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Kölner Karneval: Gastro mit klarer Ansage – Sorge vor strengen Corona-Regeln

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Von: Johanna Werning

Warteschlange vor einer Altstadtkneipe in Köln an Weiberfastnacht.
Streit um Kölner Karneval geht weiter (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago

Wie wird der Kölner Karneval 2022 gefeiert? Die IG Kölner Gastro wendet sich in einem offenen Brief an die Stadt. Drohen strenge Corona-Regeln?

Köln – Mit einem offenen Brief fordern die IG Kölner Gastro das Go für den Kölner Karneval. Ihre Sorge: Die Stadt erlässt auch in der Session 2022 zusätzliche und strenge Corona-Regeln. Für die Kölner Gastro-Betriebe ein Unding. Sie haben klare Forderungen an Henriette Reker und Karl Lauterbach, an die der Brief unter anderem gerichtet ist.

Kölner Gastro mit klarer Ansage: „Kein strengerer Weg“ für den Kölner Karneval 2022

Der Vorwurf der Kölner Gastronomen? Die Stadt geht erneut einen Sonderweg – scheinbar mit zusätzlichen Verboten und Corona-Regeln rund um den Kölner Karneval. „Mit Sorge nehmen wir die Informationen wahr, dass Köln an den Karnevalstagen für weitreichende Restriktionen und Beschränkungen sorgen möchte“, beginnt der Brief. „Wir appellieren, dass sich Köln auch weiterhin an die Verordnung des Landes NRW hält und keinen eigenen strengeren Weg geht.“ Dabei hat die Stadt offiziell noch keine Vorgaben oder strengere Corona-Regeln für den Kölner Karneval veröffentlicht.

„Dieser Weg kann und darf nicht das Dankeschön dafür sein, dass in dieser Stadt alle agierenden Kräfte zwei Jahre lang so positiv Vollgas gegeben haben und Köln heute mit besseren Zahlen aufwartet als weite Teile der Republik“, erklärt die IG Kölner Gastro. „Die Bürgerinnen und Bürger Kölns haben mit Weitsicht reagiert und die eigenen Bedürfnisse zum Wohle der Allgemeinheit häufig zurückgesteckt.“ Zwar sollen an den Karnevalstagen 2022 besondere Corona-Regeln greifen, die IG Kölner Gastro fordert jedoch, dass diese Verschärfungen für die Party-Hotspots rund um Zülpicher Platz, Altstadt und Südstadt gelten – und nicht für die Kneipen.

Karneval Köln 2022: IG Kölner Gastro – Sorge über „restriktivste Einschränkungen“

Die Gastro hat in der Vergangenheit bewiesen, dass nötige Corona-Regeln in Kneipen, Bars und Restaurants eingehalten werden, so die IG Kölner Gastro weiter. Außerdem seien mittlerweile mehr Menschen in Köln geimpft und genesen. Dem Kneipenkarneval stehe somit nichts mehr im Wege. Immerhin steht Köln laut IG Kölner Gastro gut da: „Köln hat das, was sich Karl Lauterbach für das ganze Land wünscht: Eine überschaubare Impflücke  und eine mitdenkende Bevölkerung.“ 

Dennoch soll es laut Verein „die bislang restriktivsten Einschränkungen“ in der Gastro geben – festgelegt von der Stadt Köln. Mit dem offenen Brief spricht sich die IG Gastro klar gegen das städtische Vorgehen aus. „Wir können und wollen diese Entscheidungen und Planungen, die komplett an uns vorbei getätigt werden, weder mittragen noch akzeptieren. Im Gegenteil, wir werden uns das erste Mal laut zur Wehr setzen.“

IG Kölner Gastro

Der Verein gründete sich Anfang 2020 mit dem Ziel, ein gemeinsames Sprachrohr der Kölner Gastronomen zu werden und ein gutes Verhältnis zu den zuständigen Behörden der Stadt Köln auf Augenhöhe zu organisieren. Die IG Kölner Gastro hat etwa 230 Mitglieder.

Bereits in der Vergangenheit bezog der Gastro-Verein zu den Corona-Regeln in Kneipen und Restaurants Stellung. Vor rund einem Jahr verklagte die IG Kölner Gastro sogar die Stadt.

Kölner Karneval 2022: Das sagt die Stadt zu den Vorwürfen der IG Gastro

Und was sagt die Stadt Köln zu den Vorwürfen? Auf Nachfrage von 24RHEIN teilt ein Pressesprecher mit, dass es aktuell „keine eigenen Planungen“ gibt. Die Stadt will auf die neue Corona-Schutzverordnung des Landes warten. Die aktuelle Verordnung läuft am 9. Februar aus. „Die dann geltenden Regelungen kennen wir leider noch nicht. Sobald das Land diese erlassen hat, wissen wir auch, wie in Köln Karneval gefeiert werden kann“, so der Pressesprecher weiter.

Kölner Karneval 2022 trotz Corona: Gastronomen mit Forderung

Ihre Forderung an das Land: „Wir möchten Regeln, aber keine Verbote, wir möchten ein Miteinander und kein Gegeneinander, wir möchten mündig bleiben und dennoch vorsichtig sein“, so die Interessengemeinschaft weiter. Ähnliches hat bereits das Festkomitee Kölner Karneval beklagt und forderte ein klares Vorgehen der Politik.

Aber welche Corona-Regeln wären wohl sinnvoll? Die IG Gastro nennt in ihrem offenen Brief mehrere Punkte. „Ob dann mit oder ohne Tanz, halten wir für die Tage von Weiberfastnacht bis Rosenmontag folgende Regelungen für sinnvoll, umsetzbar und wirksam in der Pandemie“:

Karneval Köln 2022: „Kontrolliertes Brauchtum lautet die Devise“

„Lassen Sie die geimpften Menschen an den Jecken Tagen ohne Restriktionen nach draußen, das haben wir uns alle verdient“, so der Verein weiter. Mit den geöffneten Kneipen an Karneval sollen außerdem auch die „unangenehmen Bilder“ vom 11.11. verhindert werden. Immerhin war die eskalierende Partymenge nicht in Kneipen und Bars, sondern im öffentlichen Raum.

Die verbleibenden Wochen sollen genutzt werden, um gute Konzepte gemeinsam auszuarbeiten. „Kontrolliertes Brauchtum lautet die Devise, keine weiteren Verbote.“ Dabei sollen auch die Gastro-Betriebe mit ins Boot geholt werden. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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