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Reker über den 11.11.: „Unser Anliegen ist es, dass die Jecken sicher feiern können“

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Von: Johanna Werning

Wie läuft der Kölner Karneval 2023 ab? Mit Blick auf den 11.11. hat Kölns Überbürgermeisterin Henriette Reker ihre Bedenken.

Köln – Der Karneval gehört zu Köln wie das Kölsch oder der Kölner Dom. Doch neben dem traditionsreichen Brauchtum rund um Karnevalsgesellschaften, Festkomitee Kölner Karneval und Kölner Dreigestirn steht die Sessionseröffnung am 11.11. vor allem für eines: Party mit jeder Menge Alkohol.

Kaneval: Reker über 11.11. – „Bin jedes Jahr froh, dass keiner schwer verletzt wird oder sogar stirbt“

Die Zülpicher Straße ist an Weiberfastnacht 2022 voll mit Feiernden. Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei einem Pressetermin im September 2022.
Reker befürchtet, dass auch der 11.11. auch in diesem „nicht schön“ wird. (IDZRW-Montage) © Horst Galuschka/Imago & Future Image/Imago

Vor allem die Zülpicher Straße im Kwartier Latäng steht während dem Kölner Karneval mittlerweile seit Jahren für Müll, Chaos und aggressive Stimmung. Das weiß auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. „Die Menschen kommen am 11.11. nach Köln, ob wir wollen oder nicht. Die Frage ist, inwiefern wir als Stadt das überhaupt steuern können. Unser Anliegen ist es, dass die Jecken sicher feiern können“, sagt sie im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. Doch sie sagt auch: „Ich bin jedes Jahr froh, dass keiner schwer verletzt wird oder sogar stirbt. Das ist meine Realität, ich bin immer hochaufgeregt an dem Tag.“

Kölner Karneval 2023: Was Jecken wissen müssen

Termine im Kölner Karneval 2023: Auch 2023 startet die Karnevalssession am 11.11.2022 (Freitag). Weiberfastnacht findet in der Session 2023 am 16. Februar 2023 statt. Der Rosenmontag 2023 fällt auf den 20. Februar 2023.

Sessionsmotto für den Kölner Karneval 2023„200 Jahre Kölner Karneval: Ov krüzz oder quer“

Kölner Dreigestirn 2023: Das Kölner Dreigestirn wird 2023 von den Roten Funken gestellt. Als Prinz Boris I., Bauer Marco und Jungfrau Agrippina regieren die drei den Kölner Karneval.

► Veranstaltungen im Kölner Karneval 2023:

Trotz Sicherheitskonzept für Kölner Karneval 2023: „Schön wird der 11.11. auch dieses Jahr nicht“

Ob es beim Kölner Karneval 2023 anders abläuft, bleibt abzuwarten. Derzeit werden verschiedene Konzepte erarbeitet. Das Besondere: Erstmalig ist nicht die Stadt für die Sicherheit, sondern ein privates Unternehmen zuständig. Außerdem soll die Uniwiese nicht mehr als Entlastungsfläche genutzt werden.

Der neue Plan: „Das Ziel ist es dieses Jahr, die Menschenmengen auf die umliegenden Straßen zu verteilen. Das Konzept wird gerade erarbeitet, gemeinsam mit der Polizei. Es geht um Zugänge und Abgänge, die Kontrolle und die Frage, wo Bierverkaufsstände in den Seitenstraßen stehen“, so Reker weiter. Wirklich zuversichtlich ist Kölns Oberbürgermeisterin jedoch dennoch nicht. „Machen wir uns nichts vor: Schön wird der 11.11. auch dieses Jahr nicht.“

Kölner Karneval 2023 startet in wenigen Wochen – doch viele Fragen noch unklar

Viele Fragen sind dabei noch immer offen – und das nur wenige Wochen vor der Sessionseröffnung 2023. Großes Thema dabei: Eine mögliche Entlastungsveranstaltung auf den Kölner Ringen. „Gerade aus polizeilicher Sicht bestanden enorme Bedenken, auf den Ringen einen weiteren Hotspot zu schaffen“, erklärte eine Stadtsprecherin gegenüber 24RHEIN. „Unter diesen Voraussetzungen konnte kein privater Investor gefunden werden, da eine solche Veranstaltung nicht refinanzierbar ist.“

Für die Opposition aus FDP und SPD unverständlich: „Der 11.11. steht vor der Tür und Grüne, CDU und die Stadtspitze verschärfen das Problem auf der Zülpicher Straße. Denn ohne sinnvolle Entlastungen durch weit genug von der Zülpicher Straße entfernte Veranstaltungen, droht hier ein erneutes Chaos. Das hat die vergangene Sessionseröffnung gezeigt“, sagt Christian Joisten, SPD-Fraktionsvorsitzender gegenüber 24RHEIN.

Eine Hoffnung: Der Karneval im Kwartier Latäng soll dank Festkomitee und verschiedener Gesellschaften traditioneller werden. Diese sollen vor Ort dann Aktivitäten durchführen, „die Elemente des klassischen Karnevals dort erlebbar machen und die Stimmung vor Ort verändern.“ Das forderten Grüne, CDU, Linke, FDP und KlimaFreunde in einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag in der Bezirksvertretung Köln-Innenstadt. Ob es jedoch tatsächlich umgesetzt werden kann, ist noch unklar. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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