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Unklare Vorgaben für Karneval 2022? NRW bleibt bei Corona-Regelung

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Von: Johanna Werning

Ein kostümierter Karnevalist trägt eine Corona-Maske.
Die Gemüter erhitzen, doch der Karneval steht kurz bevor: Was hinter dem Streit von Festkomitee, Land und Deiters steckt (Symbolbild) © Ying Tang/Imago

Das Festkomitee Kölner Karneval macht der Politik Vorwürfe: Die Corona-Regeln für den Karneval sind zu unklar. Wie reagiert das Land?

Köln – Die Gemüter erhitzt, doch der Karneval steht kurz bevor: Noch im Dezember zeigten sich die Landesregierung NRW und das Festkomitee Kölner Karneval versöhnlich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Nun sieht es anders aus. Es kriselt offenbar zwischen den Karnevalisten und der Politik. Der Vorwurf der Jecken? Durch die unklaren Corona-Vorgaben des Landes verlieren die traditionellen Karnevalsvereine, die freiwillig ihre Sitzungen und Partys absagen, jede Menge Geld. Außerdem haben sie Angst, dass der Kölner Karneval erneut in der Wahrnehmung der Menschen zum Corona-Treiber wird.

Karneval Köln 2022 trotz Corona: Absage bei Vereinen – Partys bei den Karnevalsläden

Denn während das Festkomitee und die Karnevalsgesellschaften ihre Formate freiwillig absagen, füllen private Veranstalter die Lücke und starten kurzfristig eigene Sitzungen und Partys in Köln. Am Wochenende feierten dadurch zum Beispiel Hunderte Karnevalsfans zusammen auf der Veranstaltung „Humba Tätärä - Deiters feiert Karneval“  mit dem Kostümgiganten Deiters.

Eigentlich sollte auch das Kölner Dreigestirn dabei sein. Doch das wurde kurzerhand zurückgerufen. Und das liegt nicht an der Corona-Infektion von Bauer Gereon. Prinz, Bauer und Jungfrau sollten bereits im Vorfeld nicht auftreten. Seit Längerem betont das Festkomitee, dass die drei Regenten nur auftreten, wenn besondere Corona-Regeln und Schutzmaßnahmen gelten. Der ein oder andere Jeck hat zusätzlich eine weitere Vermutung: der Zwist. Denn dem Festkomitee passt die Deiters-Veranstaltung nicht. Immerhin mussten die eigenen Veranstaltungen abgesagt werden.

Karneval 2022: Festkomitee mit klaren Forderungen an Wüst

Im Gegenzug für die freiwillige Absage versprach NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst Sonderfonds für Vereine und Gesellschaften. Doch nun ist der Ärger groß: „Die einzigen, die auf Wunsch der Politik freiwillig abgesagt haben, sind die ehrenamtlich agierenden Karnevalsvereine“, beklagte Klaus-Ludwig Fess, Präsident des Bund Deutscher Karneval zuletzt.

„Nun wissen wir immer noch nicht, ob die versprochenen finanziellen Hilfen von Bund und Land wirklich kommen und erleben gleichzeitig, wie kommerzielle Veranstalter in die entstandenen Lücken stoßen“, so der BDK-Präsident weiter. „Der Schaden für das Brauchtum ist maximal, während das Pandemiegeschehen durch unsere freiwilligen Absagen von Sitzungen praktisch nicht beeinflusst wird.“ Daher fordern die Karnevalisten klare Vorgaben aus der Politik.

Corona-Karneval 2022: Erstmal keine Verschärfungen vom Land NRW

Und was sagt das Land zu den Vorwürfen? „Die Landesregierung erkennt die Problemlagen, in die Karnevalsvereine aufgrund von karnevalistischen Alternativangeboten privater Unternehmen geraten, ausdrücklich an“, teilt eine Sprecherin des Landes NRW auf Nachfrage von 24RHEIN mit. „Gerade, weil die Landesregierung die Bedeutung des Brauchtums und der Karnevalsverbände hoch einschätzt, hat sie nicht nur den Dialog gepflegt, sondern auch vielseitig die Interessen und Anliegen der Verbände aufgegriffen und verfolgt.“

Die Forderungen der Karnevalisten, dass es strengere Vorgaben gibt, werden wohl dennoch nicht erfüllt – zumindest nicht in nächster Zeit. Eine Verschärfung der geltenden Corona-Regeln ist aktuell nicht geplant. Allerdings „ist angesichts der gegebenen Unsicherheit zur weiteren Entwicklung auch heute der Verzicht auf größere Veranstaltungen ein Zeichen von besonderer Verantwortung“, so die Sprecherin weiter.

Karneval 2022: Hilfsgelder für abgesagte Karnevalsveranstaltungen

Und was ist mit den Fördergeldern? Hier laufen aktuell die Umsetzungen. „Aufgrund der Initiative der Landesregierung ist die Frist zur Registrierung für die Förderung im Rahmen des Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen um 5 Wochen auf Ende Januar 2022 verlängert worden“, erklärt die Sprecherin. „Zudem hat Ministerpräsident Wüst auf der Ministerpräsidentenkonferenz im Dezember erreicht, dass die Sonderregelungen für die Veranstaltungs- und Kulturbranche im Rahmen der Überbrückungshilfe IV um 3 Monate bis Ende März 2022 verlängert wurden.“

Außerdem soll es ein weiteres Hilfsprogramm des Landes geben, „das nun so rasch wie möglich umgesetzt wird“. Wie genau die Hilfsgelder aussehen sollen, ist nicht bekannt. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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