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Karneval Köln: „Es wäre fahrlässig, wenn wir abgesagt hätten“

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Von: Mick Oberbusch

Menschenmassen feiern auf der Zülpicher Straße in Köln, daneben Stadtdirektorin Andrea Blome, die in ein Mikrofon spricht. (Montage)
15.000 Menschen feierten auf der Zülpicher Straße in Köln Weiberfastnacht, Stadtdirektorin Andrea Blome zog eine erste Bilanz. (Montage) © C. Hardt/Future Image/Imago & Political-Moments/Imago

Karneval Köln 2022: In Köln haben tausende Menschen den Auftakt des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht gefeiert. Die Stadt zieht eine erste Bilanz.

Karneval Köln 2022: Stadt zieht Bilanz zu Weiberfastnacht – „sehr seltsamer Tag“

Zwei zentrale Themen bestimmten die Pressekonferenz mit Stadtdirektorin Andrea Blome und Ordnungsamtsleiter Wolfgang Büscher an Weiberfastnacht 2022: Die Ukraine-Krise und die Menschenmassen im Zülpicher Viertel. Blome sprach von einem „sehr seltsamen Tag“, an dem sich „nicht alles richtig anfühle“. Dennoch sei es die richtige Entscheidung gewesen, an den Karnevalsfeierlichkeiten zum Sessionsauftakt festzuhalten. „Die jungen Menschen brauchen Karneval“, erklärte Büscher, eine Absage hätte laut Ordnungsamts-Chef so kurzfristig „nicht funktioniert“.

Karneval Köln 2022: Eingangskontrollen an Weiberfastnacht teilweise überrannt

Insgesamt sei es auch größtenteils ruhig gewesen, die Jecken in der Süd- und Altstadt könne man, flapsig gesagt, „fast an einer Hand abzählen“. Anders sieht es an der Zülpicher Straße aus, wo teilweise Eingangskontrollen überrannt wurden. Im Gespräch mit 24RHEIN erklärte Blome: „Das System ist so, dass wir an den Eingängen feste Kontrollen haben und so aufgestellt sind, dass wir bei einem Ereignis reagieren können. Vorher können wir nicht absehen, an welchen Eingängen es zu welchen Mengen kommt. Daher ist das Konzept insgesamt aufgegangen.“

Ukraine-Krieg und Karneval: „Karneval wird wahrscheinlich anders aussehen“

Wie die Feierlichkeiten rund um den Kölner Karneval in den kommenden Tagen aussehen würden, könne man aktuell noch nicht absehen. „Es hat sich niemand leicht gemacht, heute zu feiern. Wir müssen der Realität ins Auge schauen, die Menschen wären trotzdem gekommen. Ob man es verantworten kann? Da ist die Frage, zu welchen Auswüchsen die Absage geführt hätte. In den nächsten Tagen wird der Karneval wahrscheinlich anders aussehen“, so Blome.

Stadt zieht erste Bilanz zu Weiberfastnacht

24RHEIN hat die Pressekonferenz im Live-Ticker begleitet. Alle Aussagen der Pressekonferenz mit Stadtdirektorin Andrea Blome und Ordnungsamtsleiter Wolfgang Büscher gibt es hier zum Nachlesen.

Karneval in Köln 2022: Jecke überrennen Einlasskontrolle am Zülpicher Platz – „war eine Ausnahme“

Stadtdirektorin Blome und Ordnungsamt-Chef Büscher an Weiberfastnacht auf einer Pressekonferenz.
Stadtdirektorin Blome und Ordnungsamt-Chef Büscher an Weiberfastnacht auf einer Pressekonferenz. © 24RHEIN

Update, 16:37 Uhr: An der Zülpicher Straße wurden Barrikaden gestürmt, Menschen regelrecht umgerannt. „Das habe ich nicht unmittelbar mitbekommen“, sagt Blome, „inzwischen wurden jedoch bereits Einsatzkräfte aus der Südstadt „umgelenkt“ und sind zum Zülpicher Viertel gekommen. Sowohl Ordnungsamt-Mitarbeitende, als auch Security-Kräfte. Die Polizei verstärkt auch an den Einlassstellen. Eine Einlassstelle ist auch überrannt worden.“ Wurde die Situation unterschätzt? „Das System ist so, dass wir an den Eingängen feste Kontrollen haben und so aufgestellt sind, dass wir bei einem Ereignis reagieren können. Vorher können wir nicht absehen, an welchen Eingängen es zu welchen Mengen kommt. Daher ist das Konzept insgesamt aufgegangen, der Vorfall war eine Ausnahme.“

Stadtdirektorin Andrea Blome im Gespräch mit 24RHEIN – „Keine Verletzten an der Zülpicher Straße

Update, 16:33 Uhr: 24RHEIN hat im Nachgang an die Pressekonferenz noch einmal mit Stadtdirektorin Andrea Blome gesprochen. „Am Zülpicher Platz gab es keine Verletzten. Es gab einen kleinen Übergriff auf zwei Ordnungsamt-Mitarbeitende, die sind beide außer Dienst gegangen, das ist auch besser so. Das ist sehr schön, war aber ein Einzelfall. Ansonsten haben wir mit einer friedlichen Feierei zu tun. Dass einzelne über die Strenge treten, damit muss man immer rechnen. Da spielt auch der Alkohol oder die lange Corona-Pause eine Rolle. Menschen können schwierig reagieren, wenn sie von Ordnungskräften angesprochen werden.“

Pressekonferenz zum Kölner Karneval: Stadt über Lage an Weiberfastnacht – Süd- und Altstadt fast nichts los

Update, 16:26 Uhr: Das war‘s erstmal von der Pressekonferenz mit Stadtdirektorin Andrea Blome und Ordnungsamt-Chef Wolfgang Büscher.

Update, 16:23 Uhr: „Die Menschen in der Alt- und Südstadt hätte man fast mit der Hand abzählen können. In der Südstadt gibt es nur eine Verkehrssperrung, in der Altstadt läuft der Verkehr noch. Der Heumarkt war so gut wie leer, die Auslastung in der Altstadt liegt bei 20 bis 30% der möglichen Kapazität.

Karneval in Köln: 15.000 Menschen an Weiberfastnacht 2022 auf der Zülpicher Straße unterwegs

Update, 16:20 Uhr: Büscher zu den Kontrollen an der Zülpicher Straße: „Die Kontrollen wurden verschärft, das ist eine Lehre vom 11.11. Man lernt aus jeder Veranstaltung. Auch jetzt haben wir wieder etwas gelernt. Wir organisieren nach bestem Wissen und Gewissen und gehen davon aus, dass die Appelle angekommen sind. Die Zusammenarbeit mit der Polizei dort klappt super. Aktuell sind dort ca. 15.000 Menschen.“

Update, 16:18 Uhr: Büscher: „In den Kneipen, der Altstadt und der Südstadt sind deutlich weniger Menschen als vor der Corona-Pandemie. Auf der Zülpicher sieht es aus wie zuvor. Daher nimmt man eventuell ein verzerrtes Bild wahr. Etwa zwei Prozent der Kölnerinnen und Kölner sind aktuell auf der Zülpicher Straße. Das ist nicht viel.“

Karneval in Köln: Weiberfastnacht in vollem Gange – „Karneval als Randerscheinung“

Update, 16:16 Uhr: Blome: „Karneval erscheint heute als Randerscheinung. Viele Presseveranstaltungen wurden abgesagt.“ Büscher: Der Kölner an sich hat ein großartiges Gespür, auch für politische Lagen, da wurde Zurückhaltung an den Tag gelegt. Wir können darauf zählen, dass auch in den nächsten Tagen eine Zurückhaltung stattfindet.“

Update, 16:14 Uhr: „Was in den nächsten Tagen stattfindet, entscheiden letztlich die Veranstalter“, so Blome. Büscher: „Es wäre fahrlässig, wenn wir abgesagt hätten, und Menschen trotzdem zum Zülpicher Platz gekommen wären. Als fiktiver Veranstalter haben wir da auch eine Verantwortung. Außerhalb von Köln kann das oft nicht nachvollzogen werden.“

Karneval in Köln trotz Ukraine-Konflikt – „die richtige Entscheidung“

Update, 16:12 Uhr: Blome noch einmal zur Ukraine: „Es hat sich niemand leicht gemacht, heute zu feiern. Wir müssen der Realität ins Auge schauen, die Menschen wären trotzdem gekommen. Ob man es verantworten kann? Da ist die Frage, zu welchen Auswüchsen die Absage geführt hätte. In den nächsten Tagen wird der Karneval wahrscheinlich anders aussehen.“

Update, 16:11 Uhr: „Wir haben einen vergleichsweise ruhigen Tag. Die Lage am Zülpicher Platz haben wir unter Kontrolle und werden schauen, wie es weiterläuft. Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und KVB haben hervorragende Arbeit geleistet. Insgesamt ist die Situation entspannt.

Ordnungsamt-Chef zu Weiberfastnacht: „Die jungen Menschen brauchen den Karneval“

Update, 16:09 Uhr: „Wir sind insgesamt auf einer recht sicheren Seite. Es ist ein bizarrer Tag: Einerseits ein Kriegsereignis in Europa und andererseits junge Menschen, die damit nicht umgehen können und feiern wollen. Eine Absage des Karnevals hätte in meinen Augen nicht funktioniert, die jungen Menschen brauchen das. Es ist auch gut so, dass weitergemacht wurde.

Update, 16:07 Uhr: Büscher: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass in der Süd- und Altstadt so wenig los ist, auf der Zülpicher sieht es aus wie in den Jahren vor Corona. Der Schutz zeigt sich bei den Kontrollen, sehr viele Besucher halten sich an die Regeln.

Zwischenbilanz der Stadt zu Weiberfastnacht – Kneipen im Kölner Karneval „nicht so voll“

Update, 16:05 Uhr: „In der Gastronomie ist es nicht so voll“, erklärt Blome. „Wir haben an die Menschen appelliert, sich selbst zu entscheiden, ob man sich solch einem, durchaus vorhandenen Risiko aussetzt.“ Ordnungsamt-Chef Büscher ergreift das Wort.

Update, 16:03 Uhr: „Jetzt zu Karneval: Wir haben in Köln ein friedliches Ereignis. Sehr, sehr voll ist es im Zülpicher Viertel und an den umliegenden Flächen. Die Uniwiesen sind ein Teil des Sicherheitskonzeptes. In der Stadt sind sehr, sehr viele Menschen. Ohne Entlastungsflächen wären die Menschen von der Zülpicher Straße aus in die Stadt gezogen. Diese Flächen werden bewacht und kontrolliert. Dass ganz Köln eine Brauchtumszone ist, gibt eine gewisse Sicherheit.“

Pressekonferenz der Stadt zu Weiberfastnacht und Kölner Karneval – „sehr seltsamer Tag“

Update, 16:01 Uhr: „Wir haben heute einen sehr seltsamen Tag“, sagt Stadtdirektorin Blome, „der sich nicht richtig anfühlt.“ Grund dafür sind natürlich die am Morgen bekannt gewordenen Konflikte in der Ukraine. „Meine Gedanken als persönliche Anmerkung sind bei den Menschen in der Ukraine.

Update, 16:00 Uhr: Die Pressekonferenz der Stadt Köln zum bisherigen Verlauf von Weiberfastnacht hat begonnen, Stadtdirektorin Andrea Blome und Ordnungsamt-Chef Wolfgang Büscher betreten das Podium.

Karneval in Köln 2022 eröffnet – Stadt zieht Zwischenbilanz an Weiberfastnacht – Live-Ticker ab 16 Uhr

Erstmeldung vom 24. Februar, 15:35 Uhr: Köln – Der Start in den Kölner Karneval 2022 wurde überschattet von den am Morgen von Weiberfastnacht bekannt gewordenen Vorfällen in der Ukraine. Der Rosenmontagszug im Stadion wurde abgesagt, wird als Friedensfest in der Stadt stattfinden. Auch der WDR ändert sein TV-Programm. Dennoch feiern etliche Jecke auf den Straßen der Stadt, das Zülpicher Viertel ist bereits dicht, vor den Kneipen in Köln bilden sich längere Schlangen. Zu wohl all dem hält die Stadt um 16 Uhr eine Pressekonferenz mit Stadtdirektorin Andrea Blome, die eine Einschätzung der aktuellen Lage in Köln geben wird. 24RHEIN ist live dabei und begleitet die PK ab 16 Uhr im Ticker.

Karneval Köln 2022: Stadtdirektorin Blome schätzt Lage auf den Straßen ein – Pressekonferenz ab 16 Uhr live

Ihr zur Seite stehen wird Ordnungsamtsleiter Wolfgang Büscher, der mit seinem Team vor allem im Zülpicher Viertel am Vormittag schon alle Hände voll zu tun hatte. Zudem sorgt derzeit eine Solidaritäts-Demonstration auf dem Neumarkt für die Betroffenen in der Ukraine in Köln für eine größere Menschenansammlung. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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