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Karneval-Chaos: Alternative auf den Ringen oder doch Festival – wie geht es weiter?

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Von: Johanna Werning

Für den Party-Hotspot auf der Zülpicher Straße soll eine Lösung gefunden werden. Aber funktionieren die Ringe oder ein Festival als Alternative?

Köln – Dass sich etwas beim Kölner Karneval auf der Zülpicher Straße tun muss, sind sich alle einig. Anwohner, Gastronomen, Politik und Stadtverwaltung rund um Henriette Reker und Andrea Blome sagen, dass es so nicht weiter gehen kann. Immerhin gab es auch beim 11.11. in diesem Jahr wieder chaotische Szenen. Ob Überfüllung, Müllberge, KVB-Zusammenburch oder andere Verschmutzung durchs Wildpinkeln – in beinahe jeder Ecke der Zülpicher Straße kam es zu unschönen Szenen.

Menschenmassen im Kwartier Latäng beim Auftakt des Kölner Karnevals auf der Zülpicher Straße in Köln.
Für den Party-Hotspot auf der Zülpicher Straße muss dringend eine Lösung gefunden werden. (Symbolbild) © Christoph Hardt/Imago

Ringe oder Festival statt Zülpicher Straße: Wie läuft der Kölner Karneval 2023 ab?

Doch wie das Karnevals-Chaos im sogenannten Kwartier Latäng endgültig gelöst werden kann, ist alles andere als klar. Vorschläge gibt es viele, auch seitens der Stadtverwaltung. Vor allem eine Alternativveranstaltung auf den Kölner Ringen oder ein Open-Air-Festival im Inneren Grüngürtel sind immer wieder im Gespräch.

Welche Party-Alternativen für Karneval auf der Zülpicher Straße im Gespräch sind

► Alternativveranstaltung auf den Kölner Ringen: Damit nicht mehr die Massen auf die Zülpicher Straße ziehen, soll eine Alternativveranstaltung her, wo es mehr Platz gibt. Im Gespräch dafür sind vor allem die Ringe in der Kölner Innenstadt. Immerhin gibt es dort bereits Bars, Kneipen, Clubs und Kioske, die Musik und Getränke anbieten. Stadt und Sicherheitsbehörden haben hier jedoch „enorme Bedenken“.

► Open-Air-Festival im Inneren Grüngürtel: Zwischen Zülpicher Straße und Aachener Weiher soll eine Art Karneval-Festival entstehen – samt Bühnenprogramm, Toiletten und Getränkeverkauf. Um die Menge kontrollieren zu können, seien auch Tickets denkbar. Das Problem dabei: Das Angebot wird wohl nur genutzt werden, wenn es für die Besucher umsonst/kostengünstig ist, so die Stadt.

Kölner Karneval 2023: Karnevalsparty auf den Ringen? Stadt hat „enorme Bedenken“

Ob es allerdings tatsächlich zur Alternativveranstaltung auf den Ringen oder zum Festival im Grüngürtel kommt, dürfte mehr als fraglich sein. Denn obwohl sich Parteien wie FDP für die Ringe als Karneval-Hotspot in Köln aussprechen, spricht sich die Stadt gegen den Vorschlag aus. „Gerade aus Sicht der Sicherheitsbehörden bestehen enorme Bedenken, auf den Ringen einen weiteren Hotspot zu schaffen“, lautet die Erklärung. Außerdem geht die Stadt davon aus, dass auch bei einer Alternativveranstaltung auf den Ringen noch immer zu viele Menschen auf die Zülpicher Straße strömen würden.

Nach Chaos am 11.11.: Festival statt Party auf der Zülpicher Straße – doch es gibt Kritik

Und auch für den Vorschlag, eine Art Karnevalsfestival im Grüngürtel zu veranstalten, gibt es Kritik. Glasscherben und anderer Müll auf den Grünflächen seien kaum oder nur mit massiver Schädigung der Wiesenflächen zu beseitigen, erklärten die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (kurz AWB) im Umweltausschuss Ende November.

Ähnliche Kritik gibt es auch in der Aktuellen Stunde im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung, Rechtsfragen, Vergabe und Internationales am 28. November. „Wir müssen das Kwartier Latäng an Karneval entlasten, das darf aber nicht auf Kosten unseres Grüngürtels gehen. Unser wertvolles Stadtgrün verträgt solche Menschen- und Müllmassen nicht“, sagt Manfred Richter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen in Köln. Er fordert Parallelveranstaltungen auf asphaltierten Flächen – wie zum Beispiel den Ringen. „Auch auf anderen zentral gelegenen Plätzen links- und rechtsrheinisch sollten Veranstaltungen geprüft werden, um das Zülpicher Viertel zu entlasten.“

Karneval 2023: Wie wird in Köln gefeiert? Viele Vorschläge, doch noch keine Lösung

Aktuell scheint es so, als würde sich Köln in der Karnevalsfrage im Kreis drehen. Eine Lösung, die allen passt und das Kwartier Latäng tatsächlich entlasten kann, ist aktuell noch nicht gefunden. Klar ist allerdings: Viel Zeit bleibt Köln nicht mehr. Immerhin hat der Kölner Karneval 2023 gerade erst angefangen. Und Weiberfastnacht (16. Februar) ist nur noch rund 11 Wochen entfernt. Spätestens dann muss eine Lösung gefunden und ein Konzept erarbeitet sein, ansonsten droht erneut ein Müll- und Verschmutzungskollaps rund um die Zülpicher Straße. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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