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Kölner Kneipe bleibt offen: „Karneval ist der Inbegriff von Frieden“

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Von: Mick Oberbusch

Menschen in Köln stehen verkleidet an Karneval vor einer Kneipe und zeigen ihren Impf-Nachweis.
Etliche Jecken feierten an Weiberfastnacht (24. Februar) in den Kneipen Karneval – trotz Ukraine-Konflikt (Symbolbild). © Ying Tang/Imago

Der Ukraine-Konflikt stellt Gastronomen im Kölner Karneval vor die Frage: Schließen oder öffnen und feiern? Die „Bagatelle“ in der Südstadt hat sich schon entschieden.

Köln – Auf der einen Seite die schrecklichen Bilder aus der Ukraine, auf der anderen Seite feierten Karnevalistinnen und Karnevalisten an Weiberfastnacht zu zehntausenden auf den Straßen und in den Kneipen – eigentlich passen Karneval und Krieg nicht zusammen. Die Vorfälle in der Kriegsregion beim Ukraine-Konflikt stellen auch die Gastronomen, die in den vergangenen zwei Jahren extrem unter der Corona-Pandemie gelitten haben, vor die Frage, wie es an den jecken Tagen im Kölner Karneval weitergehen soll. Schließen und dem Geschehen in der Ukraine so Rechnung tragen – oder öffnen, und friedlich feiernd gegen das Vorhaben von Russlands Präsident Wladimir Putin?

Bagatelle Köln Südstadt
AdresseTeutoburger Straße 17, 50678 Köln

Karneval Köln 2022 feiern: „Bagatelle“ geöffnet – „Karneval Inbegriff von Frieden“

Die „Bagatelle“ in der Südstadt hat sich diesbezüglich bereits entschieden – und zwar dafür, „ohne wenn und aber“ weiterzufeiern. „Wir haben gestern (Weiberfastnacht, 24. Februar) kurz überlegt, ob wir weiter feiern oder nicht. Sehr schnell aber war uns klar dass wir das ohne wenn und aber weiter tun. Der Karneval ist eine bunte und friedliche Veranstaltung, mit reichhaltigem Liedgut voller Frieden, Freiheit, Toleranz und Freundschaft. Es ist die Liebe zu einer offenen Stadt und einer pluralistischen Gesellschaft. Der Karneval ist der Inbegriff von Frieden“, erklärt die Südstadt-Kneipe via Facebook.

Unter anderem sehe man sich nicht selbst in der Verantwortung, in Anbetracht der Ukraine eine finale Entscheidung bezüglich weiterer Öffnung an Karneval zu treffen. „Es sind andere die jetzt dringend und drastisch handeln müssen. Sicher nicht die Gastronomie nach zwei Jahren Pandemie. Diejenigen, die es versaubeutelt haben nach dem Genozid in Tschetschenien klare Kante zu zeigen, die der Besetzung der Krim ohnmächtig gegenüber saßen, Mordanschläge auf Oppositionelle und Inhaftierungen von Journalisten hinnehmen, die sich Diskriminierung von Homosexuellen anschauen und tatenlos dabei sind wie Putin ausländische Medien steuert und sogar einem Trump zum Wahlsieg verhilft“, heißt es im emotionalen Statement.

Karneval Köln 2022: Kneipe öffnet trotz Ukraine-Konflikt – wie reagieren andere Bars?

Auch den Vorschlag, an Rosenmontag für den Frieden zu demonstrieren, statt einen Zug durchs RheinEnergie-Stadion gehen zu lassen, wird mit Freude aufgenommen. „Wir begrüßen den Vorschlag des Festkomitee Kölner Karneval, am Rosenmontag eine große Friedensdemonstration durch Köln zu machen und sind da auf jeden Fall dabei. Jede/r Kölnerin und Kölner sollte dabei sein, ein strahlendes Zeichen aus dem weltoffenen Köln mit 250.000 Teilnehmern. Das wird gut und wichtig.“ Genauso wie „die kleinen karnevalistischen Feierlichkeiten, die sich nach unserer Ansicht niemand nehmen lassen sollte.“

Nach dieser Entscheidung der „Bagatelle“ dürften sich auch viele weitere Gastronomen in Köln fragen, wie sie mit den kommenden Tagen umgehen sollen. Es ist jedoch denkbar, dass sich Kneipen und Bars der Richtung der „Bagatelle“ anschließen und trotzdem öffnen werden. „Genau deshalb machen wir es jetzt erst Recht. Geht raus in die Kneipen und auf die Straße und zeigt den ganzen Despoten und Halbaffen wofür diese wunderbare Stadt steht“, formuliert die „Bagatelle“ in ihrem Facebook-Post. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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