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Karneval Köln: Altstädter feiern Jubiläum – „bin stolz, ihr Präsident sein zu dürfen“

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Von: Johanna Werning

Links: Mitglieder der Altstädter stehen um 11:11 Uhr an Weiberfastnacht mit Holzgewehren auf dem Alter Markt. Links: Das Gründungsprotokoll der Altstädter.
Am 10. März feiern die Altstädter ihr 100-jähriges Jubiläum © Rolf Vennenbernd/dpa und Altstädter 1922 eV

Am 10. März 1922 wurden die Altstädter in Köln gegründet. Heute, 100 Jahre später, sind sie ein Traditionskorps im Kölner Karneval und blicken auf eine besondere Jubiläumssession.

Köln – Die Altstädter sind eines von neun Traditionskorps im Kölner Karneval. In den 1960er-Jahren tanzte sich die Karnevalsgesellschaft wortwörtlich zum Traditionsverein, als Tanzmarie Gerdemie Basseng die Hebefigur etablierte. Doch die Geschichte der Karnevalsgesellschaft in Köln begann viel früher – und zwar vor genau 100 Jahren.

100 Jahre Altstädter: Vom Kegelklub zur Karnevalsgesellschaft in Köln

Die damaligen zwölf Gründungsmitglieder waren eigentlich in einem Kegelklub. 1922 kam dann aber der Karneval dazu: „Am 10. März 1922 hat man sich überlegt, man gründet eine Karnevalsgesellschaft“, erklärt der heutige Altstädter-Präsident Hans Kölschbach im Interview mit 24RHEIN. „Damals aber noch als Fidele Altstädter und noch nicht als Altstädter Köln.“ Getroffen hat man sich dafür im damaligen Brauhaus Lölgen. „Das muss ein bekanntes Brauhaus gewesen sein – auch für den Halven Hahn, der da wohl erfunden wurde.“

Das Gründungsprotokoll der Altstädter
Fotos von der Gründungszeit gibt es nicht mehr, das Gründungsprotokoll ist erhalten. Darauf ist auch der erste Präsident der Altstädter vermerkt: Servatius Jussenhoven. Bis 1946 führte er die Karnevalsgesellschaft an.  © Altstädter 1922 eV

Traditionskorps in Köln wird 100: Jubiläum in Zeiten von Corona und Ukraine-Konflikt

100 Jahre ist das jetzt her und sollte eigentlich groß gefeiert werden. Doch aktuell ist das schwierig – nicht nur wegen strenger Corona-Regeln, wie Altstädter-Präsident Kölschbach weiter erklärt: „Wir wollen das Jubiläum angemessen begehen, sehen aber natürlich Pandemie und Krieg. Alles hät sing, wie das Karnevalsmotto 2022 treffender nicht sein könnte. Und im Moment ist nicht die Zeit, groß das Jubiläum zu feiern. Aber wir werden all das tun, was wir machen können“, so Kölschbach. Immerhin habe man „schon vor zehn Jahren mit Planungen und Vorbereitungen angefangen.“

Präsident Hans Kölschbach in Uniform.
Seit 2004 ist Hans Kölschbach Präsident der Altstädter in Köln © Herbert Bucco/Imago

Darum wird aus dem Jubiläumstag ein Jubiläumsjahr: „So ein Verein ist ja auch nicht an einem Tag gegründet worden, zwar war die Gründungsveranstaltungen an einem Tag, aber da wurde sicherlich Wochen und Monate organisiert und geplant. Und so machen wir das auch: Wir ziehen das einfach übers ganze Jahr.“

Das ist Hans Kölschbach, der Präsident der Altstädter

Kölner Karneval: Altstädter werden 100 – „stolz, deren Präsident sein zu dürfen“

Starten sollte das Jubiläum eigentlich mit einem Silvesterball am 31. Dezember 2021. „Darauf habe ich mich auch sehr gefreut, auch wenn ich kein Tanzbein habe“, scherzt der Karnevalist. Doch kurz vor knapp musste die Veranstaltung mit Abendrobe abgesagt werden. Der Grund: Mal wieder das Coronavirus. Nicht das erste, und leider auch nicht das letzte Mal, wie Kölschbach weitererzählt. „Es hat keine Veranstaltung so stattgefunden, wie wir es gerne wollten.“ Immer wieder musste umgeplant, neu organisiert oder komplett abgesagt werden. Gerade in der Jubiläumssession sei das bitter.

„Ich will aber nicht jammern. Uns Altstädtern geht es wirklich gut“, so Kölschbach. „Wir wachsen weiter“ – auch während der Pandemie sei der Laden gelaufen. Gerade der Zusammenhalt sei stark gewesen. „Da kann ich echt nur sagen, dass das ein toller Verein ist. Das macht mich stolz, deren Präsident sein zu dürfen und die durch das Jubiläum zuführen.“ Außerdem habe es „das ein oder andere Highlight gegeben. Da hat das Dreigestirn maßgeblich einen Einfluss draufgehabt. Da kann ich nur den Hut ziehen, was die Jungs geleistet haben.“

Kölner Karneval: Altstädter stellen in Jubiläumssession „das richtige Dreigestirn für diese schwierige Zeit“

Denn Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie traten nicht nur für eine Amtszeit an, sie stellten gleich zweimal das Kölner Dreigestirn – in der Session 2021 und in der Session 2022. Eine absolute Besonderheit, denn eigentlich „ist das undenkbar“, wie Kölschbach erklärt. „Ich seh das natürlich durch eine grün-rote-Brille, aber das war das beste Dreigestirn seit vielen, vielen Jahren. Das war genau das richtige Dreigestirn für diese schwierige Zeit“, so Kölschbach, der 2001 selbst die Jungfrau im Dreigestirn gewesen ist.

„Es hat mich auch als Präsident unwahrscheinlich stolz gemacht, dass die aus unseren Reihen gekommen sind. Das ist für unser Jubiläum das Beste gewesen, was uns passieren konnte“, fasst der Kölner zusammen. „Trotzdem hätte ich es gerne anders gehabt und richtig gefeiert.“

Kölner Karneval: Altstädter feiern 100. Geburtstag – unter anderem auf dem Alter Markt

Ein paar Feier-Möglichkeiten für Kölschbach und die Altstädter gibt es allerdings noch. „Und ich bin ein bekennender Optimist, das wird schon klappen.“ Neben einer Romfahrt und dem verschobenen Silvesterball soll es im Jubiläumsjahr noch das Altstadt-Fest geben. „Wir machen da eine richtig schöne Party – mit Bühne und Programm.“ Im August soll es so weit sein. „Das wollen wir gemeinsam mit der IG Altstadt machen.“ Aktuell laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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