gefeiert werden?

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Von: Johanna Werning

Kostümierte Menschen stehen in einer Gruppe zusammen und feiern den 11.11. in Köln.
Karneval trotz Corona feiern, aber wie? Damit befasst sich aktuell die Kölner Politik. © Ying Tang/Imago

Wie genau soll der Kölner Karneval 2022 aussehen? Das wurde nun im Rat diskutiert. Vorschläge gibt es viele, auch konkrete Maßnahmen sind bereits angekündigt.

Köln – In weniger als drei Wochen ist es so weit: Pünktlich um 11:11 Uhr beginnt an Weiberfastnacht (24. Februar) der Straßenkarneval in Köln. Doch wie der Kölner Karneval 2022 aussehen soll, ist noch immer fraglich. Ganz ausfallen sollen die Tollen Tage nicht. Verweil- und Alkoholverbote sind aktuell „nicht zielführend“, betont Stadtdirektorin Andrea Blome. Klar ist jedoch auch: Ohne strenge Corona-Regeln wird es nicht gehen. Wie die genau aussehen könnten, wurde am Donnerstagnachmittag (3. Februar) im Rahmen einer Aktuellen Stunde im Rat diskutiert.

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Der Kölner Karneval soll stattfinden – allerdings mit besonderen Corona-Regeln. „Die Verwaltung arbeitet an vernünftigen und durchsetzbaren Corona-Regeln“, erklärt Andrea Blome, Stadtdirektorin in Köln. Dabei will man auch auf Corona-Maßnahmen vom 11.11. zurückgreifen. „Sie können davon ausgehen, dass wir für den anstehenden Kneipenkarneval entsprechend handeln werden.“ Denkbar: 2G-Zonen rund um die Party-Hotspots in der Altstadt, der Südstadt und dem Zülpicher Platz. Denn anders als die „Schutzzonen“, sind „Verweil- und Alkoholverbote nicht zielführend“, betont Blome weiter.

Dafür laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. „Wir sind im Austausch mit der Landesregierung“, so Blome weiter. „Im Laufe der nächsten Woche werden die finalen Entscheidungen“ getroffen. Zusätzlich wartet man auf die Fortschreibung der Corona-Schutzverordnung. Immerhin laufen die aktuellen Regelungen am 9. Februar aus. Ebenfalls geplant: ein Treffen des „Runden Tisch Karneval“, um gemeinsam mit Festkomitee Kölner Karneval und Kölner Gastro das Vorgehen zu besprechen.

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Und was sagen die einzelnen Parteien zum Vorgehen? „Wir wollen Karneval in dieser Stadt sicher feiern“, sagt Christian Joisten, Fraktionsvorsitzender der SPD. „In Sachen Corona und Karneval ist noch nichts geregelt. Dabei will doch niemand, dass sich Bilder wie am 11.11. wiederholen und unser geliebter Fastelovend erneut zu Unrecht in ein schlechtes Bild gerät.“

Der Plan: Karnevalsgesellschaften und Gastronomie werden mit ins Boot geholt. „Allerdings müssen die Voraussetzungen seitens der Stadt dafür ab sofort geschaffen werden. Diese Dinge brauchen Vorlauf und müssen geplant werden“, erklärt Joisten weiter.

Ähnlich sieht es auch die CDU. Auch hier der Vorschlag, dass die Veranstalter selbst die Einhaltung der Corona-Regeln durchsetzen. „Wir sind auf einem guten Weg und werden gemeinsam einen sicheren und guten Karneval haben“, ist sich Bernd Petelkau, CDU-Fraktionsvorsitzender, sicher.

Kölner Karneval trotz Corona? „Feiern ja, aber nicht auf Kosten des Gesundheitssystems“

Die Grünen sehen es allerdings kritisch, wenn Gesellschaften und Gastro-Betriebe für die Kontrollen der Impfpässe auch vor ihren Kneipen zuständig sind „Ich glaube nicht, dass die Gastronomen und Gesellschaften die Kapazität haben, jetzt auch noch Impfpässe zu kontrollieren“, erklärt Lino Hammer.

Darum soll das von der Stadt beziehungsweise dem Ordnungsamt durchgeführt werden. Zwar soll der Karneval stattfinden, allerdings sollen die Bühnen und Großveranstaltungen erneut ausfallen. „Wir sollten Karnevals-Feiern zulassen – aber kontrolliert und vorsichtig“, so Hammer weiter.

Damit soll mit Großveranstaltungen nicht noch mehr Leute nach Köln locken. Die Devise stattdessen: „Feiern ja, aber nicht auf Kosten des Gesundheitssystems.“

Kölner Karneval ist Thema im Rat: Dreigestirn mit emotionalem Appell

Auch das Kölner Dreigestirn mischt bei der Ratssitzung am Donnerstagnachmittag mit. Mit einem emotionalen Appell richten sich Prinz Sven I. und Bauer Gereon an die Kölner Politiker. „Der Kölner Fastelovend ist nicht irgendein Event oder eine große Party, die man einfach so absagen oder in den Sommer verlegen kann, wie es einem gefällt“, erklärt Bauer Gereon weiter. Stattdessen ist der Kölner Karneval ein festgelegtes Brauchtum. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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